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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1933-01-15 · 2 (15.1.1933) · p. Seite 23

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
9 (1933)
Issue
2 (15.1.1933)
Date
1933-01-15
Page
Seite 23 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 2 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 23 Idelsohn, A. S. Der Synagogengesang der deutschen Juden im 18. Jahrhundert. Leipzig, Friedrich Hofmeister. 1932. --Die traditionellen Gesänge der süddeutschen Juden. --Der Synagogengesang der osteuropäischen Juden. --Der Volksgesang der osteuropäischen Juden. --Gesänge der Chassidim. Hebräisch-orientalischer Melodienschatz Band VI—X. Leipzig, Hofmeister, 1932. Chasaka rabba (Die Präsumption in der talmud-rabbinischen Entscheidung) von J. L. Kroch (hebr.). Band I—V. Leipzig 1927/32. S"wt Mhrs. Rechtsgutachten von Sam. Engel (hebr.). Bardiow 1926. Vranow 1929. Agnon, S. J. Kol siporow (hebr.). Berlin, Schokken-Verlag, 1931. 8°. Rawitsch, M. Spinoza. Poetischer prub. (Jiddisch). Wien, Qual- Verlag, 1921. 8°. Aus der Gemeinde Augsburg Israelitischer Frauenverein, Augsburg Einladung zum Teenachmittag am Sonntag, den 22. Januar 1933, nachmittags 4 Uhr, im oberen Saal des Cafä Kernstock. Es spricht Frau Dr. E ding er (Frankfurt a. Main) über Petersburg — Moskau — Stalingrad — Rußlands Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. (Eindrücke von einer Studien-,, fahrt durch die Sowjetunion.) Männliche und weibliche Familienangehörige unserer Mitglieder sind uns als Gäste herzlich willkommen. Die Vorstandschaft. Herr Roeder in den Ruhestand getreten Am 31. Dezember ist der Kultusbeamte Herr Ernst Roeder nach jahrzehntelanger Tätigkeit bei der Israelitischen Kultusgemeinde Augsburg in den wohlverdienten Ruhestand getreten. Die Verwaltung sprach ihm aus diesem Anlaß ihre Anerkennung und ihren Dank für seine Dienstleistung aus und ließ ihm ein Ehrengeschenk überreichen. In der Sabbatpredigt würdigte der Rabbiner Herrn Roeders Persönlichkeit, die durch ihre Zuverlässigkeit, Liebenswürdigkeit und Zurückhaltung sich in. allen Kreisen der Gemeinde der höchsten Wertschätzung erfreut. Möge Herr Roeder, der in einigen Monaten das 70. Lebensjahr vollendet, ein friedlicher und behaglicher Lebensalend beschieden sein. Aus bayerischen Gemeinden Zum Ableben von Sanitätsrat Dr. Ignatz Steinhardt in Nürnberg Nürnberg. Mit Beginn des neuen Jahres hat eine außergewöhnliche Persönlichkeit, Sanitätsrat Dr. Ignatz Steinhardt, das Zeitliche gesegnet. Der Verlebte war nicht nur als Arzt und Kinderarzt von hervorragender Tüchtigkeit, er war auch ein edler und vornehmer Mensch, ein Helfer und Berater der Leidenden, eine Kapazität auf dem Gebiete der sozialen Fürsorge. Bei der Einführung der Schulärzte an den Volksschulen in Nürnberg war er der erste, der auf einen solchen Posten berufen wurde. Der Mutterbewegung und der Säuglingsfürsorge galt all sein unermüdliches Streben, wobei er die praktischen Erfahrungen in wissenschaftlicher Arbeit durch Aufsätze in den Fachzeitungen zu verbreiten suchte. In der Kriegszeit war Dr. Steinhardt ujnerimüdMch tätig durch die Leitung von Lazaretten wie durch Errichtung von Kriegskrippen. Eine weitere Spezialaufgabe stellte sich der Verlebte dadurch, daß er die Leiden der Sprachgestörten zu verstehen und zu mildern suchte, wobei nicht nur der "Arzt, sondern auch der Psychologe und der Menschenfreund zur Geltung kam. Auch für alle Fragen