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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1935-02-15 · 4 (15.2.1935) · p. Seite 79

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
11 (1935)
Issue
4 (15.2.1935)
Date
1935-02-15
Page
Seite 79 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 4 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 79 •liid. ICiiltiirluiiMl in Itavcru Zum Konzerf Nürnberger Künstler am 21. Februar Zu den Aufgaben des Jüdischen Kulturbundes in Bayern gehört es, nicht nur namhafte, längst anerkannte jüdische Künstler zu Veranstaltungen der bayerischen Gemeinden einzuladen, sondern auch junge, aufstrebende Talente zu fördern und ihnen den Weg in die jüdische Öffentlichkeit zu ebnen. So galt es, solche junge und fördernswerte Künstler nicht nur in München, sondern in ganz Bayern zu erfassen. Am 21. Februar werden sich dem Münchner Publikum erstmals drei Nürnberger Künstler präsentieren, die ihr Können schon mehrfach in Konzerten unter Beweis gestellt haben und sich eines ausgezeichneten Rufes erfreuen. Das Ensemble umfaßt die Geigerin Ilse S o r e n,n, die Altistin Irma Frank und den Pianisten Ludwig Grünbaum. Die hochgesteckten künstlerischen Ziele dieses Ensembles zeigen sich deutlich im Programm des Abends, das eine Fülle großer Aufgaben enthält. Arien von Bach für eine Altstimme mit obligater Violine, die Kreutzersonate von Beethoven, 6 Preludes von Chopin, eine Rhapsodie von Brahms, Lieder von Mahler, Gretschaninow und Mussorgski, schließlich die Suite für Violine und Klavier des namhaften jüdischen Komponisten Rathaus bilden eine nicht alltägliche Vortragsfolge, der man mit gespannter Erwartung entgegensehen darf. Von Münchner jüdischen Künstlern durften sich kürzlich die Damen Irma Stern und Liselott Weiß, die Herren Ernst Mosbacher und Kapellmeister Erich Erck bei einem Konzert in Nürnberg nicht nur eines außerordentlichen künstlerischen Erfolges, sondern auch einer besonders herzlichen und liebenswürdigen Aufnahme durch das Nürnberger Publikum erfreuen. Es darf erwartet werden, daß unser Münchner Publikum den jungen Nünberger Künstlern einen nicht minder freundschaftlichen Empfang bereiten wird. Konzerf der Münchner Künsfler verleg! auf 25. März Infolge Erkrankung eines mitwirkenden Künstlers mußte das für 7. Februar vorgesehene Konzert abgesagt werden; es wurde nunmehr auf Montag, den 25. März, verlegt. Gelöste Karten behalten Gültigkeit für das neue Datum oder werden auf Wunsch zurückgenommen. Marioneffenvorsfellung im Jüd. Kulturbund „Moses" von Strindberg-WolK — „Das Mädchen von Elizondo" von Offenbach Ein Spiel um Moses auf dem Puppentheater? Können dagegen grundsätzliche Einwände erhoben werden, daß sich ein Puppentheater mit religiösen Motiven befaßt? Seit dem 14. Jahrhundert sind in Deutschland Sagen- und Volksstücke im Marionettentheater heimisch. Gottsched hatte dem Puppenspiel das Volksdrama überlassen, das mit der Zeit allerdings immer mehr von heiteren Stoffen abgelöst wurde. Man erinnert sich, daß das alte Spiel von Dr. Faust aus Goethes Puppentheater zum genialen Menschheitsdrama des größten deutschen Dichters sich geweitet. Die Frage ist also so zu stellen, ob just dieses Moses-Spiel stark genug ist, um sich im starren Rahmen der Marionetten durch die Fantasie des Zuschauers zum künstlerischen Erlebnis zu steigern. Nachdem Strindbergs Skizze im Buchhandel vergriffen, war es uns nicht möglich, die Bearbeitung Berthold Wolfis mit dem Original zu messen. Die kritische Würdigung erstreckt sich sohin einzig und allein auf das vorliegende Werk. Eine Traumdeutung durch den Hohepriester veranlaßt Pharao, alle jüdischen Kinder zu töten. Es vollzieht sich die wundersame Rettung Moses durch Pharaos Tochter und seine Berufung durch den Herrn, der sich auf dem Berge Nebo im Dornbusch offenbart. Im Sonnentempel kommt es zur letzten Aussprache zwischen Moses und den durch die göttlichen Plagen erschütterten Pharao. Er läßt Israel ziehen und erbittet sich als Letztes Mosis Segen. Wir begleiten das wandernde Volk in die Wüste, werden Zeugen seines Murrens und seiner Widersetzlichkeit, erleben das Wunder des wasserspendenden Felsens und der Gesetzgebung auf dem Berge Sinai. Angesichts des gelobten Landes scheidet Moses. Stark fesselt der dramatisch festgefügte l.Teil im Pharaonenland, der sich bis zum Auszug des Volkes wirksam aufbaut Mit dem Eintritt in die Wüste versandet leider auch das Drama in der Endlosigkeit des Didaktischen. So wuchtig das Werk der Offenbarung am Sinai und die Reflexionen des sich seiner Mission noch unbewußten Volkes in der epischen Sprache der Bibel zum Niederschlag gelangen, so wenig glückt dies dem Szenarium starrer Puppen. Es fehlt dem Stoff jenes Gegenspiel, welches beispielsweise in den christlichen Mysterien- Spielen des Mittelalters vom Teufel seinen Ausgang nimmt. Der Mangel einer Gegenhandlung wird hier um so fühlbarer, als.es dem Autor nicht gelang, seinen Moses zu einer dramatischen Persönlichkeit zu steigern. Moses ist und bleibt das Sprachrohr des Herrn. Auf der lebendigen Bühne bietet sich dem Darsteller dieser Rolle die Möglichkeit, im Gebärdenspiel sich vielleicht zum tragischen Helden der Dichtungdurchzusetzen. Moses, der sich für die ihm gewordene Aufgabe zu klein fühlt, wächst mit der Größe seiner Aufgabe zum heroischen Dulder heran. Er muß, allen Widerständen zum Trotz, die TjutMu Si/t die tudt Bath-HteiduMi ff¥fFyiffr V V|/ WWWU ^rvWWIr ^^wWWWw ^W^^fWWWWWWW^^ HtiUiiLßu S&tdtiu6£t ittoßä wwwww^^wwi^w^ ^JUW^^^^wwwiJlß^ vPWMV

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