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Mitteilungen des Jüdischen Lehrervereins für Bayern · 1933-02-15 · 2 (15.2.1933) · p. Seite 4

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Journal
Mitteilungen des Jüdischen Lehrervereins für Bayern
Volume
1933
Issue
2 (15.2.1933)
Date
1933-02-15
Page
Seite 4 (sequence 2)
Language
German
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4 Mitteilungen des Jüdischen Lehrervereins für Bayern Nr. 2 notwendig zu sein, auch wieder zu warnen vor der Uberschätzung der sprachlich-formalen Schulung, davor, daß das Pendel zu stark nach der Gegenseite schwingt und unsere Religionsschulen Sprachschulen werden. Sehen Sie, da hat Kollege Berlinger in München eine überaus fleißige, anerkennenswerte Arbeit geleistet* und man darf wohl hinzufügen, daß er mit viel pädagogischem Geschick und wertvollen selbsterfundenen Hilfsmitteln praktischer Schularbeit seinen Weg mit bestrickender Überzeugungskraft und sicher hervorragendem Erfolge geht. Daß dieser Weg für seine Schulverhältnisse (und alle ähnlichen) ein besserer ist, als der alte des Vor- und Nachübersetzens wird von niemandem bestritten werden können. Aber es besteht doch ernstlich die Gefahr, daß unkritische Naturen nun sich veranlaßt sehen, diesen Weg ohne weiteres als den allein richtigen anzusehen und ihn ohne weiteres auch in ganz anderen Schulverhältnissen zu beschreiten. Wenn Sie nun auf Seite 13 lesen: „Der hebräische Unterricht darf nicht durch den Gang der Erlernung des Buchstabenmaterials erschwert und beeinflußt werden und nicht vom Gesamtunterricht deshalb isoliert dastehen.....Das erste Buch, das die Kinder in die Hand bekommen, sollte ein jüdisches Lesebuch sein," dann wird Ihnen! doch wohl klar sein müssen, daß diese Art des Unterrichts Sprachunterricht ist, der bewußt gewählt ist als indirekter Weg, um über die Sprache zur Bibel und zum Gebetbuch, wie zu anderen Quellenschriften der Religion zu führen. Noch deutlicher wird Ihnen das bewußt werden, wenn Sie in der Besprechung eines neuen hessischen Lehrplan-Entwurfes von Issi Bayer (Bingen) hören, daß er „nicht nur ein Wörterbuch, sondern sogar ein Sippenwörterbuch, das es aber noch gar nicht gibt, verlangt". Da geht mir's fast wie Wagner bei Dr. Faust und ich möchte mir selbstzufrieden und saturnstriert die Finger über dem Bauche drehen und deklamieren: „Es ist ein groß Ergetzen ...... zu schauen, wie vor uns ein weiser Mann gedacht, Und wie wir's dann zuletzt so herrlich weit gebracht!" Vereinsmitteilungen I. Entschließungen des Reichsverbandes der jüdischen Lehre rvereine: In der Sitzung des Ausschusses des Reichsverbandes vom 3. Januar d. J. wurden einstimmig nachfolgende Entschließungen angenommen: 1. Der Ausschuß des Reichsverbandes fordert hinsichtlich der Zukunft der Verbandsorgane, daß beim Abschluß neuer Verträge die absolute Unabhängigkeit der Organe gewährt wird. Mit der weiteren Behandlung der Angelegenheit der Verbandsorgane wird ein Ausschuß von fünf Mitgliedern betraut. In den Ausschuß werden mit dem Recht der Zuwahl gewählt: Stern, Bamberger, Steinhardt, Lilienthal und Braun. Gleichzeitig spricht der Ausschuß dem bisherigen Redakteur der Verbandsorgane, Kollegen Steinhardt, den Dank aus für seine unermüdliche Arbeit im Interesse der jüdischen Schule und des jüdischen Lehrerstandes und versichert ihn auch weiterhin seines vollen Vertrauens. 2. Der Gesamtausschuß des Reichsverbandes der jüdischen Lehrervereine stellt sich in der Frage der Lehrerbildung auf die Seite des preußischen Verbandes; auch er vertritt die Auffassung, daß im Interesse der jüdischen Lehrerschaft, ihres Ansehens, der Erhaltung der jüdischen Schule und der staatsbürgerlichen Gleichberechtigung der deutschen Juden, die jüdische Lehrerbildung im völligen Einklang mit der von den Regierungen der Einzelstaaten geforderten Regelung der allgemeinen Lehrerbildung stehen muß. II. Personalien: Am 30. Januar feierte unser Vereinsmitglied Mayer-Oppenheimer in Bamberg seinen 70. Geburtstag. Am 16. Februar erreicht Kollege Ellinger in Fürth das gleiche Lebensalter. Beiden Jubilaren unsere herzlichsten Glückwünsche. III. Neuaufnahmen: * Der hebräische Unterricht, auf der Unterstufe im Rahmen des Gesamtunterrichts. Sonderdrück aus den Mitteilungen des jüdischen Lehrervereins für Bayern. Unserem Verein sind.beigetreten: Lehrer Harry Weinberg in Gemünden und Theoder Rosenfelder in Laudenbach. München, den 8. Februar 1933. M. Rosenfeld M. Adler. Bezirkskonferenz Fürth. Die nächste Konferenz ist am Sonntag, den 19. Februar. Blumenthal. Bezirkskonierenz Ansbach. Nächste Konferenz, Sonntag, 5. März int Ansbach. Einzahlungen im Januar 1933. Von: Blumenthal, Neustadt, 25.