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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1933-10-15 · Würzburger Nachrichtenblatt Nr. 3 (15.10.1933) · p. Seite 10

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
9 (1933)
Issue
Würzburger Nachrichtenblatt Nr. 3 (15.10.1933)
Date
1933-10-15
Page
Seite 10 (sequence 2)
Language
German
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10 Würzburger Nachrichtenblatt Nr. 3 Zur Beachtung dringend empfohlen Geschäftsanzeigen sind gerade in jetziger Zeit von großer Bedeutung. Sie sagen dem Leser, wo man ihn gerne sieht. Mit Sonderangebot für Inserate steht, Ihnen die Geschäftsstelle Würzbufg zu den ermäßigten Preisen des „Werbetarifs" gerne, zu Diensten. Fordern Sie — telefonisch unter Buxbaum 46 45 — die billigsten Sätze oder geben Sie bitte Gelegenheit zu einer baldigen persönlichen Rücksprache. Das Hauptblatt der Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung, bleibt »in unveränderter Form bestehen. Die Würzburger Sonder-Ausgabe ist nur als Zusatz gedacht und soll in dieser Form -rgenügende Abounentenzahl vorausgesetzt — regelmäßig zweimal im Monat erscheinen. Politik wird auch in der Würzburger Sonder-Ausgabe nicht getrieben werden. Wir bringen im Würzburger Teil nur das, was für Würzburg Interesse hat und was das Wohl und Wehe, was Leiden und Freuden der Gemeinde in sich schließt und alles, was sonst mit der gegenwärtigen und zukünftigen Entwicklung der Gemeinde zusammenhängt. Mit vorzüglicher Hochachtung Verlag der Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung Die Geschäftsstelle Würzburg . Israelitischer Kinderhort (Forchheimer-Fond). In den Räumen des Horts fand am Mittwoch, den 27. September, zu Ehren der nach Leipzig übersiedelnden I. Vorsitzenden, Frau Kommerzienrat Rosenthal, eine Abschiedsfeier statt. Nach einigen wohlgelunigenen Vorträgen der Kinder begrüßte die II. Vorsitzeride, Frau Ignaz Rindskopf,, die Erschienenen und gab der Anerkennung und dem Dank des Vereins an die nach 25jährigem segensreichen Wirken scheidende Mitbegründerin und Vorsitzende tiefgefühlten Ausdruck und überreichte derselben die Urkunde mit ihrer Ernennung zur Ehrenvorsitzenden des Vereins. Herr Rabbiner Dr. Hanover sptaui seinen Dank für treue Mitarbeit bei der Wohlfahrtszentrale aus, die Herr Kommerzienrat Rosenthal s. A. mitbegründet und vie'e Jahre geleitet hatte. Im Namen der Kultüsgemeinde sprach Herr Vorstand Randskopf, als frühere langjährige Leiterin des Horts, Frau Lina Rosen bäum, für die Vorstandschaft des Israelitischen Frauenvereins dessen Vorsitzende Frau Dr. ForcJiheimer und für die Frankenloge Herr A. Riesenfeld. Nachdem noch Frau Flora Buxbaum für die ihrem — infolge einer Reise abwesenden —.Gatten von der II. Vorsitzenden des Vereins Kinderhort gewidmeten Worte liebenswürdiger Anerkennung für seine 23jährige Mitarbeit als Kassier herzlich gedankt hatte, ergriff die Gefeierte selbst das Wort, um bewegt für die erwiesene Aufmerksamkeit, Liebe und Ehre zu danken. * Der Verein „Israelitischer Kinderhort" (Forchheimer-Fond) wurde den damaligen Erfordernissen der Zeit entsprechend im Jahr 1908 zu Erinnerung an das segensreiche Wirken des Herrn Levi Forchheimer s. A. begründet. Gründer waren: Frau Kommerzienrat Rosenthal, Frau Rahel Wolff, Rechtsanwalt Dr. Karl Rosenthal und Hermann Buxbaum. Von den weiteren Mitbegründern sind in der Zwischenzeit heimgegangen:: Frau Max Kaufmann und Arzt Dr. Riesenfeld. Ihr Andenken sei gesegnet! In aller Kürze In der Auslegung verschiedener Verordnungen hinsichtlich des Anwaltsstandes war seit Monaten eine gewisse Unsicherheit nicht zu verkennen, gingen ja manche Ratsuchende eine Zeitlang zu ihrem alten jüdischen Anwalt mit der bangen Frage auf den