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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1934-10-15 · 20 (15.10.1934) · p. Seite 422

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
10 (1934)
Issue
20 (15.10.1934)
Date
1934-10-15
Page
Seite 422 (sequence 10)
Language
German
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422 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 2ü Heuer wählt die Dame ihre PE LZ«GAR DE ROBE direkt bei S. ORLJANSKY & Co., München, Neuhausersfr. 2t Jedes einzelne Pelzstück# das sie sich dort wählt, ist mit fachmännischer Gewissenhaftigkeit so solide hergestellt, daß es viele Jahre als Schmuckstück und als Dauerwert ihre Wünsche befriedigt, o stisch gebildeten Welt seien. Diesen Boden könnten sie nicht verlassen. Betont wurde, daß Kulturarbeit nicht nur Schulungsarbeit, sondern die Gestaltung des ganzen Menschen umfassen müsse. Seew Orbach sprach in seinem Referat aus, daß Kenntnis und Wissen der Versuch seien, aus der tiefen Verbundenheit mit dem Alten heraus, zu einer Verneinung einer nur blind dogmatischen Tradition zu kommen. Die positiven Elemente des Alten müßten zu ihrem Recht kommen. In den Resolutionen wurden den Chawerim, die im Kampf um jüdische Arbeit in Erez Jisrael stehen und allen Mitarbeitern des „Hechaluz" die Grüße der Tagung übermittelt. Der Mittelstelle für jüdische Erwachsenenbildung wurde der Wunsch ausgedrückt, sich der Bildung der chaluzischen Jugend anzunehmen. Eine andere Resolution fordert den Ausbau der jüdischen Schule und des jüdischen Erziehungswerkes, das Kindergarten, Schule und Hachscharah als eine in Stufen gegliederte Einheit betrachten solle. Den verantwortlichen jüdischen Instanzen wurden Maßnahmen zur Erhaltung und Ausbau des Hachscharawerkes empfohlen. Eine andere Resolution befaßt sich mit der Tatsache, daß zu wenig Mädchen-Zertifikate zur Verfügung stehen und fordert ihre Erhöhung. Weiterhin wurde die Notwendigkeit einer einheitlichen Erfassung der zionistischen Jugend im Rahmen des Hechaluz gefordert, der heute 14 000 Mitglieder in 140 Ortsgruppen hat. Bemerkenswert ist, daß aus den Reihen des Hechaluz in den letzten anderthalb Jahren etwa 2200 Menschen nach Erez Israel gegangen sind. 3500 befinden sich auf Hachschara, davon die Hälfte in Deutschland. Jüdische Frauen in Nauheim. Die diesjährige Gesamtvorstandssitzung des Jüd. Frauenbundes erhielt ihr besonderes Gepräge durch die Verbindung mit einer Lernzeit, welche die Mittelstelle für Jüdische Erwachsenenbildung den Mitgliedern des Gesamtvorstands und einer Anzahl interessierter Frauen aus den einzelnen Ortsgruppen vom 4. bis 6. Oktober in Bad Nauheim veranstaltete. Der ernsthafte Versuch, einem Kreis von etwa 60 Lernfreudigen, bisher vor allem in der jüdischen Wohlfahrtsarbeit bewährten Frauen Zugang zu jüdischem Schrifttum und jüdischer Gesetzeskunde zu vermitteln, war schon in der Wahl der Themen glücklich gelöst. Die Interpretation dreier Bibelstellen, in denen altjüdische Mütterweisheit profetischer Inspiration gewürdigt wurde: Deboralied. Gebet der Hanna, Spruch der Frau aus Thekoa waren die Texte, durch welche Professor Buber in mehreren Lernstunden den Hörerinnen Begriff von der Tiefe und Unantastbarkeit biblischer Diktion zu vermitteln suchte. Dr, Ernst Simon gab eine pädagogisch meisterhafte Darstellung der Ableitung des jüdischen Gesetzes aus dem Wortlaut der Thora bis zu seiner Kodifikation im Schulchan Aruch und ging dann speziell auf jüdisches Eherecht und Ehegesetze ein. Der Sabbat, dem das Jüd. Frauenheim Nauheim, das die Tagung und Gäste beherbergte, die würdige Jüdische Atmosphäre gab, wird allen Teilnehmerinnen im Gedächtnis bleiben. .Der Sonntag brachte eine reiche, stramm durchgeführte Tagesordnung, welche die Fülle der vom Frauenbund geleisteten Arbeit und sein ernstes Bemühen um die Lösung der heute brennendsten Probleme der Berufsausbildung und Umschichtung bewies. Ein in diesen Tagen erschienener Werbeprospekt wir d Interessenten einen Überblick über das bisher vom Frauenbund Geleistete geben. Die Teilnehmerinnen schieden voneinander mit dem Wissen um viel neue Aufgaben und um ein starkes Erlebnis der Gemeinschaft, welches jüdische Lehre, Frauentum und Arbeit geschaffen hat. B. F. Zum Tode von Rabbiner Dr. Felix Goldmann, Leipzig. Im 53. Lebensjahre verschied Gemeinderabbiner Dr. Felix Goldmann in Leipzig. Der Verstorbene gehörte zu den führenden Persönlichkeiten des religiösen Liberalismus. Demnächst wird von ihm eine soeben vollendete Schrift „Deutschjüdische Existenz heute" erscheinen. Aus der Gemeinde München Zum Heimgang von Justizrat Julius Heilbronner und Justizrat Dr. Ellinger In der Nacht vom 27. zum 28. September entschlief in München im Alter von 62 Jahren Justizrat Julius Heilbronner. Der Heimgegangene hat mehr als ein Jahrzehnt den Körperschaften der Kultusgemeinde München, zuletzt als stellvertretender Vorsitzender der Gemeindevertretung angehört und sich um das Gemeinwesen große Verdienste erworben. In der C.-V.-Zeitung widmet Ludwig Holländer „dem Freunde und Kollegen" einen tief empfundenen Nachruf; an derselben Stelle stattet Dr. Werner Cahnmann dem Heimgegangenen den „Dank der Jugend" ab. Im selben Sinne waren die Ansprachen am Sonntag, den 30. September, bei der Beerdigung gehalten. Gleichzeitig gibt der Vorstand der Kultusgemeinde davon Kenntnis, daß fast zur selben Stunde wie sein Kollege auch Herr Justizrat Dr. Ellinger von kurzer, aber schwerer Krankheit durch den Tod erlöst worden ist. Er war zuletzt im Ausschuß für Hilfe und Aufbau für das Gemeinwohl tätig und jeder Zeit ein treuer Freund der Gemeinde. Durch sein Hinscheiden wurde vor allem Frau Hermine Ellinger, Mitglied der Gemeindevertretung, in tiefe Trauer versetzt. Die Gemeinde München wird den Heimgegangenen ein ehrendes Andenken bewahren. Hebräische Sprachkurse in München Zu den bereits bestehenden Kursen sind in diesem Monat zwei neue hinzugekommen. Der erste ist ein Kinderkurs für Fortgeschrittene, der zweite ist ein Anfängerkurs für Erwachsene. Ferner beabsichtigen wir, einen Kinderkurs für Anfänger in den nächsten Tagen neu einzurichten. Es bestehen also jetzt nachfolgende Kurse. (Fortsetzung Seite 427.) M. & J. Ambrunn jetzt Theatiiicrstrnssc il Elegante Herrenschneiderei u. Tuchhandlung

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