—; Pollack, Martkbreit, 7.50; Neumänn, Feuchtwangen, 10.—; Strauß, Windsheim, 7.50; Anfänger, Würzburg, 7.50; Gutmann, Schnaittach, 10.—; Oppenheimer, Fürth, 10.;—; Bravmann, Michelstadt, 15.—; Kurzweil, Otlingen, 12.50; Adler, Fürth, 25.—; Mahlermann, Emmershausen, 25.—; Linz, Burgpreppach, 14.50; Kohn, Fürth, 12.50; Strauß, Frankfurt, 10.—; Schuster, Ellingen, 25.—; Bein, Nürnberg, 15.—; Ehrenreich, Berlin, 10.—; Se;liger, Lichtenfels. 10.—; Dr. Hammelburger, Würzburg, 12.50; Dr. Eschwege, Frankfurt, 10.—; Wechsler, Aschbach, 15.—; Zucker, Scheinfeld, 12.—; Dr. Bamberger, Nürnberg, 17.—; Stoll, Würzburg, 25.—; Kahn, Hirschaid. 25.—; Gutmann, Ottensoos, 15.—; Erlebacher, Mönchsroth, 10.—; Fulder, Treuchtlingen, 15.—; Heß, Miltenberg, 10.—; Sonn, Großlangheim, 12.50; Levi, Burgpreppach, 16.—; Haymann, Rodalhen, 12.—; Eldod, Höchberg, 7i50; Gundersheimer, Brückenau, 12.50; Michel, Pirmasens, 15.42; Gönninger, Zirndorf, 25.—; Kissinger Jul., München, 10.—; Dr. Keßler, München 10.—; Kirschner, München 12.50; Rosenfeld, München, 12.50; durch Rosenfeld, München 103.—. Wiirzburg, den 1. Februar 1933. M. He 11 mann. Büdierscfiau Wortsammlung für den Erstunterricht In den letzten Tagen ist von den Kollegen Berlinger und Kissinger ein Büchlein unter dem Titel ttHty erschienen. Die Bezirkskonferenzen erhalten demnächst eine Anzahl Exemplare dieses Büchleins, um dessen Besprechung in der nächsten Bezirkskonferenz gebeten wird. Es handelt sich hierbei um eine nach Sachgebieten geordnete Zusammenstellung der wichtigsten Vokabeln für den Erstunterricht im Hebräischen. Die mannigfaltige Verwendungsmöglichkeit des Büchleins — aus dem Geleitwort ersichtlich — stellt es dem Lehrer anheim, wann und wie er es seinem Unterrichte eingliedern will. In einem besonderen Schreiben an die Bezirkskonferenzen wird die praktische Auswertung näher erläutert. Das Büchlein stellt Aufzeichnungen aus dem hebräischen Unterrichte dar, wie ihn die Kollegen Berlinger und Kissinger im 1. und 2. Schuljahr seit Jahren nach gemeinsamen Überlegungen betreiben. Die einfache Ausstattung und die Möglichkeit von Einträgen geben dem Büchlein auch den Charakter eines Heftes. Eine weitestgehende Betätigung des arbeitsschulmäßigen Gedankens wird dadurch gewährleistet. Es erspart zeitraubende Aufzeichnungen im Unterrichte. Der niedrige Preis von 45 Rpf. ermöglicht jedem Kinde die Anschaffung. Aus der Praxis für die Praxis erarbeitet, wird es für Lehrer und Schüler ein wertvolles Hilfsmittel sein. Aus der guten, alten Zeit. In einem Aktenstück lesen wir: An den verehrl. Cultus-Vorstand zu . ,...... Auf Ihr Geehrtes vom 16. h. c. erwidere ich hiermit, daß meine, geäußerte Ansicht, daß die Königl. Regierung von Unter franken schwerlich die Anstellung eines ungeprüften Religionslehrers genehmigen wird, auf Erfahrung aus jüngster Zeit beruht. Ich bin übrigens gern bereit, die Aufstellung des Herrn .... zu begutachten. Es ist jedoch zunächst erforderlich, daß Sie den mit demselben abgeschlossenen Vertrag, mit dessen Zeugnissen belegt, der. Kgl. Distrikts-Schul- Iivspektion vermittelst der Kgl. Local-Schul-Inspektion vorlegen, am daß dieselbe die Genehmigung der . Kgl, Regierung ei hole. Von der Kgl. Behörde wird sodann mein Gutachten eingefordert werden. Dies ist der Gang der Sache. Achtungsvollst! ...... . 20. August 1908. Der Distriktsrabbiner. Für den Inhalt der „Mitteilungen" verantwortlich: Max Adler. München

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