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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1934-06-01 · 11 (1.6.1934) · p. Seite 230

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
10 (1934)
Issue
11 (1.6.1934)
Date
1934-06-01
Page
Seite 230 (sequence 10)
Language
German
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230 Bayerische Israelitische Gemeindezeitimg Nr. 11 Schwimmen Mitteilung über Erteilung von Schwimmunterricht, Einteilung von Schwimmriegen und Benützung der Bäder erfolgt am: Mittwoch, 6. Juni 1934, 15 Uhr für Jugend; Mittwoch, 6. Juni 1934, 21 Uhr, für Erwachsene. Zu der Nachmittagbesprechung werden auch die Eltern der Jugendlichen gebeten. gez. Dr. N u ß b a u m. Leichtathletik Leichtathletiktraining für Herren und Damen (getrennt): Jeden Dienstag und Donnerstag ab 19 Uhr am Sportplatz am Kirchenweg. Leitung: Herr Rehfeld. Für Jugendliche von 12—18 Jahren: Jeden Dienstag von 15—18 Uhr ebenda. Leitung Herr Finkel. Anmeldung im Geschäftszimmer. Auskunft für Herren: Herr Kalter, für Damen: Frl. Mendle. Handball Training: Jeden Dienstag ab 19 Uhr am Sportplatz am Kirchenweg. Hokey Trainingsabende: Montag und Donnerstag 18—20 Uhr am Sportplatz für Damen, Herren und Jugendliche. Neuanmeldun- ^ßä 0 j^^&fl HüfC $w^^^§^^^ -Herren-Artikel sind preiswert, modern u. gut München, RosenstraBe 5 HHBBHHBHHHflm gen erwünscht. Anmeldungen bei N. Schwarzhaupt, Schneckenburgerstraße 34, Fernruf 43159. Unfallhilfsdienst Unter sachkundiger Leitung ist beabsichtigt, einen Kurs für Erlernung der ersten Hilfe bei Unfällen einzurichten. Meldungen bei den Abteilungsleitern oder auf der Geschäftsstelle. Es ist zu wünschen, daß möglichst viele Mitglieder (Damen und Herren) von dieser Möglichkeit Gebrauch machen! Bergsteiger und Kletterer Es besteht die Absicht, eine Bergsteiger- und Klettererriege zu bilden. Interessenten melden sich auf der Geschäftsstelle. Aus der Gemeinde Augsburg Der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten Ortsgruppe Augsburg hat mit einer außerordentlich gut besuchten Mitgliederversammlung am 5. Mai 1934 seine Tätigkeit wieder aufgenommen. Die Ortsgruppe legt besonderen Wert darauf, alle jüdischen Frontkämpfer, die dem Bund noch nicht angehören, zu erfassen; auch Kameraden, die im Krieg oder Frieden unter der Waffe gedient haben, jedoch nicht im Feld gestanden sind, können in der Sondergruppe „Altsoldaten" dem Bund beitreten. Freunde des Bundes, welche seine Arbeit unterstützen wollen, ohne selbst Soldaten gewesen zu sein, sind als Förderer erwünscht. Insbesondere werden aber alle Kriegsbeschädigten, auch die Hinterbliebenen von im Krieg Gefallenen, gebeten, in ihrem Interesse sich uns anzuschließen. Kameraden, die Sterbekassen von inzwischen gleichgeschalteten Krieger- oder Kriegsopfer- Verbänden angehört haben, werden aufgefordert, zur Aufrechterhaltung ihrer Ansprüche ihre Interessen durch den R.J.F. wahrnehmen zu lassen. Meldungen an eines der nachstehenden Vorstandsmitglieder, welche auch zu allen weiteren Aufschlüssen bereit sind, erbeten. Alex Wormser, Augsburg, Gabelsbergerstr. 3, 1. Vorsitzender. Dipl.-Ing. Fritz Sänger, Augsburg, Haunstetterstr. 19, 2. Vors. Fritz Farnbacher, Augsburg, Hochfeldstr. 31, Kassier. Ferdinand Stein, Augsburg, Mozartstr. 