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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1935-02-15 · 4 (15.2.1935) · p. Seite 73

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
11 (1935)
Issue
4 (15.2.1935)
Date
1935-02-15
Page
Seite 73 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 4 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 73 sah mich nicht. Als künstlerischer Gestalter ging er auch der Zeit entgegen, die das Gestaltete wahllos zerreißen wollte. Damals, 1914, sprach ich nicht mit ihm. Aber unsere letzte Begegnung, im Jahre 1927, endete mit einem heißen Gespräch — über Schiller. Wir hatten Max Reinhardts Aufführung von .Kabale und Liebe' im Salzburger Stadttheater gesehen. Ich trug einen großen Eindruck in mir und hoffte ihn auch bei Jakob Wassermann zu finden. In manchem stimmte er mir zu, aber er grollte Schiller. Die alte Kluft, über die Otto Ludwig einst nicht fortgekommen, öffnete sich auch vor ihm. — „Ich bitte Sie", sprach er mit glühenden Augen auf mich ein, „das ist doch kein Leben! Der erste Akt, die Exposition, wie er das macht — grandios! Aber dann! Diese Lady!! Sie will fliehen und verabschiedet sich einer rührenden Szene wegen von ihrer ganzen Dienerschaft! Nein, das ist kein Leben!" — Der große Fabulierer sprach, wie vor dreißig Jahren die konsequenten .Naturalisten' gesprochen hatten. Er kam von der Arbeit an einem Kampfbuch der Wahrhaftigkeit, dem ,Fall Maurizius'. Aus der Gemeinde München Hanptsynagoge München, Herzog-Max-Strasse Sonntag, den 24. Februar 1935, 6 Uhr abends RELIGIÖSE FEIERSTUNDE Rabbiner Dr. Eschelbacher (Düsseldorf) Wandlungen derWeltanschauung Musikalische Umrahmung durch Frau R. SONTHEIMER-TIRNS (Stuttgart) und Kapellmeister ERICH ERCK Eintritt gegen Lösung eines Programms zu 20 Rpfeinschließlich Steuer; erhältlich in der Gemeindekanzlei und an den Abendkassen. Theaterabend des Turn- und Sportvereins Aufführung von Stefan Zweigs Einakter „Der verwandelte Komödiant". In der Aufführung des „Itus" am Donnerstag, den 28. Februar", abends 8 Uhr, im Annasaal (Robert-Koch-Straße 9), worüber Näheres unter den Veranstaltungen des Turnvereins bekanntgegeben ist, wirken die Damen Henny Weiß, Elisabeth Springer und Lotte Schönberg mit, die männlichen Rollen Hegen in den Händen von Hugo Magnus Groß und Alfred Obermayer. Die Regie führte Joseph Weiß. Bühnenbild und Kostüme von Lotte Schönberg. Das Stück von Stefan Zweig „Der verwandelte Komödiant" gehört zu den gelungensten und unverändert frischen Jugendwerken des Dichters. Der Einakter Zweigs zeigt im Rahmen des Rokoko- Milieus eines kleinen Fürstenhofes mit seinen bekannten Figuren und Formen die Geburt des echten Künstlertums; der Gegensatz zwischen diesem Vorgang und der spielerischen Umgebung ist von tragischer Spannung. Bewährte jüdische Berufskünstler werden mit diesem Versuch ihre Daseinsberechtigung erweisen. Die Gemeindemitglieder werden nachdrücklich auf die interessante Veranstaltung hingewiesen. Zum Konzert Nürnberger Künstler am 21. Februar im Münchener Kulturbund Ilse Sorenn (Violine) Kinderfest Am Sonntag, den 27. Januar, veranstaltete die Frauenschaft der Münchner Zionistischen Ortsgruppe anläßlich des Neujahrsfestes der Bäume (Chamischa assar be Schwat) ein reizendes, gut besuchtes Kinderfest, dessen Leitung in Händen der begabten jungen Schauspielerin Nicoletta Rosenthal lag. Die kindlich-anmutige Saaldekoration und die gelungenen Kostüme stammten von Gabriella Rosenthal. Abraham Schainermann belebte das reichhaltige Programm mit seinem hebräischen Kinderchor. Der Höhepunkt des Nachmittags war die Aufführung eines hebräischen Theaterstückes, das die Entsumpfung eines palästinensischen Terrains durch Chaluzim veranschaulichte. Ein Bildstreifen des Jüdischen Nationalfonds „Neue Wälder", den der Vorsitzende der Ortsgruppe Herr Dr. Gutmann mit erklärenden Worten begleitete, bildete den belehrenden Teil dieses vergnüglichen, wohlgelungenen Festes. Ben-Chorin. MAGISTER KIRSCH der gute Likör, Magister Manchen VII Stoffe L. BERNHEIMER Einzelmöbel Deutsche Teppiche MÖNCHEN, LENBflCHPLflTZ 5 Kunstgewerbe Orient. Teppiche INNENAUSSTATTUNG/ANTIQUITÄTEN

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