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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1934-03-15 · 6 (15.3.1934) · p. Seite 114

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
10 (1934)
Issue
6 (15.3.1934)
Date
1934-03-15
Page
Seite 114 (sequence 10)
Language
German
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114 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 6 Alle Artikel des täglichen Bedarfs gut und billig Ufßtfclder (LmJk.fi. Tnünthtra. mtStotattkä Wündfea. bnXomriat Oratorienchor des Kulturbunds Auf Grund vielfacher Anfragen wird nochmals darauf hingewiesen, daß sich stimmbegabte Damen und Herren aller Altersstufen an dem Chor beteiligen können. Zunächst ist ein biblisches Oratorium von Händel zur Aufführung in Aussicht genommen. Die Leitung des Chores hat Herr Kapellmeister Erich Erck. Die Proben finden jeden Montag abend statt, und zwar vorerst gegetrennt für Damen 8—9 Uhr, für Herrn 9.15—10.15 Uhr im Bibliotheksaal der Gemeinde, Herzog-Max- Straße 7 IL Die erste Probe ist Montag, 19. März. Die Anmeldung neuer Mitglieder kann an den Probeabenden erfolgen. Es wird um pünktliches Erscheinen gebeten. Synagogenkonzert zur Eröffnung des Kulturbunds Der Jüdische Kulturbund in Bayern trat mit einem Konzert in der Synagoge am 4. März zum erstenmal in die Öffentlichkeit und darf mit dieser Probe seines Könnens einen vollen Erfolg verzeichnen. Das Programm war mit Geschick und Geschmack zusammengestellt, bot erste Meisterwerke, ohne den Hörern allzu schwere Kost zuzumuten. Allerdings muß festgestellt werden, daß damit der Kulturbund seiner ausgesprochen jüdischen Aufgabe nicht Rechnung trug, .sondern eben durch die Wahl des Dargebotenen wohl der Uberzeugung NSUhOitGII und Sommer Wir bringen in erlesener Auswahl und unerreichter Preiswürdigkeit Modische Stoffe für Kleider, Kostüme, Komplets, Mäntel, Blusen usw. Wir führen in Wolle u. in Seide alle modernen Gewebe — alle modernen Farben alle modernen Muster In allen Abteilungen Gelegenheitskäufe zu besonders billigen Preisen Muster nach auswärts Versand von Mk 20 — an franko S. Eichengrün & Co., München A Ritter-von-Epp-Platz 21, I. und II. Stock 1 (Promenadeplatz 15) Ausdruck geben wollte, daß, solange es noch keine eigengewachsene jüdische Kunst gibt, die jüdische Kultur innigst mit der des Landes, in dem die Juden leben, und aus dessen Quellen sie ihre geistige Bildung schöpfen, verknüpft, ist und verknüpft sein muß. Diesem Gedanken mochte wohl auch Herr Oberstlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer Ausdruck verleihen, dessen Festrede an anderer Stelle dieses Blattes wiedergegeben ist. Das Streichorchester des Kulturbundes zeigte sich schon bei seinem ersten Auftreten in der Öffentlichkeit auf respektabler Höhe, es spielte klangschön und rhythmisch exakt und verfügt in den Herrn Schapira, Dr. Flehinger und Frl. Müller über ein gut eingespieltes, grundmusikalisches Concertino. Die Ausführung des Händeischen Concerto grosso, sowie des Orgelkonzertes von Händel, in dem übrigens der Orgelpart hervorragend vertreten war, ließ kaum einen Wunsch unerfüllt. Nicht ganz auf gleicher Höhe stand die Solokantate „Non sa che sia dolore" von Bach, der Frl. Irma Stern, die uns von ihrer Tätigkeit an der hiesigen Staatsoper her keine Unbekannte war, ihr schönes, in allen Lagen gutklingendes Organ widmete. War anfangs, wohl infolge Befangenheit, vielleicht auch aus mangelnder Kenntnis der Akustik des Hauses, die Intonation nicht immer tadellos, so entfaltete sich die Stimme immer schöner, so daß namentlich die Schlußarie zu gutem Gelingen gebracht wurde. Das Orchester entledigte sich der schwierigen Aufgabe der Begleitung abgesehen von einigen rhythmischen Schwankungen sehr gut, die Partie der obligaten Violine spielte Herr Alfred Blum klangschön und stilgerecht. Der Kulturbund kann auf den Erfolg seines Eröffnungsabend mit Stolz zurückblicken, aber auch mit Dank an den Leiter des Konzerts, Herrn Kapellmeister Erich Erck, der sich nicht nur als ausgezeichneter Orchesterpädagoge bewährte, sondern auch den Nachweis besonderer Befähigung als Dirigent, begeisterter Interpret und echter Musiker erbrachte. Wollen wir hoffen, daß uns der Kulturbund noch viele ebenso erfreuliche Abende schenken möge, wobei er sicher auch die anderen Zweige der Kunst (Dichtung und darstellende Kunst) zu ihrem Rechte kommen lassen wird, daß er aber auch der jüdischen Seite seiner Aufgabe sich erinnern möge. Der Besuch des Konzertes war ausgezeichnet, das Publikum, dem der Ort laute Beifallskundgebungen verbot, dankbar und sichtlich ergriffen. A. F. Die Amtsräume und die Wohnung des Unterzeichneten werden sich ab 15. März 1934 P et tenkof e,r Straße 37/11 befinden. Sprechstunde (unverändert) von 9 bis 10 Uhr. Fernsprecher (unverändert Nr. 51 0 71. München, im März 1934 Dr. L. Baerwald, Rabbiner. Jüdische Heimgartensiedlung Einige Münchener jüdische Familien erwägen, sich zu einer Heimgarten-Siedlung zusammenzuschließen. Sie gehen dabei von folgenden Gedanken aus: In unserer Zeit ist es besonders wichtig, den Weg zur Natur und der Arbeit in ihr zurückzufinden. Auch den älteren Menschen und Familien mit Kindern soll die Möglichkeit dazu eröffnet werden. Für manche in Wegfall gekommene Ausflugsgelegenheit und die uns nicht mehr zugänglichen Jugendherbergen soll die zu schaffende Siedlung Ersatz bieten. Es besteht die Hoffnung, daß für die Siedlung unter äußerst günstigen Bedingungen ein Grundstück gefunden wird. Alle Gemeindemitglieder, die u.U. sich an der Siedlung, die sowohl für Gemüsewie Blumen-Bau und Liegeplätze Raum geben wird, werden hiermit gebeten, sich baldigst unverbindlich zu wenden an München 22; Schließfach 43. Mit dieser Meldung verbindet sich keinerlei Verpflichtung. Handwerkliche Schulung für unsere Jugend Im Zuge des handwerklichen Umschichtens deutschjüdischer Jugend sind jetzt unter der Führung von Herbert Wolff und Hermann Frank Werkstätten geschaffen worden, in denen fern von spielerischem Dilettantismus handwerkliche Grundbegriffe unter sachkundiger Anleitung vermittelt werden sollen. In erster Linie soll die Jugend, die noch zur Schule

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