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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1935-01-15 · 2 (15.1.1935) · p. Seite 27

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
11 (1935)
Issue
2 (15.1.1935)
Date
1935-01-15
Page
Seite 27 (sequence 7)
Language
German
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Nr.2 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung; 2% Arbeitsgemeinschaften der Jüdischen Jugend Die Arbeitsgemeinschaften, die nach Gegenständen und Terminen in der vorigen Nummer der Gemeinde- Zeitung aufgeführt waren, nehmen Mitte Januar ihren Anfang. Anmeldungen schriftlich an das Jugendamt der Kultusgemeinde München, Herzog-Max-Straße 5. Teilnahme gebührenfrei. I Reichsbund jüd. Frontsoldaten Landesverband Bayern Ortsgruppe Augsburg. Kamerad R.A. Dr. Landenb erger (Nürnberg), Vorsitzender des Landesverbandes und Mitglied der Reichsvertretung deutscher Juden, spricht am Samstag, den 19. Januar 1935, im - Trauungssaal der Synagoge, um 20.30 Uhr, über das zeitgemäße Thema: „Die deutschen Juden im Geschehen der Gegenwart." Dazu laden wir alle werten Gemeindemitglieder äiöfl. ein. Jeden 1. Samstag eines jeden Monats kameradschaftlicher Abend in der Gaststätte Bollak. Aus bayerischen Gemeinden Buttenwiesen (Schwaben). Am 19. Dezember 1934 verstarb hier unser allbeliebtes und hochgeschätztes Gemeindemitglied Herr Isaak Schloß. Der Verstorbene, welcher ein Alter von 71 Jahren erreichte, hat sich um die hiesige Kultusgemeinde sehr große Verdienste erworben. 15 Jahre war er Mitglied der Gemeindeverwaltung, fast ein Jahrzehnt betreute er die Gemeinde als Kultusvorstand, über 40 Jahre gehörte er der Leitung der Chewrah Dovor Tof an. Die Kultusgemeinde Buttenwiesen hat dem durch treffliche Charaktereigenschaften ausgezeichneten Manne ein Ehrengrab eingeräumt; bei der Beerdigungsfeier gab Herr Lehrer Lewkowitz ein eindruckvolles Bild von dem Leben dieses echten und rechten Juden. Pirmasens. Im Alter von 42 Jahren verschied hierselbst plötzlich an den Folgen einer Blutvergiftung das allgemein geschätzte Gemeindemitglied Herr Kaufmann Hans Kuhn. Im Weltkriege zum Offizier befördert, hatte er von den ersten Mobilmachungstagen an bis zu seiner im Jahre 1917 erfolgten schweren Verwundung in der vordersten Front gestanden und sich durch sein tapferes Verhalten die höchsten Auszeichnungen erworben. Bis 1919 befand er sich in englischer Gefangenschaft. In unserer Gemeinde hat Herr Kuhn sich dank seiner Fähigkeiten und Neigungen sowohl in der Jugendbewegung als auch im kulturellen Leben hervorragend bewährt. Er gehörte dem Bildungsausschuß der Gemeinde an und hatte die geistige Führung im Allgemeinen Jüdischen Jugend- und Sportverein Pirmasens inne. Seit Oktober 1934 stand er auch als Leitender Geschäftsstelle in Diensten der Gemeinde. An seiner Bahre sprach Bezirksrabbiner Dr. Nellhaus dem letzten Willen des Verstorbenen gemäß ein Gebet, in welchem er die Empfindungen des Schmerzes und der Dankbarkeit gebührend ausdrückte. Aus der Pfalz 1. Eine pfälzische Lehrertagung. Am Sonntag, den 30. Dezember 1934, fand in der Synagoge in Pirmasens eine Fortbildungstagung der „Freien Vereinigung israelitischer Lehrer und.Kantoren der Pfalz" statt, an der sich über 30 auswärtige Teilnehmer aus Pfalz und Saargebiet beteiligten. — Die Einleitung des Tages bildete eine Morgenfeier, an der auch ein großer Teil der Gemeindemitglieder teilnahm. Nach dem „Borüch habo", gesungen von Kantor Slotki (Pirmasens);; begrüßten: Für den Synagogenrat der 2. Vorsitzende der Gemeinde Pirmasens Moritz Mayer, dann Rabbiner Dr. Nellhaus (Pirmasens), ferner Oberlehrer Michel (Pirmasens), FÜR DEN SKI-SPORT S k i -Anzüge 28.