Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 9 (1.5.1934)
- Date
- 1934-05-01
- Page
- Seite 186 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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186 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 9 Aus der Gemeinde München Hebräische Sprachkurse Wir haben im letzten Jahre einen machtvollen Umschwung in unserem Denken und Fühlen miterlebt. Wir sind den alten Kulturgütern, unserer Geschichte und Literatur nähergetreten. Dadurch hat auch das Hebräischlernen eine erhöhte Bedeutung gewonnen, zumal für diejenigen, die jetzt oder später nach Erez Israel zu gehen beabsichtigen. Es ist — abgesehen von den religiösen und ideellen Gründen — für die Eingliederung, in den Jischuw und Ihre materielle Existenz unumgängliche Voraussetzung geworden. Wir haben den hebräischen Unterricht in verstärktem Umfang aufgenommen. Es ist beabsichtigt, in diesem Sommer den Unterricht morgens und abends durchzuführen. Somit ergibt sich Gelegenheit, noch weitere Schüler in die bestehenden Kurse aufzunehmen und im Bedarfsfall neue Anfängerkurse anzugliedern. Wir erwarten rechtzahlreiche Anmeldungen, die von Montag bis Freitag zwischen 10—12 Uhr und Sonntags vorm. zwischen 8—10 Uhr unter Telefon Nr. 2 97505 entgegengenommen werden. Ein endgültiger Stundenplan wird demnächst in diesem Blatt bekannt gegeben. Die Kursgebühren betragen im Monat: Für Erwachsene bei lmal wöchentl. VA Stunden RM. 4.— Für Erwachsene bei 2mal wöchentl. je 1 Stunde RM. 5.— Für Kinder bei lmal wöchentl. 1 Stunde RM. 2.— Für Kinder bei 2mal wöchentl. je 1 Stunde RM. 3.— Bei Geschwistern wird das Honorar entsprechend reduziert. Fragen über Ermäßigungen und Sonstiges wolle man schriftlich an das Komitee der Hebräischen Sprachkurse z. Hd. Herrn Paul Grünbaum, Kaulbachstraße 71, richten. Abschied von Dr. Percikowitsch Herr Dr. phil. Aisik Percikowitsch, der viele Jahre hindurch die hebräischen Sprachkurse in München geleitet hat, siedelt in diesen Tagen nach Palästina über. Hunderte dankbarer Schüler aller Altersschichten bedauern aufrichtig, daß Dr. Percikowitsch, der ein besonders begabter Pädagoge ist, seinen Wohnsitz von München weg verlegt. Einem weiten Kreis über München hinaus brachte das Lehrbuch „Hebräisch", dessen erste Auflage sehr rasch vergriffen war, Kunde vom Können Dr. Percikowitschs; die zweite verbesserte Auflage befindet sich soeben in Vorbereitung. Dr. Percikowitsch, dessen Studiengebiet semitische Philologie ist, hat 1932 in B. Hellers Verlag, München, eine größere wissenschaftliche Arbeit zur arabisch-jüdischen Literatur „Al-Harizi als Übersetzer der Makamen Al-Hariris" veröffentlicht, die in Fachkreisen Aufsehen er- 0en fachen Xut nur von foewenthaC SCHÜTZENSTA. 6 * PAUL GRUNBAUM München, Theatinerstraße 30 DAS SPEZIALGESCHÄFT in preiswerten, besten Herren- und Damenstoffen reiche Auswahl stets neueste Muster regt hat und in diesen Blättern eingehend gewürdigt worden ist. Auch im Münchener Gemeindeleben hat Dr. Percikowitsch verdienstvoll gewirkt: seine besondere Sorge galt dem Hebräischen Klub, der Hebräischen Liederstunde wie auch dem Kreis des „Oneg Schabbat", in welchem er selbst Proben seines hohen Könnens und seiner tiefen Kenntnis jüdischen Kulturgutes abgegeben hat. Weite Kreise der Münchener