Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 3 (1.2.1935)
- Date
- 1935-02-01
- Page
- Seite 52 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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52 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung M. «ILKEKTHAl & CO* KAUFINGEftSTRASSE 10 jDas Haus für hübsche Geschenke in; Uhren Schmuck Silberwaren auch sein geduldiges Abenteurertum hat den Napoleon-Zug jener Balzacschen Existenzen, die in der Comedie humaine als „Heimliche Könige" auftreten. Mit an Balzac gemahnenden Mitteln macht Alfred Neumann aus dem Helden der Undeutlichkeit eine eindringliche Charakterstudie. Sein Napoleon, dem er doch ein negatives Vorzeichen gibt („Tragödie des neunzehnten Jahrhunderts" heißt der Untertitel), übt auf den Leser den gleichen Reiz wie der historische auf seine Mitwelt. Und wie die Hauptgestalt die innere Wahrheit für sich hat, so gewinnt unter den Händen des Dichters die Historie eine strafe Geschlossenheit, — das Zwingende. Künftige Generationen werden an diesem Muster eines historischen Romans studieren können, wie ein Dichter aus seiner Beherrschung des Stoffes heraus neu zu formen vermag, so daß nicht bloßer Rohstoff bleibt. Es ist anzunehmen, daß in Deutschland nur die jüdische Leserschaft von ihm Kenntnis erhalten wird. Im Ausland jedoch wird er für das Ansehen des deutschen Schrifttums werben. Wir, die wir heute schon wieder Gefahr laufen, uns im Nur-Jüdischen zu verlieren, wollen über solche Aussicht einer jüdischen Leistung nicht undankbar sein. Lutz Weltmann. Aus der Gemeinde München Hanptsynagoge manchen, Herzog - Max - Strasse Sonntag, den 3. Februar 1935, 17V2 Uhr RELIGIÖSE FEIERSTUNDE Rabbiner Dr. Baerwald Unser Gottesdienst und unser Gebetbuch Musikalische Umrahmung durch Kapellmeister ERICH E'RCK und M. ÜRWAND (Baß) Eintritt gegen Lösung eines Programms zu 20 Rpfeinschließlich Steuer; erhältlich in der Gemeindekanzlei und an den Abendkassen. Vom Verein der Freunde der Jüdischen Volksschule erhalten wir folgenden Aufruf: Jüdische Eltern! In wenigen Wochen wird die Neueinschreibung in die Volksschulen stattfinden. Zahlreiche Eltern legen sich die Frage vor: In welche Schule sollen wir unser Kind schicken? Auf diese Frage gibt es nur eine Antwort: Schicken Sie Ihr Kind in die Jüdische Volksschule! Die Jüdische Volksschule bildet den natürlichen Anschluß an das jüdische Haus. Die Jüdische Volksschule gewährleistet am besten eine naturgemäße Erziehung des jüdischen Kindes, indem sie die besondere Art und Entwicklung dieses Kindes berücksichtigt. /y»ä Am Stachus Neuhauserstr. / Weinstr. Dachauerstr. / Reichenbachstr. Fachgeschäft für Wäsche und Strümpfe Niemand bietet mehr! Die Jüdische Schule gibt unseren Kindern eine harmonische Ausbildung. Sie übermittelt deutsches und jüdisches Bildungsgut in gleichem Maße. Sie verbindet Lehre und Leben. Die Jüdische Volksschule bewahrt unsere Jugend vor manchen seelischen Enttäuschungen. Sie gibt unseren Kindern, ohne daß für sie Nachteile entstehen, den Sabbat" und die jüdischen Feste. Die Jüdische Schule schlägt die rechte Brücke vom jüdischen Hause zum praktischen Leben, indem sie die geistige Ausbildung mit der manuellen verbindet. Den Kindern der oberen Klassen ist Gelegenheit zur Erlernung von Fremdsprachen und des Neuhebräischen geboten. An der Jüdischen Volksschule ist die ungeteilte Unterrichtszeit eingeführt. Die Nachmittage sind schulfrei. An Samstag und Sonntag findet kein Unterricht statt. Durch diese Einrichtung wird auch die Belastung durch den mitunter weiteren Schulweg, den manche Eltern fürchten, reichlich wettgemacht. Die Jüdische Volksschule ist die gegebene Schule für das jüdische Kind. Schicket Eure Kinder in die Jüdische Volksschule! Verein der Freunde der Jüd. Volksschule Verein Talmud Thora Schule, e. V.. München. Am Sonntag, 6. Januar 1935, hielt der Verein Talmud Thora Schule seine ordentliche Generalvesanumluiig ab. Herr Rabbiner Dr. Ehrentreu benützte diese Gelegenheit, um.^ außerhalb der Tagesordnung —. dem im Jahre 1934 verstorbenen Gründer und Ehrenvorsitzenden des Vereins, Herrn B. Wadler, einen ehrenvollen,. Nachruf zu halten. Sodann eröffnete der 1. Vorsitzende, Herr J. Rosner, die Versammlung und gedachte der ausgewanderten und in den letzten Jahren verstorbenen Mitglieder. Er gab in kürzen Worten ein Bild von der Entwicklung der Schule und sprach auch der Kultusgemeinde München den Dank für die materielle Unterstützung aus. In der Diskussion sprach Herr Rabbiner Wiesner über die Leistungen in der Talmud Thora Schule im allgemeinen und hob ganz besonders die geistig, religiöse Erziehung hervor, die . die Kinder — es sind z. Zt. etwa 80 — dort genießen. Nach kurzer Debatte wurde die Vorstandschaft neu gewählt, die sich in der am 12. Januar stattgefundenen Auschußsitzung wie folgt konstituiert hat: i 1. Vorsitzender: Herr J. Rosner, Ickstattstraße 13; 2, Vorsitzender: Herr A. Gidalewitsch, Müllerstraße 46; Kassier: Herr A. Lehrer, Klenzestraße 105; Schriftführer: Herr L. Mendler, Klenzestraße 12; Kassenrevisor: Herr E. Schwarzwald, Klenzestraße 102; Herr M. Weißbarth, Albanistraße 6; Verwalter: Herr M. Schumer, Müllerstraße 40; Herr D. Goldberg, Karlstraße 67; Beisitzer: Herr Rabb. Dr. Ehrentreu, Wagmüllerstraße 18; Herr Rabb. Wiesner, Fraunhoferstraße 4; Herr J. Keßler, Sonnenstraße; Herr J. Epstein, Dachauerstraße 31. Es wird Aufgabe der neuen Vorstandschaft sein, in erster Linie die Finanzlage des Vereins zu stärken; von den Mitgliedern wird Verständnis für diese Aufgabe durch entsprechende Beitragsleistung erwartet. Jüdischer Frauenbund, Ortsgruppe München. Montag, den 4. Februar, nachmittags 5 Uhr, Bibelkurs. Nähabende jeden Mittwoch abend 8—10 Uhr jüdische Volksschule, Herzog-Rudolf-Straße 1. Dienstag, den 5. Februar: IV/ Hausfrauennachmittag bei Schwarz, nachmittags 4 Uhr. Referate über hauswirtschaftliche Mädchenausbildung.