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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1933-10-01 · Würzburger Nachrichtenblatt Nr. 2 (1.10.1933) · p. Seite 6

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
9 (1933)
Issue
Würzburger Nachrichtenblatt Nr. 2 (1.10.1933)
Date
1933-10-01
Page
Seite 6 (sequence 2)
Language
German
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6 -Würzburger Nachrichtenblatt Nr. 2 Zum Gedächtnis Am Dienstag, dem 5. September 1933, ist nach längerer Krankheit Herr Lehrer Hermann Rosenbaum im Alter von fast 80 Jahren in die Welt der Wahrheit hinübergeschlummert Mehr als 39 Jahre wirkte er als Lehrer in der Mittelfränkischen Gemeinde Berolzheim als Religionslehrer, und war danach weitere zehn Jahre in Veitshöchheim in gleicher Eigenschaft tätig. Pünktlichkeit, Ordnungsliebe, Pflichteifer und Pflichtbewußtsein kennzeichneten seinen Charakter. Musikalische und namentlich gesanglich feine Begabung, wie überhaupt kantoralische Befähigung, machten ihn zum beliebten Kantor seiner Gemeinden. Treue Fürsorge, innige Liebe verband ihn mit seiner ihm 1907 bereits in den Tod vorangegangenen Gattin Frau Mina, geb. Herz, und seinem einzigen Sohn Herrn David Rosenbaum von hier, in dessen Behausung er seinen Lebensabend in Ruhe und Frieden, umgeben von der sorglichen Pflege seiner aufopfernden Schwiegertochter, verbrachte. Seit seiner Anwesenheit in Würzburg (1909) versäumte er bis vor kurzem keinen Werk- und Feiertagsgottesdienst. Er war der erste und letzte im Gotteshaus. Sein glänzender Witz und gesunder Humor machten ihn zum gern gewollten Gesellschafter. Während des Weltkrieges war er ohne Unterbrechung bei der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz, deren Mitglied er war, unermüdlich tätig und erhielt dank seiner Verdienste das Ludwigskreuz und den Sanitätsorden. Seine Beerdigung gestaltete sich zu einer imposanten Trauerkundgebung. Neben zahlreichen Amtskollegen und einem großen Teil der hiesigen Kultusgemeinde sah man die Vertreter der Gemeinden, in denen er früher amtierte, um ihm die letzte Ehre zu erweisen. Herr Bezirksrabbiner Dr. Hanover wußte in tief empfundenen Worten das inhaltsreiche Leben des Verklärten zu würdigen. Segen seinem Andenken! Im Alter von 72 Jahren verschied am 17. d. M. nach längerem Leiden Herr Sigmund Rosenbusch nach einem arbeitsreichen Leben. Er gehörte zu den Menschen, die nicht gerne hervortreten, sondern die es vorziehen, ihr Glück im eigenen Kreise und im stillen Wohltun gegenüber Armen und Bedrückten zu finden. Herr Rabb. Dr. Hanover würdigte mit warmen Worten sein religiöses Gemüt, seine friedfertige Güte, seine Menschenliebe und sein mildes zurückhaltendes Urteil über die Nebenmenschen. Der Heimgegangene wird nicht nur im Kreise seiner Familie und seiner Verwandten, sondern weit darüber hinaus in der ganzen Gemeinde eine Lücke hinterlassen. Er ruhe in Frieden! B. Am 14. September 1933 beklagte unsere Gemeinde den Tod ihres Mitgliedes, Herrn Simon Kleemann, der nach längerem Krankenlager im Alter von 72 Jahren das Zeitliche segnete. Im Jahre 1891 ließ er sich hier als Kaufmann nieder und verstand es, im Schweiße seines Angesichtes sein Brot zu verdienen. Wenn das Wort jüdischer Weisen, nach welchen Guttaten und Wahrhaftigkeit die schönsten Kinder der Menschheit darstellen, irgendwie angewendet werden kann, so ist dies bei Simon Kleemann der Fall, dem Kindersegen nicht vergönnt war. Treu war er seinem Gotte ergeben und mit Liebe und Zähigkeit hing er an seinem Judentum. Allgemeine Teilnahme zeigte sich sowohl bei der Beerdigung als auch während der Trauertage beim Besuch seiner in tiefer Trauer hinterbliebenen Gattin. E. * Am Sonntag, den 24. September 1933, am