Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 24 (15.12.1934)
- Date
- 1934-12-15
- Page
- Seite 536 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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536 Bayerische Israelitische Gememdezeitung Nr. 24 Äb Pelze Jacken Mäntel Paletots nach unseren neuesten Modellen S. 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Bei der lustigen Boxszene, ertönten Lachsalven durch den Saal. Den Abschluß des Festes trönten Lachsalven durch den Saal. Den Abschluß des Festes bot die von Ben Chorin (Fritz Rosenthal) verfaßte Puppenkomödie des Theatron Katan „Hersch Ostropoler wird Engel". Die Idee, die aus einem Volksbuch von Chaiim Bloch stammt — übrigens auch von Hans Sachs in seinen Fastnachtspielen dargestellt wird — zeigt den jüdischen Till Eulenspiegel Hersch Ostropoler, wie er in listiger und schlauer Weise eine Wirtin um Geld und Kleider und den besonders schlauen Wirt um sein Rößlein prellt. Puppen und Bühnenbilder stammten von Fr. Schönberg-Ernst und Frl. Springer und verrieten besonders hohen künstlerischen Geschmack. Sprecher waren der Dichter, Frl. Springer und Herr Obermayer, während die Puppen von Fr. Schönberg-Emst bewegt wurden. Für die musikalische Umrahmung sorgten Frl. Thannhauser und Herr Mendle. Wenn die Komödie auch manche Längen aufwies, so gefiel sie doch den kleinen und großen Zuschauern, die mit Beifall nicht kargten. Besonders hervorgehoben zu werden verdient, daß das reiche Programm mit einer beinahe militärischen Genauigkeit und Pünktlichkeit durchgeführt wurde. Es ist dies ein Beweis der im Turnverein herrschenden Disziplin, mit der er für andere Organisationen vorbildlich wirkt. Dank der Vorstandschaft Die Vorstandschaft dankt allen, die sich an der Vorbereitung der Chanukka-Feier' beteiligten, an ihr mitwirkten und durch Spenden dazu beitrugen, die Kinder zu erfreuen, auf diesem Wege auf das Herzlichste. Wetturnen der 1. Riege Am 27. November fand ein Wetturnen der 1. Riege statt, dem nur wenige Zuschauer anwohnten, weil die Veranstaltung nicht genügend bekannt gemacht worden war. Dies ist bedauerlich, denn die gezeigten Leistungen waren ausgezeichnet. Der Gerätesiebenkampf bestand aus folgenden Übungen: Barren Pflicht- und selbstgewählte Übungen; Reck: Pflicht- und selbstgewählte Übung; Pferd breit mit Pauschen: Pflichtübung; Perd lang: Pflichtübung, Pflichtfreiübung. Beim Wettkampf fielen besonders Lehmann durch die elegante Ausführung und Reinemann durch die Schwierigkeit seiner Kürübungen auf. Aber auch die anderen Turner gaben ihr Bestes. Die Leistungen unserer 1. Riege stehen in Anbetracht der kurzen Übungszeit auf einer hohen Stufe. Das Kampfgericht, bestehend aus den Herren Stein und Götzl, nahm die nicht leichte Wertung in einwandfreier und sachkundiger Weise vor. Die Ergebnisse waren: 1. Leop. Lehmann 123 P.. 2. Heinz Reinemann 122 P., 3. Mart. Mannheimer 113 P.. 4. Max Rohrbach 104 P., 5. Siegfr. Mendle 100 P. Box- und Jiu-Jitsu-KamDiabend Am 24. November fand in der Turnhalle der erste Kampfsportabend der beiden Abteilungen statt. Mehr als 300 Zuschauer, die den Darbietungen beiwohnten, kamen auf ihre Kosten, denn die Kämpfe wurden durchweg mit dem Willen zum Siege, wenn auch nicht immer mit dem gleich starken Können, ausgetragen. Es ist zu hoffen, daß die nunmehr im regelmäßigen Abstand durchzuführenden Box- und Judo (der neue offizielle Name für Jiu-Jitsu) Kämpfe ein Stammpublikum heranziehen werden.