Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 8 (1932)
- Issue
- 24 (15.12.1932)
- Date
- 1932-12-15
- Page
- Seite 386 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2727810-2727950-2727974--08837-2742076- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
386 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 24 Wilhelm Hausenstein. Europäische Hauptstädte. 424 Seiten, ln Leinen RM. 8.501 Eugen Rentsch Verlag, Erlenbach-Zürich und München *1932. Dies Büch zeichnet die Physiognomien acht europäischer Hauptstädte, nämlich: Wien, Paris, Rom, Brüssel, Kopenhagen, Amsterdam, Prag, Berlin. Es sind sachlich bestimmte, aus kulturgeschichtlicher Kenntnis planvoll angelegte Darstellungen. Das Geschichtliche verflicht sich ins Gegenwärtige. Es entstehen wirkliche Biographien der Städte; ihre Lebensromane wachen auf. — Man lese etwa das Kapitel über das Amsterdamer Judenviertel (S. 286 f.). Rembrandt schlug seine Wohnung in diesem Ghetto auf. Hausenstein erörtert seine möglichen Beweggründe; er fährt dann fort: „Einer erstieg in Rembrandts Tagen ebendort auf die letzten Gipfel des Gedankens — und erstieg ihn mit einer Kraft, die bis auf diesen Tag alle denkende Welt verpflichtet: Baruch Spinoza, der Brillenschleifer. Er lebte von 1632 bis 1677 in dem gleichen Amsterdam, in dem Rembrandt 1632 ankam, um 1669 dort zu enden.“ Oder das jüdische Prag! Die glänzende Schilderung der Altheusynagoge! Sie ist romantisch und gotisch, mit Kreuzgewölben der Gotik konstruiert. „Sie steht in ausgesprochen christlichen Bauformen. Welch ein Synkretismus! Dabei kann es kaum etwas Jüdischeres geben als diese Synagoge. Ihre Atmosphäre ist auf eine wahrhaft hintergründige Weise jüdisch. Und freilich haben die Juden sich ja doch auch in der Bauform von der christlichen Kapellenform geschieden: in die Kreuzgewölbe der Gotik sind fünfte Rippen eingesetzt, die der Kreuzform ein Alibi schaffen und sie sogar aufheben. Es sind Rippen ohne jede konstruktive Bedeutung, ohne jeden statischen Sinh. Es sind sozusagen nur dialektische Minuszeichen vor dem christlichen Kreuz: ideologisch-orthodoxe Zeichen zur Verleugnung des Kreuzes. Indes — wären die Juden selbst nur eine fünfte Rippe im Skelett dieser Stadt: schon auf diese Weise wären sie dem Aufbau Prags immerhin aufs innigste verbunden.“ Die Darstellung Hausensteins führt vom kultur-historischen, vom gedanklichen Aspekt bis zum Einfach-Erzählenden. Auf diese Weise formen sich Stadtbildnisse von eigentümlicher Vollständigkeit — ohne daß zum Beispiel statistische Dinge "hereingezogen werden mußten, ohne daß geschichtliche Ableitungen den entscheidenden Ton abschwächen durften, der auf der ausgesprochenen Gegenwärtigkeit dieser Städtebilder liegt. Das Buch wird auch einen praktischen Reiseführer bedeuten. Nicht einen trockenen, in dem man nur nach Einzelheiten herumsucht; sondern einen Führer, der das einzelne ins Ganze hineinnimmt und alles Sichtbar-Wesentliche, Fühlbar-Wesentliche, alles Begreifbare zu universellen Bildnissen der Städte zusammenfaßt — ohne darum jedoch das wichtige einzelne zu vernachlässigen. Das Kunstgeschichtliche ist dabei nur ein besonderes, allerdings beweisendes Element innerhalb der Verhältnisse des Ganzen. Es ist ein besonderer Reiz dieses neuen Buches, daß es zu geichen