Tage der Trauer Israels um.den Verlust des frommen Statthalters Gedaljah, zog doppelte Trauer ein in das Heim des Herrn Direktors a. D. Jos. Alban durch das Ableben seiner Gattin Frau Johanna geb. Hartmann. Sie war einem guten jüdischen Elternhause aus Danzig entstammt und verlebte mit ihrem Gatten eine mehr als 20jährige vorbildliche Ehe. Seit längerer Zeit war sie von einem tückischen Leiden erfaßt, von dem sie nun durch den Tod erlöst wurde. Herzliche Teilnahme wendet sich ihrem Gatten zu, der sowohl durch seine geachtete frühere Stellung, sowie auch durch seine Lebensführung sich allgemeine Zuneigung erworben hat. E. Lehrvoriräge Herr Rabb. Dr. Hanover: Allsabbatlich nach Minchah bzw. nach dem Jugend-Gottesdienst Bibrastraße 17. Herr Dr. Auerbach: Allsabbatlich 16 Uhr Domerschulstr. 19. Herr Lehrer Roberg: Sonntags 11 Uhr Domerschulstr. 19. Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft für Beratung und Wirtschaftshilfe, Würzburg Sprechstunden: Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag 11—1 Uhr Kettengasse (Sitzungssaal). Gesucht werden einige Maschinenstrickerinnen. Auch ist für junge Mädchen Gelegenheit geboten, das Maschinenstricken zu erlernen. Gesucht sind ferner einige Hausgehilfinnen. Wir machen auf den in unserem Büro aufliegenden Zimmernachweis aufmerksam. In aller Kürze An der hebräischen Universität in Jerusalem mußten infolge des starken Andrangs eine Anzahl der Institute ausgebaut und vergrößert werden. Professor Dr. Hugo Sinzheimer-Frankfurt a. M., den bekanntlich nahe verwandtschaftliche Beziehungen mit Würzburg verbinden, erhielt einen Ruf an die Universität in Leyden-Amsterdam. Der Gelehrte, der sich auch als Anwalt einen berühmten Namen in Deutschland erworben hatte, ist bereits nach seinem neuen Wirkungskreis übergesiedelt. * Nach der bei der Salamander-Gesellschaft erfolgten Gleichschaltung ist nun auch der Begründer der C. Tack AG. Schuhfabrik, Berlin-Magdeburg, Konsul Moritz Krojanker, einer der besten „Schuhköpfe" Deutschlands, aus der Gesellschaft ausgeschieden. Das Unternehmen hat eine große Anzahl von Filialen und beschäftigt demgemäß ein Heer von Arbeitern und Angestellten. Diese haben es sich nicht nehmen lassen, ihrem Chef aus Anlaß seines Scheidens eine Dank- und Erinnerungsadresse zu überreichen und in derselben besonders auf die hohen sozialen Leistungen Konsul Krojankers hinzuweisen. Zur Beachtung dringend empfohlen Geschäftsanzeigen sind gerade in jetziger Zeit von großer Bedeutung. Sie sagen dem Leser, wo man ihn gerne sieht. Mit Sonderangebot für Inserate steht Ihnen die Geschäftsstelle Würzburg zu den ermäßigten Preisen des „Werbetarifs" gerne zu Diensten. Fordern Sie — telefonisch unter Buxbaum 46 45 — die billigsten Sätze oder geben Sie bitte Gelegenheit zu einer baldigen persönlichen Rücksprache. * * Diese Nachrichten wollen keinen Anspruch darauf machen, als selbständige Zeitung betrachtet zu werden, sie lehnen sich lediglich mit eigenem Nachrichtenstoff an das Hauptblatt an. Das Hauptblatt bleibt in unveränderter Form bestehen. Die Würzburger Sonder-Ausgabe ist nur als Zusatz gedacht und soll in dieser Form — genügende Abonnentenzahl vorausgesetzt — regelmäßig zweimal im Monat erscheinen. Politik wird auch in der Würzburger Sonder-Ausgabe nicht getrieben werden. Wir bringen im Würzburger Teil nur das, was für Würzburg Interesse hat und was das Wohl und Wehe, was Leiden und Freuden der Gemeinde in sich schließt und alles, was sonst mit der gegenwärtigen und zukünftigen-Entwicklung der Gemeinde zusammenhängt. Mit vorzüglicher "Hochachtung Verlag der Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung Die Geschäftsstelle Würzburg

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