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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1934-04-01 · 7 (1.4.1934) · p. Seite 142

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
10 (1934)
Issue
7 (1.4.1934)
Date
1934-04-01
Page
Seite 142 (sequence 14)
Language
German
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142 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 7 „Unter Bezugnahme auf die Verhandlungen des Ausschusses für das Unterrichtswesen am 17. November v. J. ersuche ich, für den Schulbesuch jüdischer und adventistischer Kinder an den Feiertagen und am Samstag folgende einheitliche Regelung durchzuführen: Die jüdischen Schüler können am Neujahr zwei Tage, am Versöhnungstag einen Tag, am Laubhüttenfest zwei Tage, am Schlußfest zwei Tage, am Passahfest die zwei ersten und die zwei letzten Tage und am Pfingstfest zwei Tage dem Unterricht fern bleiben. An den gewöhnlichen Samstagen können die jüdischen und adventistischen Schüler auf Ansuchen der Erziehungsberechtigten ganz oder für die Stunde des Gottesdienstes vom Schulunterricht befreit werden. Wer hiervon keinen Gebrauch macht, muß am gesamten lehrplanmäßigen Unterricht, auch im Zeichnen, Schreiben, Handarbeit und Werkunterricht teilnehmen. Für die aus derartigen Versäumnissen entstehenden Folgen kann die Schule keine Verantwortung übernehmen." Landesausschüsse des Reichsausschusses der jüdischen Jugendverbände Der Reichsausschuß der jüdischen Jugendverbände teilt mit, daß er bisher folgende Landesausschüsse gegründet hat: 1. Landesausschuß Pommern: Vorsitz: Dr. Ehrlich Mosbach, Stettin, Lindenstraße 30. — 2. Landesausschuß Rhein-Ruhr: Vorsitz: Dr. Julius Herzfeld, Essen, Hansahaus. — 3. Landesausschuß Bayern: Vorsitz: Dr. Hans Teutsch, Nürnberg, Treustr. 7. — 4. Landesausschuß Württemberg: Vorsitz: Dr. Alfred Einstein, Stuttgart, Mitternachtbau. — 5. Landesausschuß Baden: Vorsitz: Dr. Siegwart Wertheimer, Karlsruhe, Kronenstr. 15. — 6. Landesausschuß Hessen und Hessen-Nassau: Vorsitz: Hans Gochsheimer, Frankfurt a. M., Kettenhofweg 128. Weitere Landesausschüsse sind in Bildung begriffen. Ihre Anschriften werden demnächst veröffentlicht werden. Jüdische Familienforschung In nunmehr zehnjähriger Arbeit ist es der Gesellschaft für jüdische Familienforschung gelungen, rund ein halbes Tausend Mitglieder zu gewinnen. Die Veröffentlichungen umfassen bis jetzt 34 Hefte ihrer „Mitteilungen", die überall, wohin sie gelangt sind, in jüdischen wie nichtjüdischen Kreisen, stets regstes Interesse erweckten. Die Ereignisse des letzten Jahres haben 3215/51-c breite, dem Judentum fast entfremdete Schichten, zur Selbstbesinnung und zu einem früher ungeahnten Wiedererwachen des Familiensinns geführt und damit zur Beschäftigung mit der Familiengeschichte und der Familienforschung. Uber alles Erwarten groß ist die Zahl der Stammtafeln, Chroniken und Aufzeichnungen. Mehrere hundert sind schon im Archiv der Gesellschaft zusammengebracht. Es ist aber deren Bestreben, alles lückenlos zu vereinigen, was in den jüdischen Familien vorhanden ist. Bei einer Verflechtung und Versippung der Familien kann genealogische Arbeit nie isoliert von einzelnen betrieben werden, sondern nur in organischer Zusammenarbeit! Die Gesellschaft für jüdische Familienforschung (Berlin W 9, Tirpitzufer 12) bittet daher alle Besitzer von Stammtafeln, Chroniken usw. um Übersendung eines Exemplars. Sie erklärt sich weiter gerne bereit, für Interessenten, die für die Arbeit nicht selber Zeit und Gelegenheit haben, gegen mäßiges Honorar Nachforschungen, sowie die Aufstellung von Vor- oder Nachfahrentafeln zu übernehmen. Übersiedlung jüdischer Jugendlicher nach Palästina Die Jüdische Jugendhilfe e.V. (Berlin-Gharlottenburg, Bleibtreustraße 50) organisiert die Übersiedlung jüdischer Jugendlicher aus Deutschland nach Palästina. Die Palästinaregierung hat vor kurzer Zeit 350 Jugendzertifikate zur Verfügung gestellt, von denen noch etwa 35 frei sind. Die Zertifikate müssen namentlich bis Ende April beantragt werden, während die Alijah erst im Laufe des Jahres vor sich gehen wird. Die Jugendlichen, deren Alter zwischen 15 und 17 Jahren liegen muß, werden in Gruppen in die einzelnen Siedlungen Palästinas geschickt, und dort in der Landwirtschaft, Gärtnerei, Baumschule, Handwerken, Hauswirtschaft. Milchwirtschaft, Geflügelzucht, Bienenzucht und Kinderpflege ausgebildet. Die Ausbildung dauert zwei Jahre. Am Ende dieses Zeitraumes verschafft die Siedlung dem Jugendlichen einen Arbeitsplatz. Die Kosten für Unterhalt und Ausbildung betragen monatlich etwa RM. 50.—. In Einzelfällen kön- £<$' ixe <5orme in bein &eim, tttad?' mit © dfe* rem! Kauft bei unseren Inserenten!

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