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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1934-11-15 · 22 (15.11.1934) · p. Seite 479

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
10 (1934)
Issue
22 (15.11.1934)
Date
1934-11-15
Page
Seite 479 (sequence 19)
Language
German
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Nr. 22 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 479 ZU CHAN UKKAH ymmmmasn In den Erinnerungen meiner Kindheit ist wohl kein 17esl so tief und lebendig eingegraben wie das Chan u k k a h f e s t. Wir Kinder freuten uns schon Woi hen zuvor auf den feierlichen Abend, der uns aus den i landen der Mutter eine Menge willkommener Kleinigkeiten brachte. Die Lichter wurden mit Wachskerzchen;iuf ein Holzscheit geklebt und vom Vater mit den Segenssprüchen — l'hatlik - ner und scheoso - nissim — entzündet. Von einem guten Onkel bekamen wir jedes Jahr in einem seidenen Säckchen funkelnde neue Kupferpfennige. Und damit wurde dann nach dem Essen n m Abend getrendelt. . . Als die eigenen Kinder heranwuchsen, wurde noch lange mit dem alten Trendel (ein uraltes deutsches Wort und Spiel!) gespielt; aber dann kamen die öffentlichen Ghanukkah-Abende in den noblen Räumen eines Hotels, und die Fröhlichkeit des engen Familienrahmens wurde verdrängt von den klischierten Darbietungen außerhalb des Heims. Heute hat man gelernt, sich wieder auf die guten Geister zwischen seinen eigenen vier Wänden zu besinnen. Die Eltern deckt der grüne Rasen, viele Jugend weilt im fernen Ausland. Aber die zahlreichen Fami- □mar lien, die noch eine heranwachsende Kinderschar um sich versammeln können, können vielleicht jetzt wieder die wundervolle Heimlichkeit des Chanukkah- Abencls erleben, mit den Lichtern der Menorah und mit schlichten Geschenken. Es ist ein starker Trost in diesen schweren Tagen, daß man mit Schenken wieder den natürlichen Regungen des jüdischen Herzens freie Bahn schatten kann. Viele, nur allzuviele werden mit kleinen Mitteln rechnen müssen. Aber unsere Kinder von heute sind auch mit wenig zufrieden; und die Großen werden mit stillem Erstaunen selbst gewahr, daß auch sie im Lichterglanze der Menorah sich noch freuen können. Diese Freude des Schenkens hat aber auch ihre wirtschaftlich gute Seite, denn für die vielen Geschäfte unserer Stadt bedeutet es einen willkommenen, dringend nötigen Zusatz, daß das Chanukkahfest zahlreiche Kunden bringt. Sie alle, ob sie Schmuck, Mode, Lebensmittel oder Artikel des täglichen Bedarfs für das Fest liefern, sie alle sind mit den Schenkenden und Beschenkten zusammengeschlossen in den großen Kreis der stillen jüdischen Menschen, die wieder wissen, was die Freude zwischen vier Wänden bedeutet. H. G. AUSKÜNFTE UND BUCHUNGEN DURCH: LLOYD TRIESTINO München * Odeonsplatz 1 * Telefon 27464 Berlin, Unter den Linden 47 * Frankfurt d.M., Kaisersfr. 20 * Hamburg, Neuer Jungfernstieg 17* Stuttgart, Schillerpl.4 sowie sämtl. Reisebüros ZIGARETTEN Quahmtsi OKarken. Spezial-Sorten: Blanko . In Blechpackung . 21/"2 Pfg. NEU! Baumeister bes. dick 3V3 Pfg. In origineller Bausteinpackung Raucherkrone müd . 4 Pfg. Delikat bes.aromalisch . 5 Pfg. Privat . vorz. Handarbeit . 6 Pfg. Täglich fabrikfrisdi? Tabakwaren-Spezialitäten G.m.b.H.-München Verkaufsstellen: Theaiinerstrafje 52 (Eingang Schrammerstr.) Schillersirafje 36 * Dachauersirafje 5 I

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