5%, Schriftführer. Wichtig für alle Kameraden! Jeden ersten Samstag im Monat kameradschaftlicher Abend bei Bollak. Auswärtige Kameraden jederzeit als Gäste erwünscht. Reichsbund jüdischer Frontsoldaten Ortsgruppe Augsburg. Aus bayerischen Gemeinden Pirmasens. Am Sonntag, den 3. Juni, vollendet Herr Oberlehrer A. Michel in geistiger und körperlicher Frische sein 70. Lebensjahr. Fast fünf Jahrzehnte hat der Jubilar als Volksschullehrer in Diensten des bayerischen Staates und der pfälzischen Judenheit gestanden. Vierzig Jahre hindurch bis zu seiner vor vier Jahren erfolgten Pensionierung hat Herr Oberlehrer Michel die hiesige israelitische Volksschule geleitet und zugleich den Dienst des Kantors in der israelitischen Kultusgemeinde versehen. Durch seine gewissenhafte Amtsführung und treueste Pflichterfüllung sowie durch sein würdevolles Auftreten hat er sich die Anerkennung der vorgesetzten Behörden und die höchste Wertschätzung in allen Kreisen der Gemeinde und der Bürgerschaft erworben. Wir wünschen dem verehrten Jubilar noch einen recht langen gesegneten Lebensabend. Aus dem Reiche 900-Jahrfeier der Wormser Synagoge Am 3. Juni 1934 findet in Worms aus Anlaß des 900jährigen Bestehens der Synagoge ein Weihe-Gottesdienst statt. Die Synagoge, eine Stiftung des kinderlosen Ehepaares Jakob und Rahel, ist im Jahre 1034 vollendet worden. Sie spiegelt in ihrem Bau die wechselnden Schicksale der Wormser Gemeinde wider und bildet ein steinernes Dokument für die Verbundenheit der deutschen Juden mit deutschem Boden und deutschem Schicksal. Die Feier findet nur im Kreise der Gemeindemitglieder statt unter Teilnahme des Vorsitzenden der Reichsvertretung der deutschen Juden und einiger Vertreter jüdischer Korporationen. Der Weihe-Gottesdienst wird aus einer von musikalischen Vorträgen umrahmten Festpredigt bestehen. Aus Anlaß dieses denkwürdigen Tages ist eine vom Gemeindevorstand veranlaßte Gedenkschrift erschienen, die sich mit der Geschichte der Gemeinde und der Synagoge Worms befaßt und an der namhafte jüdische Historiker Deutschlands mitgearbeitet haben. Im Geleitwort weist der Vorstand der Wormser Religionsgemeinde darauf hin, daß die Wormser Synagoge die einzige in Deutschland und wohl auch in Europa ist, die vom hohen Mittelalter — die Synagoge wurde 1034 vollendet — bis zur Gegenwart ihrer Bestimmung dient. Als Zeugnis für den ungebrochenen Lebenswillen der jüdischen Religionsgemeinschaft und für den Gottesgeist, der in ihr lebt und wirkt, rage sie aus alter Zeit in die Gegenwart hinein. Einst eine „Mutter in Israel", so heißt es in dem Geleitwort, hat 'unsere Gemeinde in ihrer langen und ereignisreichen Geschichte große und glückliche Tage gesehen, aber mehr noch schwere, schmerzvolle Zeiten heroischen Leidens und bekenntnistreuen Martyriums. Diese große Vergangenheit legt ihr Pflichten auch für die Zukunft auf. Der unterzeichnete Vorstand glaubt, eine dieser Pflichten dadurch erfüllen zu können, daß er trotz der großen Sorgen und Nöten, die über das deutsche Judentum gekommen sind, das Jahr des 900jährigen Bestehens der Synagoge durch Herausgabe einer Denkschrift ehrt und auszeichnet. Das Heft, das durch einen Vorspruch von Rabbiner Dr. Leo Baeck über die Bedeutung des Gotteshauses als Künders bleibender Heimat eingeleitet wird, enthält eine von zahlreichen Illustrationen begleitete Beschreibung der Synagoge aus dem Werke von Richard Krautheimer über „Mittelalterliche Synagogen", einen Aufsatz des Nürnberger Rabbiners Dr. Max Freudenthal über die Eigenart der Wormser Gemeinde, die unter Ablehnung französischer und östlicher Einflüsse frühzeitig einen eigenen deutschen Ritus ausbildete; Rabbiner Dr. Max Dienemann schreibt über „Die Geschichte der Einzelgemeinde"; die Rechtsstellung der Wormser Juden im Mittelalter behandelt Dr. Guido Kisch. der Kölner Rabbiner Dr. Adolf Kober hat einen Aufsatz „Die deutschen Kaiser und die deutschen Juden" beigesteuert, Prof. Ismar Ellbogen schildert Wir-

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