Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 5 (1.3.1934)
- Date
- 1934-03-01
- Page
- Seite 81 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Israelitischer Gemeinden: Bekanntmachung über Ersatzwal — Bekanntmachungen der Israel. Kultusgemeinde München: Bekanntmachung über Verteilung von Aussteuer- bzw. Mitgiftbeihilfen aus der Joseph Kronheimerschen Ausstattungsstiftung — Bekanntmachung über Zuteilung einer Aussteuerbeihilfe aus der Regina und Wilhelm Blumgartschen Aussteuerstiftung — Bekanntmachung über Verteilung von Präbenden aus der Jakob und Klara Frommschen Familienstiftung — Bekanntmachung über Mazzoth-Versorgung — Personalia. Die Bibelhandschrift aus dem Sinai-Kloster Das Schicksal des Codex Sinaiticus und seine Bedeutung für die Bibelforschung I. Die griechische Handschrift und die Bedeutung der Septuaginta Die 'Sowjetregierung hat die berühmteste Bibelhandschrift, den Codex Sinaiticus, der aus der ehemaligen kaiserlichen Bibliothek stammt, dem Britischen Museum in London zum Kauf angeboten. Der Kaufpreis beträgt 100 000 Pfund (etwa 1,37 Millionen Mark). An die Öffentlichkeit in England ist nun ein Aufruf gerichtet worden, die Erwerbung der Handschrift durch Zeichnung von Geldbeträgen zu ermöglichen. Dazu hat MacDonald im Unterhaus erklärt, daß die Regierung für jedes von privater Seite gezeichnete Pfund ihrerseits ein Pfund bereitstellen würde. Die kostbare Erwerbung ist hauptsächlich den Bemühungen des weltberühmten Londoner Buchantiauars Maggs Bros, und dem hervorragenden Mitarbeiter dieser Firma und Sachverständigen Dr. M. Ettinghausen, einem ehemaligen hochgeschätzten Mitglied der Münchener jüdischen Gemeinde, im besonderen der engeren Gemeinschaft von Ohel-Jakob, zu danken. Der Codex Sinaiticus, der das Alte Testament nahezu vollständig, das Neue Testament lückenlos, außerdem den Barnabas-Brief und den „Hirten des Hermas", die keine kanonische Geltung haben, enthält, ist im Jahre 1859 im Kloster der Heiligen Katharina auf dem Berge Sinai von dem Leipziger Professor Constantin Tischendorf entdeckt worden. Es ist wahrscheinlich im 4. Jahrhundert entstanden und später mehrfach korrigiert worden. Die Handschrift, die dem Zaren Alexander II. als Geschenk überreicht wurde, ist die vollständigste, die wir besitzen. An Bedeutung kommen ihr nur der Codex Vaticanus in Rom aus dem 4. Jahrhundert (er enthält das ganze Alte Testament und das Neue Testament bis Hebräer- Brief 9,14) und der Codex Alexandrinus im Britischen Museum in London aus dem 5. Jahrhundert (er enthält die ganze Bibel mit Lücken) nahe. An Alter werden allerdings alle drei Codices durch die Septuaginta- Handschriften übertroffen, die der englische Sammler A. ehester Beatty vor zwei Jahren erwarb. Ein großer Teil dieser unschätzbaren Dokumente ist im 2. und 3. nachchristlichen Jahrhundert geschrieben worden. Die Bedeutung der griechischen Übersetzung für unsere Erkenntnis des hebräischen Urtextes kann kaum überschätzt werden. Stammen doch die frühesten uns bekannten Handschriften der griechischen Bibeltexte aus einer Zeit (aus dem 2. nachchristlichen Jahrhundert), die gut fünf Jahrhunderte vor der Entstehungszeit der ersten uns bekannten hebräischen Bibelhandschriften und Fragmente liegt. Wir müssen hier an etwas Altbekanntes erinnern, um die Wichtigkeit der Septuagintaforschung in das richtige Licht zu stellen: Das Alte Testament in hebräischer Sprache ist auf uns hauptsächlich in der Gestalt des textus reeeptus der Masoreten gekommen. Wenn man beispielsweise eine noch so große Anzahl alter hebräischer Bibelhandschrifen miteinander vergleicht, so wird sich dabei immer bis auf ganz wenige unwesentliche Differenzen eine völlige Übereinstimmung ergeben. Dies ist auf die Tätigkeit der Masoreten zurückzuführen, die den Bibeltext nach ihrer Sprechweise und der damaligen Tradition in seinen Lautbestand fixiert haben. Die große Zahl jener Bibelhandschriften, die mit dem masoretischen Wortlaut nicht übereinstimmte, wurde aus dem Gebrauch gezogen und verschwand. In der Septuaginta, der alten jüdischen Ubersetzung der Bibel ins Griechische, besitzen wir eilnen Zeugen für die hebräische Tiöxtgesftalt einer Zeit, die viMe Ja hl r)h-linderte vor dem Einsetzen der Arbeit der Masoreten liegt. Darin liegt eben der besondere Wert der Septuaginta, daß man durch sie untrügliche Rückschlüsse auf die Beschaffenheit des hebräischen Textes etwa des dritten vorchristlichen Jahrhunderts ziehen kann. Die handschriftlichen und methodischen Voraussetzungen für einen solchen Rückschluß können hier nicht dargelegt werden. Meist ist dem Laien noch die folgende einschneidende Entdeckung auf dem Gebiet der Septuaginta-Forschung unbekannt: Origines der 1öD JulfortmtiD in ßapern:tröffnungsfonjett uerlegt auf Sonntag,ijfflän in der Hauptsynagoge (Soli — Orchester — Orgel)