des Judentums, der Gemeinde und der gemeindlichen Wohlfahrtseinrichtungen hatte Ignatz Steinhardt reges Interesse und große Arbeitsfreudigkeit. Für das jüdische Kinderheim der Gemeinde in Förth war er ein treuer und selbstloser Berater. In seinen kargen Musestunden, die ihm Amt und Beruf noch übrig ließen, widmete sich Dr. Steinhardt der Musik.'auf welchem Gebiete er hohe Künstlerschaft und hohe Sachkenntnis erlangte, der Gemeindeverwaltung war er ein sachkundiger Ratgeber in der Ausgestaltung des musikalischen Teiles des Gottesdienstes. Als in der Kriegszeit Organist und Chordirigent zu den Fahnen gerufen wurden, hat der immer hilfsbereite Dr. Steinhardt beim Gottesdienste das Orgelspiel übernommen. Bei der Beerdigung gab eine große Trauerversamimlung Zeugnis von der großen Beliebtheit und Verehrung, welche der Verblichene sich in allen Kreisen der Bevölkerung und in Kreisen der Berufskollegen zu erfreuen hatte. Herr Rabbiner Dr. Freudenthal zeichnete in ausgezeichneten Worten sein Lebensbild, welches erfüllt war von hoher Pflichttreue und von hohem, sich über den Alltag erhebenden Geiste. Im Namen der Stadtverwaltung gab der Referent für Gesundheitspflege, Stadtrat. Dr. Plank, eine Darstellung des arbeitsreichen Lebens im Dienste der Stadtgemeinde. Der Stadtrat hat anläßlich des fünfundzwanzig]ährigen Jubiläums der städtischen Gesundheitsfürsorge dem hervorragenden Mitarbeiter ein Ehrendiploin zugehen lassen und hat ihm dadurch auf seinem Krankenlager eine letzte Freude bereitet. Im Namen des bezirbsärztlichen Vereins sprach Herr Sanitätsrat Dr. Strauß und im Namen der Fürsorgstellen Herr Obermedizinalrat Dr. Zeltner, welcher ebenso wie eine Oberschwester einen Kranz an der Bahre niederlegte. Zum Schluß nahm der Präsident Dr. Feilchenfeld der Maimonides-Loge Abschied von dem allbeliebten Bruder Dr. Steinhardt. Schopfloch, Mfr. Die hiesige israelitische Kultusgemeinde hat am Neujahrstage die Wahl ihrer Verwaltungsmitglieder vorgenommen. Unser langjähriger bewährter Kultusvorstand. Herr Großkaufmann Sam Herz wurde wiedergewählt, ebenso unser langjähriger gewissenhafter Kassier, Herr Kaufmann Siegfried Rosenfeld. Als Beisitzer ging Herr Handelsmann Emil Jericho aus der Wahlurne hervor. Marktbreit. Durch die Initiative und nach den Vorschlägen des Herrn Hauptlehrer Brückheimer wurde nach den Herbstferientagen vom hiesigen israel. Frauenveren eine Nähstube eingerichtet, durch welche Mittel herbeigeschafft werden sollten, um der Not der Zeit begegnen zu können. Durch eine Sammlung, durch Ausbesserungsarbeiten und Neuerstellungen war bis Chanukka schon eine so große Menge von Wäsche- und Bekleidungsstücken vorhanden, daß die Bedürftigen hieraus und in der näheren Umgebung sowie jüdische Anstalten reichlich bedacht werden konnten. Die Leitung der Nähstube liegt in den Händen der l.Vorsteherin, Frau Jenny Klein. Vereine Jüdischer Frauenbund, Ortsgruppe München Innerhalb des Zyklus der Wintervorträge „Was bleibt uns?" spricht am Donnerstag, den 26. Januar, Frau Hilde Landauer (Berlin): „Die F a m i 1 i e". Der Vortrag findet abends 8.15 Uhr in der Concordia, Prannerstraße 4, statt. Freunde des jüdischen Frauenbundes sind willkommen. Dr. Nachum Goldman der bekannte zionistische Politiker und Publizist konnte von der zionistischen Ortsgruppe München, zu einem Vortrag gewonnen werden, der Samstag, den 21. Januar im Kunstgewerbesaal, Pfandhausstraße, 8.15 Uhr stattfindet.

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