Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 21 (1.11.1934)
- Date
- 1934-11-01
- Page
- Seite 453 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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1 Nr. 21 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 453 Ihr Pelzwerk bei Kürschnermeister TELEFON 581 60 (priiiiliuf AUGUSTENSTR. 85/o Kaufen Sie den guten Itl^-Whitcrimiiitcl 99 ROSENFELDER Bayerstraße 5 Seit 1878 unter den Völkern, erlebt die Mächtigkeit des Volkes als eine eigene, nationale .... Nationalismus ist immer religiös. Das großartigste Beispiel dieses religiösen Nationalismus sind wiederum die Juden. Israel ist nicht der Stamm oder das Reich, dessen Grenzen die Grenzen der Welt sind oder doch sein sollten. Es ist ein Volk unter Völkern. Aber unter diesen allen ist es erwählt. Gott ist sein Gott. Das Volk ist Gottes Volk. Und der Gott des Volkes ist auch der Gott der gemeinsam erlebten Geschichte: der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, der das Volk aus Ägypten, aus dem Diensthause geführt hat." (S. 250). Bezirksrabbiner Dr. Ernst Steckelmacher. Politik der Mystik. Zu I s a a c Breuers „Neuem K u - s a r i". Von Gerhard Scholem, Professor a. d. Universität Jerusalem. Sonderdruck aus Nr. 57 der „Jüdischen Rundschau". Druck von Siegfried Scholem, Berlin-Schöneberg, Hauptstraße 8. Berlin 1934. Scholem ist unter den deutsch schreibenden Juden der geborene Polemiker von Neigung und innerem Beruf. Seine Pamphlete gehören zu den klassischen Stücken dieser literarischen Gattung, worin bei uns Luther, Hutten, Rabelais, Fischart, Grimmelshausen, Abraham a Santa Clara unvergängliche Meister waren. Wo das Wort, die geschliffene Antithese, die dialektische Spannung des Gedankens nicht ins Leere laufen oder Selbstzweck werden, da ein leidenschaftlicher Glaube, geläutert durch ein kristallklares Wissen sie herausgestoßen hat, entsteht in seltenen Situationen das klassische Pamphlet, das Klarheit schafft und ebenso taktlos wie furchtlos wohlerworbene Positionen stürzt. Es handelt sich um das Prinzip von S. R. Hirsch: Tora im derech-erez, die Vereinbarkeit von weltoffener kapitalistisch-rationaler Lebensform mit der strikten Einhaltung der Pflichtenlehre des Schulchan-Aruch. Daß dieser Grundsatz für Palästina (aber auch in der Diaspora) versagt, obwohl Isaac Breuer das Prinzip noch einmal in seinem großen Werk „Der neue Kusari" zu retten versucht, das bewiesen zu haben ist Scholems Verdienst. „Wenige Losungen geschichtlichen Formats sind mit so furchtbarer Drastik ad absurdum geführt worden, wenige muten heute so chimärisch an wie diese." In der Streitschrift „Politik der Mystik" wehrt Scholem Isaac Breuer von Palästina ab und deckt die wahren Absichten des „Neuen Kusari" unerbittlich auf. F. Für Strumpfwaren undWäsche empfiehlt sich die STRUMPF-TANTE HANS REINEMANN Färber graben ßl gegenüber Knagge & Peitz Das Spezialgeschäft in preiswerten, guten Herren« und Damenstoffen Reiche Auswahl Siefs neueste Muster fJ*aut$runBcuutv München, Theatinerstrafee 30 Palästinabilder gesucht. Die Jüdische Buch-Vereinigung, Berlin, Pariserstraße 7, bittet uns, allen Besitzern von unveröffentlichten Aufnahmen aus Palästina Folgendes mitzuteilen: Dr. GeorgLandauer gibt im Rahmen der Publikationen der Jüdischen Vereinigung einen Palästina-Bilderband heraus, der Anfang 1935 erscheinen wird. Dieser Band soll neben Aufnahmen der bekanntesten Berufsphotographen auch eine ganze Reihe von Amateuraufnahmen enthalten. Die Herausgeber sind der Ansicht, daß gerade unter den Aufnahmen der Amateure Material enthalten ist. das durch Aufnahme in diesem Band der Öffentlichkeit zugängig gemacht werden soll. Alle Besucher Palästinas, die Aufnahmen von dort mitbrachten, Angehörige von Palästinensern, die Palästinabilder besitzen, vor allem aber auch Amateurphotographen in Palästina selbst werden gebeten, unverzüglich die Bilder, die sie für geeignet halten, einzusenden an die Jüdische Buch-Vereinigung, Berlin W 15. Pariserstraße 7. Jedes Bild muß auf der Rückseite die genaue Adresse des Einsenders tragen. Angenommene Bilder werden honoriert, nicht angenommene Aufnahmen werden schnellstens zurückgesandt, falls Rückporto beigefügt ist. BUND DEUTSCHJÜDISCHER JUGEND ORTSGRUPPE MÖNCHEN EVA REICHMANN Berlin spricht am Donnerstag, 15. Nov. 1934, abends 8 Uhr im Museum, Promenadestraße 12 über „Warum deutsches Judentum?'' Wir laden alle Gemeindemitglieder zu dieser Veranstaltung herzlichst ein. lI)rWunjd)-einPel3 ob eleganter Mantel oder fesche Jacke, ob geschmeidiger Fuchs oder Hotter Kragen. Große Wahl in allen Fellarten zu sehr vorteilhaften Preisen wird erfüllt von Ihrem Kürschnermeister PELZ-REISS Marienplatz 2 8, II. Stock