Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 23 (1.12.1934)
- Date
- 1934-12-01
- Page
- Seite 502 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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502 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 23 MÜNCHEN\ BRIENNERSTRASSE52 KOSTÜME . KLEIDER. MÄNTEL. PELZE Für Strum pfwaren ™* Wäsche empfiehlt sieb die STRUMPF-TANTE HANS REINEMANN Färber graben ßl gegenüber Knagge & Peitz Im REICHENBACH-BAD Reichenbachstraße 8/1, Telefon 28781 erhalten Sie Wannenbäder zu SO Pfg., alle Heilbäder, Massage, Höhensonne, Schlankheitsvibration, fachgemäße Fußpflege. O Besonders empfehlenswert sind die Gynmacolon>Darmbäder. Verlangen Sie Broschüre. H)rWunjd)-einPel3 ob eleganter Mantel oder fesche Jacke, ob geschmeidiger Fuchs oder Hotter Kragen. Große Wahl in allen Fellarten zu sehr vorteilhaften Preisen wird erfüllt von Ihrem Kürschnermeister PELZ-REISS Marienplatz 2 8, II. Stock befinden sich die Synagogenbücher (Sterberegister etc.) von Diespeck (Äisch)? Auskunft erb. a.Fr.Mailaender,Fürthi.B.,Wilhelmstr.4 Wo S. Levinger Zigarren rühmlichst bekannt durch feine Qualität das passende Festgeschenk für den Herrn jetzt wieder Bayersfrasse 21 im Neubau Hotel Rheinhof / Gegründet 1886 / Fernsprecher 54897 kurses für jüdische Jugendführer in Bayern, der vom 1. mit 4. November in München stattgefunden hat und über dessen Verlauf in der Ausgabe vom 15. November berichtet worden ist, wird in Bälde erscheinen. Bestellungen wollen möglichst umsehend gerichtet werden an: Hans Lamm, München 22, Schließfach. Diamantenes Doktorjubiläum Am 5. Dezember dieses Jahres feiert Herr Hofrat Adolf Theilhaber in München das diamantene Doktorjubiläum. 1854 geboren, bezog er mit 17 Jahren diie Universität in Würzburg, promovierte mit 20 Jahren 1874. Als Assistent war er am Krankenhaus in Nürnberg, später wirkte er als Arzt in Bamberg, wo er auch an der Hebammenschule als Repetitor tätig gewesen ist. 1878 siedelte er nach München über, wo er eine Privatklinik für Frauenkrankheiten errichtete. Völlig gesund und arbeitsfähig übt er dort noch seine Praxis aus. Von seinen 200 wissenschaftlichen Arbeiten sind am bekanntesten die, welche die Entstehung und Behandlung des Krebses betreffen; in ihnen führte er schon vor 28 Jahren den Nachweis, daß Störungen der Funktion der Milz, Thymus und des Knochenmarkes ein wichtiger Faktor bei der Krebsentstehung sind. Er zog daraus die Folgerung, daß bei der Behandlung des Krebses Anreicherung mit tierischer Milz und Thymus angewendet werden soll. Diesem Vorschlag schlössen sich bald Braunstein, Berlin und Richera, Mailand, an. Teilhaber ist seit 50 Jahren wissenschaftlich tätig, sein Werk über „die Bekämpfung der Krankheitsdispositiion" ist sehr bekannt und erschien vor vier Jahren. Vortrag von Frau Eva Reichmann-Jungmann Auf Einladung der Ortsgruppe München des Bundes Deutsch- Jüdischer Jugend sprach Frau Dr. Eva Reichmann-Jungmann, die Schriftleiterin des „Morgen", im großen Münchener Museumssaal über das Thema „Warum deutsches Judentum?". Die Frage nach dem Sinn und Schicksal unserer Gemeinschaft im Reich aufgrund der gewandelten Verhältnisse fand eine übersichtliche und zuverlässige Erörterung. Die Rednerin gab in klaren Formulierungen die Gedankengänge wieder, die die deutsch-jüdische Dopellexistenz bejahen, historisch, psychologisch und politisch. Den Mittelpunkt der Idee und Sinngebung dieses Schicksals bildet die große geschichtliche Erscheinung der Juden-Emanzipation und das deutsche Judentum in den 150. Jahren nachher: 1780—1930, von dem das Gesamtjudentum der Welt unablässig Licht und Leben empfing. Der ausgezeichnete Vortrag hätte eine stärkere Teilnahme der Gemeindemitglieder verdient. Aus bayerischen Gemeinden St. Ingbert (Saar). Von einem herben Schicksalsschlage wurde die Familie Wilhelm Vicktor betroffen. Auf einer Geschäftsfahrt nach Metz erlitt Herr Vicktor sen. einen Autounfall, an dessen Folgen er gestorben ist. Der Verstorbene war Mitglied des Synagogenrats der hiesigen Kultusgemeiinde und stand auch in allen Kreisen der Bevölkerung in höchstem Ansehen. Alle Tageszeitungen widmeten ihm ehrende Nachrufe. In einem imposanten Trauerzuge erwies ihm die ganze Bevölkerung die letzte Ehre, darunter sein Soldatenverein, dem er als Kriegsteilnehmer angehörte, in geschlossener Formation mit Fahne und Musik. In ergreifender Trauerrede schilderte Herr Rabbiner Dr. Nellhaus die Verdienste des Verstorbenen. Ebenso sprachen am Grabe der Vorsitzende seiner Berufsorganisation, Herr Otto Löb, Saarbrücken und der Vorstand des Artillerievereins St. Ingbert. — Wir alle wollen dem Verstorbenen ein ehrendes Andenken wahren. G. St. Seit 1845 SAMT, SEIDE UND WOLLE geschmackvoll, haltbar und preiswert bei H A I M A N N am Schillerdenkmal