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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1934-12-01 · 23 (1.12.1934) · p. Seite 494

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
10 (1934)
Issue
23 (1.12.1934)
Date
1934-12-01
Page
Seite 494 (sequence 2)
Language
German
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494 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 23 Das Grabmal der Makkabäer Über den Text der beiden Makkabäerbücher, über ihre Bedeutung als Geschichtsquelle und über ihre Stellung außerhalb des biblischen Kanons war in diesen Blättern (Gem.-Ztg. v. 15. Dez. 1933, Nr. 24) eine ausführliche Abhandlung veröffentlicht. Die Makkabäerbücher behandeln den heroischen Kampf des jüdischen Kleinvolkes mit dem riesenhaften Seleukidenreich; dieser Kampf führte nur für kurze Zeit zur Wiederaufrichtung eines selbständigen jüdischen Staatswesens. Das spätere legitime Judentum hat die Makkabäerbücher trotz ihrer patriotischen Haltung und trotz ihres einwandfreien, streng gläubigen Inhalts aus dem Bibelkanon ausgeschaltet; die Gebotserfüllung des Gesetzes blieb den wahrhaft Frommen das zentrale Anliegen, die Fremdherrschaft wird als gottgewollt hingenommen; Gottes Sache allein ist es nach dieser Haltung, wann und wie er einen Wandel herbeiführen will. Für uns haben dagegen die alten griechischen Geschichtsquellen über die Makkabäerzeit eine erhöhte Bedeutung gewonnen. Es sind klassische Urkunden unserer Geschichte: sie sind jetzt am leichtesten in Kautzsch ..Apokryphen und Pseudoepigraphen des Alten Testaments" (Neudruck Tübingen 1921) zugänglich. Vor kurzem (1931) erschien in der bekannten katholischen Bibel-Kommentar-Sammlung „Die heilige Schrift des Alten Testaments" (Verlag Peter Hanstein in Bonn) eine neue Übersetzung und Erklärung zu den beiden Makkabäerbüchern von dem deutschen Benediktiner und Gelehrten Hugo Bevenot, O. S. B.. Benediktiner der Abtei Weingarten (260 Seiten mit 2 Karten). Daraus entnehmen wir die Übersetzung des berühmten Berichts über die Errichtung des Makkabäer- Grabmals durch den Hohepriester und Fürsten Simon, den letzten überlebenden Sohn des Matisjahu, zum Andenken an seinen Vater und seine gefallenen Brüder; den Kommentar Bevenots fügen wir ebenfalls bei. Die Textstelle im I. Makkabäerbuch (Kap. 13, Vers 25—30): ,,Da sandte Simon hin und ließ die Gebeine seines Bruders Jonathan heben und setzte sie zu Modein, der Stadt seiner Väter, bei. Ganz Israel hielt eine große Trauer um ihn und sie beweinten ihn viele Tage. Simon aber erbaute über dem Grab seines Vaters und seiner Brüder ein Denkmal von ragender Größe aus poliertem Stein an der Rückseite und der Vorderseite. Darauf stellte er sieben Pyramiden auf, eine gegen die andere: für den Vater, die Mutter und die vier Brüder. Dazu fügte er Bauwerke mit einem hohen Säulenrundgang und ließ daran zum ewigen Gedächtnis Waffenschmuck anbringen und neben den Waffen Schiffe einmeißeln. Es sollte nämlich von allen Seefahrern gesehen werden können. Das war das Grabmal, das er zu Modein schuf, und das bis heute noch steht." Dazu der Kommentar von Pater Bevenot (Seite 149 f.): „Nach erhaltener Trauerkunde vom Tode seines Bruders Jonathan ließ Simon den Leichnam seines Bruders nach Modein übertagen. Es fand die übliche Totenklage statt. Bald empfing Simon die höchsten Auszeichnungen. Deshalb gedachte er auch, seine nun zur Dynastie erhobene Familie durch ein entsprechendes Denkmal zu ehren. Eine Grabstätte neben den Königsgräbern in Jerusalem konnte er weder für Jonathan noch für sich beanspruchen, so empfahl es sich, zu Modein ein Denkmal zu errichten. Nach altägyptischer Art erhoben sich auf breiter und hoher steinerner Basis sieben Pyramiden. War die Siebenzahl schon an sich heilig, so sollten die himmelanstrebenden Spitzen der Pyramiden die Auferstehungshoffnung wirksam symbolisieren (vgl. P. v. Keppler, Wanderfahrten und Wallfahrten im Orient, Freiburg 1909, 105 f.). Die Pyramiden scheinen in Doppelreihen gestanden zu haben; der siebten war die Ehrenstelle vorn oder in der Mitte zugedacht; darunter blieb das Grab für Simon leer. Das Ganze war mit Säulen umrahmt. Man muß nicht gerade an eine Säulenhalle denken, sondern wohl mehr an freistehende Säulen, die als Träger für den Waffenschmuck und die Kriegsschiffe dienten: die Embleme der Macht der Juden zu Wasser und zu Land. Die Schiffe sollten wohl eine Anspielung auf Simons Besitzergreifung der Hafenstadt Jaffa sein. Wie die Denkmäler ein einheitliches Ganzes bildeten, wird man sich schwer vorstellen können; die Schilderung des Grabmals bei Flavius Josephus bietet leider keine weiteren Anhaltspunkte. Das Denkmal stand als hohe Warte auf dem Dorfhügel, so daß es schon vom Meere aus (in einer Entfernung von wenigstens 28 km) gesichtet werden konnte. Bei dem massiven Mittelbau ist es kein Wunder, daß das Denkmal recht dauerhaft war. Es stand noch (teilweise wenigstens) zur Zeit des Eusebius (gest. ca. 340 n. Chr.), und noch heute wollen einige Forscher Überreste davon erkannt haben (vgl. Vigouroux, Dict. de la Bible IV 1186f.). Wenn die Menorah brennt--- Chanukkah als häusliches Fest Der Chanukkahleuchter gehört zu den Dingen des jüdischen Hauses, von denen wir das Warten lernen können. Alle Wochen des Jahres über steht er ohne rechten Zweck herum, ist so etwas wie ein Aufstellgegenstand, wird geputzt und wieder weggestellt und nie gebraucht. Bis dann endlich auch seine Zeit da ist, bis die acht glücklichen Tage, um derentwillen wir ihn das Jahr hindurch pflegen, ihn in die Mitte eines strahlenden Festes tragen, bis er selbst das Flammen und Leuchten von seinen acht Armen aussenden darf: Er-

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