Gemeinde sagen Dr. A. Percikowitsch beim Abschied herzlichen Dank; in seinen neuen Wirkungskreis begleiten ihn die besten und aufrichtigsten Wünsche. H-L. 80. Geburtstag. Am 3. Mai tritt Frau Elise Maison, die Witwe des in allen Kreisen Münchens bekannten und hochgeschätzten Kommerzienrats, Konsul und Landtagsabgeordneten Maison, die Mutter des Münchene Architekten Hellmut Maison, in das neunte Jahrzehnt ihres Lebens. Frau Maison, die sich ausgezeichneter Gesundheit und Frische erfreut, gelten unsere herzlichen Glückwünsche. Kalender des Jüdischen Frauenbundes Der Jüdische Frauenbund gibt seit 9 Jahren alljährlich einen Kalender heraus, der sich in vielen jüdischen Familien bestens eingeführt hat. Es wird in jedem Jahr ein ganz bestimmtes Thema behandelt; in diesem Jahr beziehen sich Bilder und Texte auf „Das jüdische Buch". Die zahlreichen Abbildungen vermitteln einen Eindruck vom Reichtum jüdischer Buchillustiiation, zurückgehend bis zu den ersten Handschriften und Buchdrucken bis zum modernen jüdischen Buch. Der Kalender wird in sehr guter Ausstattung entweder auf einer Sonnecken-Metallunterlage (die in jedem Jahr wieder verwendbar ist) als Umlegekalender oder als Abreißkalender geliefert. Bis zum 15. Mai werden verbilligte Subskriptionspreise berechnet und zwar 1.50 RM. für den Block (Metallunterlage 1 RM.) und 2 RM. für den Abreißkalender. Nach Schluß der Subskriptionsfrist ist der Kalender nicht mehr beim Jüdischen Frauenbund, Berlin-Chartottenbung, Kantstraße 158, erhältlich, sondern kann erst nach Erscheinen, d. h. etwa im August, durch die jüdischen Buchhandlungen bezogen werden. Der Preis für den Block beträgt dann 1.75 RM-, für den Abreißkalender 2.25 RM. Außer diesem Kalender kündigt der Jüdische Frauenbund in diesem Jahr noch einen Kinderkalender an. Er ist für 6—^jährige Jungen und Mädchen gedacht- Die Kinder werden ihre Freude an 'diesem Kalender haben, denn in zwölf, teils farbigen, teils schwarzen Monatsbildern zeigt er in vielfältiger Form, welche jüdischen Begebenheiten die Kinder mit dem Monat verbinden können. Dieser Kalender kostet 1 RM. und ist ebenfalls durch die Geschäftsstelle des Jüdischen Frauenbundes zu bestellen. Beide Kalender können nur hergestellt werden, wenn die genügende Anzahl von Vorbestellungen vorhanden ist. Im vorigen Jahr konnten hunderte von Aufträgen, die nachträglich kamen, nicht mehr befriedigt werden. Im Interesse der Herausgabe des Kalenders, aber vor allem im Interesse der Bezieher wird daher gebeten, die Bestellungen rechtzeitig aufzugeben. Umgehende Bestellungen sind erbeten an Frau Hermine Ell.inger. Aii nmiial 1 e ns tr>a ß e 35i/2, Tel. 31180, nur von 8 — 9 Uhr vormittags. Gemeindliche Sprachkurse (Berichtigung). Der englische Kurs von Fräulein Levyn findet Dienstag und Donnerstag von 8—9 Uhr (nicht Montag und Donnerstag) statt. Der jüdische Kindergarten Herzog-Rudolf-Straße 1/hp., ist täglich Montag mit Freitag von 9—12 Uhr geöffnet. Bei gutem Wetter machen die Kinder u. a. Sand- und Rasenspiele. Anmeldung im Lokal oder bei Frau Alice Jeidel, Wagmüllerstraße 16, Tel 296890- Synagogenchor Die nächste Probe findet, wie bereits angekündigt, am Donnerstag, den 3. Mai 1934, abends 20y2 {8V2) Uhr im Bibliotheksaal des Gemeindehauses statt. Erscheinen ist Pflicht. I. A.: Ernst Mosbacher.