- 38.- 48.- 58.- Ski-Blusen 9.- 11.- 16.50 18.- S k i-Knicker 13.- 18.- 23.- 28.- BAMBERGER & HERTZ die zuverlässigen Kl e i d e rf a c h! e ut e der Nestor der anwesenden Lehrer, der besonders das herzliche Einvernehmen zwiohen Synagogengemeinde und Kultusbeamten in Pirmasens hervorhob, und Lehrer Bernstein (Zweibrücken), der 1. Vorsitzende der pfälzischen jüdischen Lehrer. Darnach hielt Rabbiner Dr. Grünewald (Mannheim) das Hauptreferat: „Die erzieherische Situation in Deutschland". Er gab eine scharf pointierte Untersuchung des alten Bildungs- und Erziehungszieles, das in eine veränderte Welt hineinrage, um dann für die neue Situation Richtpunkte einer jüdischen Erziehung (Hebr. Quellen, Palästina, Bund, jüd. Schule, Berufsumschichtung) zu beleuchten. Dieser Vortrag löste durch seine ausgezeichnete Gedanken- und Wortführung wirkliche Besinnlichkeit unter den Hörern aus, der Lehrer Marx (Speyer) in seinen Dankesworten beredten Ausdruck gab. Den Abschluß der Morgenveranstaltung bildeten Gesänge von Kantor Levin (Homburg) in ostjüdischen Niggun. — Den auswärtigen Teilnehmern gab dann die Gemeinde Pirmasens ein Essen,, das mit vielen ernsten und launigen Tischreden gewürzt den besten Eindruck jüdischer Gastfreundschaft vermittelte. — Am Nachmittag hielt Rabbiner Dr. Nellhaus ein wichtiges Kurzreferat über „Tendenzen jüdischer Jugenbildung". Lehrer Marx führte eine Arbeitsgemeinschaft „Aufgaben des jüdischen Lehrers in der jüdischen Jugendbewegung" durch, die in aufgelockerter Form wesentliche Dinge klarstellte.- Den Abend bildete ein besonders deutlich durchgeführter Bericht von Lehrer Levy (Rockenhausen) über den Vortrag von Rabbiner Dr. Baerwald auf der Münchener Jugendführertagung über „Die Behandlung biblischer Stoffe mit Jugendlichen". — Nach diesem offiziellen Teil fanden noch interne Besprechungen statt. — Gemeinsam mit einer Reihe von Teilnehmern der Tagung, wurde noch am späten Nachmittag eine in Verlauf und Ergebnis erfreuliche Aussprache mit Jugendführern durch den Berichterstatter durchgeführt. Reimhold Herz (Speyer-Berlin). 2. Jüdische Jugendarbeit in der Pialz. Um die jüdische Jugendarbeit in der Pfalz, die erst seit kurzer Zeit wieder behördlich genehmigt wurde, wieder vonneuem zu beginnen, berief am Sonntag, den 6. Januar 1935, Karl Haas (Speyer), der vom Verband der jüdischen Jugendvereine Deutschlands mit der Neubildung der pfälzischen Bünde und ihrer Zusammenfassung in einer Bezirksgruppe Pfalz betraut wurde, Vertreter der jüdischen Jugend aus der Pfalz zu einer Jugendtagung nach Speyer am Rhein. Es trafen sich etwa 30 junge Menschen aus über zehn Städten" der Pfalz. Die Tagung begann mit einer religiösen Margenfeier in der Synagoge, an der auch ein großer Teil der Gemeindemitglieder,, insgesamt etwa 200 Personen teilnahmen. Der Speyerer Synagogenchör sang unter Leitung von Oberlehrer Waldbott den 150. Psalm. Im Mittelpunkt der Feier standen zwei Ansprachen-: von Bezirksrabbiner Dr. R. Steckelmacher (Bad" Dürkheim) SCHUHHAUS M. FLEISCHMANN MÖNCHEN, THEATINERSTRASSE 17 ■: Spezialität: BALLY -SCHUHE

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