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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1933-07-01 · 13 (1.7.1933) · p. Seite 200

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
9 (1933)
Issue
13 (1.7.1933)
Date
1933-07-01
Page
Seite 200 (sequence 8)
Language
German
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200 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 13 Individualität in Natur und Geschichte und mündet in die Frage ein: Was heißt Selbständigkeit des Seins? Vom Standpunkt des naturwissenschaftlich-mechanisch kausalen Zusammenhanges scheint alle Selbständigkeit aufgehoben. Es ist das schwierigste Problem, das bekanntlich dem Theismus gestellt ist, wie es eine pluralistische Welt voll selbständiger Existenzen geben kann, wenn es doch einen absoluten in und aus sich seienden Schöpfer-Gott gibt. — „Substanz und Person" — „Geist und Natur" — „Philosophie als Problemwissenschaft", das sind die drei letzten großen Themen des Verfassers. Glänzend hat er die Aufgabe gelöst, durch seinen modus procedendi die Wirklichkeit wieder sehen zu lehren, sie wieder unbefangen zu sehen und sie trotz aller Wissenschaften als den eigentlichen Gegenstand der Wissenschaft anzuerkennen. F. Die rheinischen Rabbiner Versammlungen im 13. Jahrhundert. Dissertation der Universität Würzburg. Von Selig Auerbach. Würzburg 1932. Diese Arbeit gehört zu den seltenen Fällen, in denen sich eine gute jüdische Schulung mit einer methodisch sauberen und modernen geschichtswissenschaftlichen Arbeitsweise glücklich vereinigt. Der Verfasser war so in der Lage, die hebräischen Urkunden der Takanoth selbständig zu lesen und zu ordnen, ohne sich auf Vermittlungsliteratur zu stützen. Auf diese Weise kommt eine zuverlässige Quellen- und Urkundenuntersuchung zustande, deren man sich noch oft zu bedienen haben wird. Die Einordnung der Synodal-Beschlüsse des 13. Jahrhunderts in die jüdische Kulturgeschichte des Mittelalters (Politische und soziale Lage der deutschen Juden bis in die Zeit der Kreuzzüge) ist ebenfalls wohl geglückt, ohne daß neue Erkenntnisse zutage getreten wären. Ein Exkurs über die Niederlassung der Juden in Speyer vor 1084 sowie ein sorgfältiges Ouellen- und Literaturverzeichnis ergänzen die wertvolle Arbeit, die noch oft für die Geschichte der deutschen Juden im Mittelalter herangezogen werden wird. F. Geschäftsnachrichien Wir machen unsere Leser auf die in dieser Nummer enthaltene Anzeige der Papierwareufabrik August Neustätter. München SW 2, Landwehrstraße 68, aufmerksam, in welchem dieselbe ihre Erzeugnisse anbietet. Die Firma August Neustätter ist eine der ältesten Papierwarenfabriken Deutschlands (gegründet 1864; als Papierhandlung seit 1834 bestehend). Ihr Ruf bürgt für eine in jeder Beziehung tadellose und preiswerte Lieferung. -_ Das Spezialgeschäft für Schokoladen und Pralinen, Luise Silbermann, befindet sich seit 27. Mai Färbergraben 32. In der letzten Nummer wurde versehentlich die Anzeige mit der alten Adresse gebracht. In tiefster Trauer gibt der unterfertigte Verband den Mitgliedern seiner Körperschaften und den bayerischen Gemeinden Kenntnis von dem Ableben des Herrn %uJWjraW J>r* i£Ha6 4tcauö Mitglied des Rates, der am 16. Juni 1933 nach langer schwerer Krankheit sanft entschlafen ist. Der Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden verliert in dem Verewigten einen seiner Gründer und Führer, einen Mann, der an der Schaffung des Gesetzgebungswerkes des Verbandes in hervorragendem Maße beteiligt war, einen trefflichen Berater auf allen Gebieten des Wirtschatfslebens und vor allem den Schöpfer, seines sozialen Hilfswerkes, das für das ganze Reich vorbildlich geworden ist. Der bestimmende Einfluß, den der Dahingeschiedene auf die Entwicklung unseres Verbandes genommen hat, entsprang ebensosehr seiner unerschöpflichen Arbeitskraft, wie seinem klugen Weitblick und der nimmermüden Hingabe an die Aufgaben unserer Gemeinschaft, getragen von einem starken, edlen Charakter, außergewöhnlichen Kenntnissen und einer Herzensgüte ohnegleichen. Eine der bedeutendsten und vornehmsten Persönlichkeiten unserer jüdischen Gemeinschaft ist mit Elias Straus dahingegangen. Als solche wird er fortleben in dem Gedächtnis aller, die ihm nahegetreten sind und im Gedächtnis der kommenden Geschlechter. München, den 16. Juni 1933. Öec&anÖ Utayectfcfyec Ifcndiliftfjec (Bcmcmöcn Dr. Neumeyer. Für den Landaufenthalt empfiehlt die Firma Eugen Schwarz, Domfreiheit, nächst der Kaufingerstraße, ihre vorzüglichen Kolonialwaren auf Konserven. Getreu dem Geschäftsbetrieb, die besten Qualitäten sehr billig zu verkaufen, wurden die Preise zahlreicher Waren ermäßigt. Die neue Preisliste ist soeben erschienen und wird auf Wunsch portofrei zugesandt. In München erfolgt der Warenversand frei Haus. Nach auswärts wird von RM. 25.— an frachtfrei jeder südbayerischen Bahnstation geliefert. Die Autos fahren regelmäßig einmal jede Woche in das Isartal bis Tölz, an den Starnberger-, Ammer- und Tegernsee, sowie nach Garmisch-Partenkirchen. Der Autoversand' erfolgt vollkommen spesenfrei. Mir machen unsere Leser besonders auf das von dem bestbekannten Arzt, Hrn. Dr. Dresdner, vor 29 Jahren gegr. Kurhaus Romana in Bad Reichenhall aufmerksam. Das Haus ist komfortabel eingerichtet und bietet unter der bewährten Leitung_der Witwe des Begründers, Frau Ida Dresdner, bei mäßigen Preisen für jeden Erholungsbedürftigen einen angenehmen Aufenthalt. Adolf Rothschild Das führende Haus für vornehmste Maßanfertigung Brienner Strafye 52 Kostüme, Kleider, Mäntel, Pelze

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