Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 17 (1.9.1934)
- Date
- 1934-09-01
- Page
- Seite 356 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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356 Baj'erische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 17 M. §ILBEBTH1Ü «& CO. KAUFINGEKSTRASSE 10 Das Haus für hübsche Geschenke in Uhren Schmuck Silberwaren IRIF 1 ^-cidisbund jüd. Frontsoldaten Ortsgruppen München und Augsburg e.V. Trauerfeier Infolge der Urlaubsverhältnisse war es nicht möglich, unmittelbar nach dem Ableben des Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg eine Trauerfeier abzuhalten. Der Frontbund hält es aber für seine Pflicht, des Mannes zu gedenken, der im Weltkrieg unser Führer gewesen ist und in den letzten Jahren die Geschicke des Reiches geleitet hat. Es findet daher am Sonntag, 2. September 1934, vormittags 10 Uhr in der Synagoge eine Trauergedenkfeier statt. Ich erwarte, daß kein Kamerad bei dieser Feier fehlen wird. Die Kameraden versammeln sich um 9% Uhr im Hofe der Synagoge, von wo aus sie geschlossen das Gotteshaus betreten. Anzug: Schwarzer Anzug und Zylinder oder schwarzer Hut. Dr. B r e t z f e 1 d e r. Kameradschaftsabende Die Kameradschaftsabende finden am Mittwoch, 5., und Montag. 17. September statt. Da nunmehr die Kameraden wieder aus Urlaub zurück sein werden, muß jeder Kamerad es für seine Pflicht halten, die Abende regelmäßig zu besuchen. Zusammenhalt ist unbedingt erforderlich. Büdierschau Manfred Sturmann: Wunder der Erde. Gedichte. Hesse &. Becker-Verlag, Leipzig 1934. Ein jüdisches Buch? Ein Beurteiler, der um des Dichters Abstammung nicht wüßte, würde diese Verse unbedingt der Gattung: Poesie des Bodens und der Scholle einreihen. Dagegen würde der jüdische Betrachter vergebens nach ausgesprochen jüdischen Zügen in diesen Gedichten suchen. Diese Fragestellung entscheidet natürlich nichts 'über Wert oder Unwert. Es wäre ein zu billiges Vergnügen, an Sturmanns Lyrik zu zeigen, daß auch der Jude naturvertraut und heimatverbunden sein kann. Sturmanns Gedichte sind so bayerisch wie die des Juden Walter Heymann ostpreußisch sind. Sturmanns Landschaftverbundenheit ist so tief, daß er in den „Wundern der Erde" ein „Osterlied" singen und mit den Versen schließen kann: „Und alle Quellen geh'n zu Tal, Und alle Schwingen sind entspannt. Und Gottes Finger kerbt das Mal Der Auferstehung in das Land." Wichtig ist die Erkenntnis, die das Buch „Wunder der Erde" vermittelt: daß das Jüdisch-Sein in der Kunst ebensowenig ein Akt es Wollens ist wie das Deutsch-Sein — da Sturmann jude ist, bestimmen diese bayerischen, diese deutschen Verse Sturmanns das Antlitz der jüdischen Kunst mit wie dos antike Erbe in Hölderlins Oden oder der orientalische Mythos in Nietzsches „Zarathustra" das Wesen des deutschen Geistes. Will man nicht so weit gehen, daß man eine jüdische Literatur nur im hebräischen Sprachraum für möglich hält, so muß man sich fragen, was jüdischer sei, die Prosa Franz Kafkas, die nicht vom Judentum handelt und aus den Tiefen jüdischer Theologie schöpft, oder die Dramatik Beer-Hofmanns, die in der jüdisch-nationalen Stoffwelt lebt und auf deutsche Dramenzyklen gegründet ist, beides deutsche Sprachkunstwerke und jüdische Schöpfungen von höchstem Rang. Oder aber ist das jüdische Schrifttum deutscher Zunge eine Grenzlanddichtung des Geistes wie das jiddische einer der Sprache? Hat nicht Ludwig Strauß die jüdische Legende „Der Reiter" gedichtet und die deutschen „Rufe aus der Zeit", und der zionsgläubige Arno Nadel gar einmal eine „Brunhild" geschrieben? Vielleicht steht auch der jüdische Dichter zwischen zwei Volkstümern, wie der Elsässer Rene Schickele? Während Sturmann, der in den „Erben" noch einen ganzen Zyklus biblischer Themen brachte („Psalm der Schöpfung", „Noah", „Legende um Rebbekka", „Kain", „Hiob", „Simson", „Der junge David"), ist in seinem neuen Buch nur an einer einzigen Stelle das Wort ..Sabbat" ausgesprochen, allerdings durch das Thema 'der Sonettreihe („Die Schöpfung") mitbestimmt, doch irgendwie sinnvoll und sinnbildlich in der allerletzten Zeile — wie ein Bekenntnis „Judaeus sum!" Diese Neuerscheinung verdiente, daß man die lyrische Schönheit dieser Gedichte auch im einzelnen würdigte. Aber keine Leistung im jüdischen Raum steht heute für sich, und deshalb ergab sich der Problemkreis, den wir hier angeschnitten haben, geradezu aus der Zeit. Lutz Weltmann. Berichtigung: In der letzten Nummer unseres Blattes (Nr. 16 vom 15. 8.) muß es auf Seite 1 Zeile 12 heißen: genialer Feldherr. Geschäftliches Herr Monheit, der bisherige Geschäftsführer der Ewer-Buchhandlung, München, Ottostraße 2, ist ausgeschieden, um sich für andere Unternehmungen frei zu machen. Die nunmehrigen Geschäfstführer sind: Ida Dormitzer, Buchhändlerin (Nürnberg) und Luise Bing (München), welche das Geschäft unverändert mit den bisherigen bewährten Kräften weiterführen und sich durch reichhaltigste Sortierung des Lagers bemühen werden, die Wünsche der verehrlichen Kundschaft in promptester Weise zu erfüllen. 3 Vorzüge meiner Kauk. Nttßb.- Speisezimmer Formschönheit, Wertarbeit Preiswürdigkeit Neue Modelle! FRFH Sctiwanlfiölcrstr.9 U!■ II nächst Sonnenstrasse Das Haus der sohönen Möbel Alle Sorten Altpapier, Lumpen, Neutuch,Wolle usw. kauft höchstzahlend R.Goldschmidt Baaderstraße 30/1 Gnädige Frau! |,Q |-| ]£ „Der Herrenausstatter" Rosenstraße 5 Das moderne Spezialgeschäft für Hüte und Herrenartikel Handschuhe Kaufen Sie Ihre Wolle nur bei Wo Do Ha WollverMeti / Bindermarkt 18. 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