Lippen, welchem arischen Kollegen er diese oder jene Prozeßakten zuzustellen vorschlage.... Eine Anfangs Oktober erschienene Regierungsverordnung macht nun dieser Unklarheit erfreulicherweise ein Ende. Wir geben sie im Wortlaut wieder: „Jeder Rechtsanwalt und Patentanwalt, der auf Grund der Gesetze vorn 7. und 22. April 1933 in seinem Beruf verblieben ist, bleibt nicht nur im vollen Genuß seiner Berufsrechte, sondern hat auch Anspruch auf die Achtung, die ihm als Angehörigen seiner Standesgemeinschaft zukommt. Kein Rechtsanwalt oder Patentanwalt darf in der gesetzmäßigen Ausübung seines Berufes gehindert oder beeinträchtigt werden. * Am 1. Oktober feierte Herr Benno Seckbach in aller Stille sein 25jähriges Jubiläum als Beamter der „Israelitischen Bruderschaft". Wir möchten diesen Tag der Erinnerung für diesen gewissenhaften Beamten nicht ohne die besten Wünsche für ihn und seine Familie vorübergehen lassen. Aus Anlaß seines 25jährigen Jubiläums als Gemeindebeamter kennzeichnete ein witziger Herr seine Tätigkeit mit den Worten: „Herr Seckbach mächt alles." Wir möchten dem hinzufügen: „Herr Seckbach kann auch alles" und glauben mit diesen beiden Zitaten die beste Kennzeichnung seiner ganzen Persönlichkeit ausgesprochen zu haben. Ehrende Ernennung. Unserem langjährigen Beamten, Herrn A. Niederlaiid, der sich im wohlverdienten Ruhestand befindet, wurde anläßlich mehrerer Konferenzen über von ihm gelöste schwierige halachische Fragen seitens eines litauischen Oberrabbiners der Morenu-Titel (rabbinische Befähigung) verliehen. * Eine wohlgelungene photographische Aufnahme, welche den Gouverneur des Staates New York, Herrn Herbert Lehman, unseren aus der israelitischen Gemeinde Rimpar stammenden Landsmann, in Gesellschaft von Familie Roosevelt zeigt, machte kürzlich in Würzburg die Runde. Auf dem Bilde sind die beiden höchsten Vertreter der Vereinigten Staaten mit ihren Gattinnen zu sehen. Frau H. Lehman schenkt eben dem Präsidenten Roosevelt Tee ein und Gouverneur Lehman plaudert währenddem mit Mrs. Roosevelt, der man an den Höben Zügen absehen kann, mit welcher Freude sie die Einladung zu einer gemütlichen Tasse Tee „bei Lehmans" angenommen hat.:.. In Höchberg feierte Studienlehrer Emanuel Eldod im engsten Kreise seiner Familie seinen 70. Geburtstag. Der Jubilar ist 1863 in Höchberg geboren, absolvierte 1882 an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt Würzbürg und nahm dann eine Lehrerstelle in Oberthulba an, die er im darauffolgenden Jahr mit einer Stelle als Aushilfslehrer an der Schule in Halberstadt verauschte. Dort hatte er auch Gelegenheit, bei Rabbiner Dr. Auerbach zu „lernen" und sich sein großes talmudisches Wissen anzueignen. Im Jahr 1887 nahm Eldod eine Stelle als Lehrer an der Bürgerschule in Fürth an und kehrte 1895 als Lehrer an die Präparandenschule nach Höchberg zurück, wo er bis zu seiner Pensionierung in segensreicher Weise tätig war. Wer Emanuel Eldod in seinem tiefen Wissen und seiner tiefen G'ttesfurcht kennt, muß ihn achten und hochschätzen. Mögen ihm noch viele Jahre in frommem und edlen Wirken vergönnt sein. * Aus einem Londoner Brief ... Über meinen Jörn Kippur will ich Euch genau berichten: Nach einer freundschaftlichen Unterhaltung mit unserer Köchin, die Diktatorenrechte hat, gabs sowohl am Vorabend wie zum Anbeißen ein fabelhaftes Essen. Es hat beinahe wie daheim geschmeckt und ich habe sozusagen gefastet. Der G'ttesdienst war recht feierlich und schön und — zu meiner Schande und Eurer Freude will ich es. gestehen — bei Kolnidrej habe ich zu flennen angefangen. Es war auch zu sonderbar, so fern von daheim die gleichen Melodien und gleichen Worte zu hören, die in derselben Minute Euer Oberkan-

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