Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 12 (15.6.1934)
- Date
- 1934-06-15
- Page
- Seite 243 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 12 Bayerische Israelitische Gemeindezeitirag 243 Der Baalschem auf der Fahrt durch die nächtliche Landschaft. Das Gebet des einzelnen ist zu schwach, um auf seinem Weg zu Gott den Dämonen widerstehen zu können, aber das Gemeinschaftsgebet der Gemeinde hat die Kraft, sich zu Gott aufzuschwingen. So gelingt ihr auch beim Baalschem häufig das Wunder fast alltäglich klar zu machen. Wichtiger aber noch, weil es das Schwerste ist: im Alltäglichsten das Gefühl des Wunders zu erwecken. Man wende nicht ein, ein Buch wie der Baalschem verlange gar keine Illustration. Gewiß, das Buch selbst ist voller Bilder; aber uns heute Lebenden, die so weitgehend Augenmenschen sind, mag es nicht immer leicht gelingen, seine Bilder auch klar zu sehen. So werden viele die Illustrationen auch als Führer zum Wort begrüßen. Die aber, die dieses gut und tief kennen, werden gerne neben ihrem eigenen inneren Bild das formvollendetere des bildenden Künstlers genießen. Die geplante Publikation, die die Bilder getrennt vom Text, nur mit ausreichend deutlichen Inhaltsangaben versehen, darbieten soll, läßt Wort und Bild ganz zu ihrem Rechte kommen. (Es muß angemerkt werden, daß die hier beigegebenen Abbildungen in ihrer Kleinheit nur einen sehr unvollkommenen Begriff der Blätter geben, die im Original ca. 30X22 cm groß sind, und in der Buchausgabe nur auf 24X18 verkleinert werden.) Guido Schönberger Eine Mutter bringt ihren Sohn dem Baalschem. daß dieser ihn erziehen möge. Ende der Tage wird der Dämon, „das Böse", machtlos sein vor der Flut der Sie fühlt, daß der Knabe aus einer höheren Welt stammt und will es nicht auf Menschentränen, die nicht verloren gegangen, sondern zusammengeflossen sind sich nehmen, ihn zu erziehen. Die Legende berichtet, daß die Existenz dieses zu einem Meere. Das Leid wird das Böse überwinden. Knaben die zweite Inkarnation einer himmlischen Seele ist, die in einem früheren Leben als Königssohn die Juden erretten durfte, und nun in ärmlichen Verhältnissen wieder geboren, ihr Schicksal erfüllen muß.