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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1933-07-15 · 14 (15.7.1933) · p. Seite 216

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
9 (1933)
Issue
14 (15.7.1933)
Date
1933-07-15
Page
Seite 216 (sequence 8)
Language
German
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216 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 14 Alle Artikel des täglichen Bedarfs gut und billig Umfelder Cmbf/ Jflünd/en. im Korairtal Aus der jüdischen Weif der Gegenwarf Dr. David Feuchtwang Oberrabbiner von Wien Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Wien hat mit Stimmeneinhelligkeit beschlossen, den Gemeinderabbiner Dr. David Feuchtwang zum Oberrabbiner von Wien zu ernennen. Dr. Feuchtwang wurde 1864 in Nikolsburg (Mähren) geboren, absolvierte das Rabbinerseminar in Berlin, studierte an den Universtiäten Berlin und Wien und erwarb das Doktorat der philosophischen Fakultät der Wiener Universität. Seit 1903 wirkt er in Wien als Gemeinderabbiner und Inspektor für den jüdischen Religionsunterricht an den Wiener Mittelschulen. Er ist Dozent am jüdischen Lehrerseminar und Mitredakteur der „Monumenta Judaica". Seit dem Tode des früheren Wiener Oberrabbiners Dr. H. P. Chajes im Jahre 1927 war Dr. Feuchtwang provisorisch mit der Leitung des Wiener Oberrabbinats betraut. Er hat sechs Bände Kanzelreden, eine Reihe von Studien auf judaistischem Gebiet und ein Werk über das holländische Judentum veröffentlicht. Als Kanzelredner weiß er tiefe Wirkungen zu erzielen. „Schwuß Jisroel", ein neuer Verein für den Aufbau Palästinas auf jüdisch-traditioneller Grundlage Unter dem Namen „Schwuß Jisroel" wurde ein neuer Verein zum Aufbau Palästinas auf jüdisch-traditioneller Grundlage gegründet, der Juden, die nach Palästina auswandern und am Aufbau des Landes nach den Grundsätzen der Thora mitwirken wollen, ohne Unterschied ihrer Parteizugehörigkeit organisieren will. In Frankfurt und einigen anderen Orten wurden Lokalorganisationen geschaffen. In einer in Mannheim abgehaltenen Versammlung referierten die Herren B. Krymfuß und Rabbiner Moses Karpel über die Vereinsziele. In der Aussprache ergriff auch Rabbiner Dr. Unna das Wort. Er erklärte, wer nach Palästina gehe, dürfe dieses Land nicht bloß als Asyl und Stätte zum Aufba einer wirtschaftlichen Existenz.betrachten, sondern müsse von dem Bewußtsein erfüllt sein, daß im Heiligen Lande die Vorschriften der Thora mit besonderer Gewissenhaftigkeit erfüllt, insbesondere die Vorschriften der Sabbathheiligung besonders streng beachtett werden müßten. Das Sekretariat des Vereins „Schwuß Jisroel" (R.-A. Martin Katz, Frankfurt a. M., Schäfergasse 33) ersucht Personen, die ihre Niederlassung in Palästina im Rahmen der Schwuß Jisroel- Aktion anstreben, bis zum 25. Juli Angaben über bisherigen Beruf, landwirtschaftliche oder handwerkliche Kenntnisse, Zahl, Schi r mef Garten u. Balkonsehirme Eigene Fabrikation / Reparaturen und Neubeziehen / Braune Rabattmarken A. Gutmann & Co. / Goethestr. 31 j Telefon 566 84 Geschlecht und Alter der Kinder, deren Ausbildung, sowie Be- .' stätigungen der zuständigen Rabbiner über ihre religiöse Führung dem Sekretariat einzusenden. Interessenten des Mittelstandes haben außerdem anzugeben, welche Beträge sie bis Oktober und welche Beträge bis zum Dezember für ihre Übersiedlung nach Erez Jisroel zur Verfügung haben werden. Ein wander ungsmöglichkeiten in Palästina Das Bedürfnis, konkrete Daten über Palästina und insbesondere über die Eimvanderungsmöglichkeiten zu erhalten, ist überaus groß. Wer einzuwandern gedenkt, bedarf einer ganzen Reihe rein technischer Informationen bezüglich der Fragen der Einreiseerlaubnis, der Bestimmungen über Kapitalübertragung, Zollbestimmungen, die in Deutschland für solche Fälle geltenden Steuervorschriften usw. Eine weitere wichtige Frage sind die Berufsmöglichkeiten in Palästina, sowie Kosten der Lebenshaltung und andere wichtige Daten bezüglich der in Palästina herrschenden Verhältnisse. Uber alle diese Einzelheiten gibt eine Broschüre Auskunft, die unter dem Titel „Alijah" (Informationen für Palästina-Auswanderer) in erweiterter und verbesserter Auflage vom Palästina-Amt Berlin W 15, Meinekestraße 10, herausgegeben wurde (Preis RM. 0.50). In diesem Flugblatt sind alle wichtigen Informationen zusammengestellt, die der Palästinawanderer wissen muß. In einem zweiten Flugblatt, betitelt „Chinuch" (Merkblatt über Lehrstätten in Palästina), sind Angaben über einige wichtige Institute für Schulausbildung zusammengestellt, insbesondere über die Hebräische Universität, die verschiedenen Lehrerseminare, die Realschule und Technikum in Haifa, Landwirtschaftsschulen, Kinderdorf Ben Schemen usw. (Preis RM. 0.40.) Schließlich sei noch auf ein Flugblatt hingewiesen „Was ist der Hechaluz?", herausgegeben vom Deutschen Landesverband Berlin W 15, M.einekestraße 10 (Preis 10 Pf.). Hier wird die Notwendigkeit einer grundlegenden Umwertung in der Berufsauffassung des jungen Juden dargelegt. Die junge jüdische Generation wird auf den Weg der Arbeit verwiesen, und der jüdische Arbeiter wird sein Betätigungsfeld vor allem in der jüdischen Heimstätte in Palästina finden. Über die Wege hierzu, über das, was ein junger Mensch von der jüdischen Arbeit in Palästina wissen muß una über den Hechaluz und seine Aufgaben finden sich in diesem Flugblatt alle wichtigen Angaben. Arlosoroff in Palästina ermordet Die Nachforschungen nach den Mördern Dr. Chaim Arlosoroffs dauern an. Dr. Arlosoroff, der Leiter des politischen Departements der Jewish Agency in Palästina und ein führendes Mitglied der zionistischen Arbeiterpartei, war zwei Tage nach seiner Rückkehr aus Deutschland in Tel-Awiw an einem Freitag abend von zwei unbekannten Tätern ermordet worden, die nach der Aussage seiner Gattin, der einzigen Zeugin der Tat, Juden waren. Die Polizei hat bisher ein Mitglied einer rechtsradikalen zionistischen Organisation als der Täterschaft verdächtig verhaftet. Dr. Arlosoroff hatte, ungeachtet seiner Jugend, sich in kurzer Zeit als einer der glänzendsten Führer des Zionismus erwiesen und seinen Bemühungen ist die entscheidende Besserung der Beziehungen zur Mandatarmacht zu verdanken. Sein Verlust wird daher in der zionistischen Bewegung schwer empfunden, ein Gefühl, das auch in dem imposanten Leichenbegängnis zutage trat, das ihm in Tel-Awiw bereitet wurde: (Bericht von Dr. Hans Kohn i. d. Frankf. Ztg. v. 9. Juli.) Aus dem Verbände Berichtigung In dem Bericht über die Sitzung der Verbandskörperschaften vom 15. Juni 1933, Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 13 vom 1. Juli 1933, Seite 196/197 ist der Sinn des letzten Absatzes auf Seite 197 dadurch entstellt, daß eine Zeile des Manuskriptes irrtümlich ausgelassen worden ist. Der Absatz muß lauten: „Die Verbandsumlage für das Geschäftsjahr 1933/34 wurde wiederum in Höhe, von 3% der direkten Reichs-und Landessteuern festgesetzt und zu dem Etat auf Antrag des Vorsitzenden des Ständigen Ausschusses beschlossen, daß die im Sozialetat vorgesehenen Mittel nur im Rahmen des Möglichen gewährt, würden und daß keine Organisation das Recht aus Auszahlung der im Etat vorgesehenen Beträge herleiten könne."

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