Teilen das Werk eines humanioren Europäers ist, der das an die Schwelle der Gegenwart gerade noch heranreichende alte Europa vielleicht zum letztenmal auffaßte, indem er acht repräsentierende Hauptstädte beschreibt und eines~örtüch gebundenen, im heimatlichen deutschen Süden beharrenden Mannes, dessen Leben beweist, daß man ein Europäer sein kann, ohne darum aufzuhören, ein Deutscher zu sein, und daß man ein guter Deutscher sein kann, ohne deshalb Europas nicht mehr innezuwerden. Peter Lippert 8. J.: „Vom Gesetz und von der Liebe.“ 17 Rundfunkpredigten. München 1932. Ars Sacra Verlag. Weit über den Rahmen des dogmatisch Katholischen hinaus spricht Lippert in seinem neuesten Werke ..Vom Gesetz und von der Liebe“, das eine ganz weitgefaßte Interpretation des Dekalogs darstellt, nicht allein zum christlichen, sondern zum religiösen, d. h. gottdurstigen Menschen schlechthin. E> versteht es in diesen Rundfunkpredigten von den Nöten des Tages ausgehend dem modernen Menschen den Weg zum Ewigen zu weisen. Eine tiefe Liebe zu den Menschen, als den Trägern des göttlichen Widerscheins, lassen den Mönch — um ein Wort von Muckermann zu gebrauchen — des öfteren über die Schwelle seiner klösterlichen Welt treten. Lippert sieht in wahrhaft religiösem Optimismus in der heutigen Generation eine zur Gotterkenntnis und damit zur Gottesnähe ganz besonders prädestinierte. Diese zunächst absurd uu- Bei Kauf der guten Odeons Parlophon- und Gloria- Schall platten oder eines gufen ODEONsMuslkapparats werden Sie sorgfältig beraten im Musikhaust/clCOÖ München, Neuhauser Strafe 12 Srgus.LesASÄai MoaosZor Jesclwosi Nierenu. Zuckerkranke beachten Sie bitte die neuesten großen Erfolge mit ■ e. ■ a Herr Professor Dr. med. Joh. Duck staatl. Professor an der Handels-Akademie in Innsbruck schreibt am 28. Juli 1932: Gerne bestätige ich Ihnen auch unmittelbar, was ich Ihrem Herrn Vertreter hier schon wiederholt mündlich gesagt habe: Mit der Adelheidquelle habe ich seit den 234 Jahren, die ich sie. in der Praxis verwende, eine ganze Reihe sehr beachtenswerter Erfolge, von denen folgende 2 Fälle ganz besonders beachtenswert sind: ^**11 *! 4jähriges Kind, seit l'/a Jahren post anginöse Nephritis im längst "" chronischen Stadium; alle klinische und private-Therapie vermochte keine Eiweiß-Freiheit zu erzielen; auf ausschließliche Anwendung ihrer Adelheidquelle nach 6 Wochen keine Spur von Albumen. der Zustand hat sich seitdem — 2 Jahre — gehalten, das Kind ist aufgeblüht und hat nie mehr Eiweiß im Harn gezeigt: es trinkt noch täglich früh ein Glas Adelheidquelle. Fall B; 52jährige Dame, seit vielen Jahren Diabetes Mellitus; trotz langer klinischer und privater Insulin-Behandlung nie ganz zuckerfrei; nach 3 Monaten Adelheidquelle — ohne Insulin-Behandlung— vollkommen zuckerfrei;seithei—2 Jahre — nur einmal sehr wenig Zucker nach grobem Diätfehler; der Zucker verschwand bereits am 2. Tage wieder; Patient trinkt ebenfalls morgens ihr Glas Adelheidquelle. Ich halte überhaupt die regelmäßige Anwendung der Adelheidquelle auf nüchternen Magen für das beste, und sehr viele meiner Patienten, besonders ältere, nehmen ebenso wie ich selber täglich ohne Ausnahme prophylaktisch nüchtern morgens ein Glas Adelheidquelle und fühlen sich außerordentlich wohl dabei, wohl auch infolge der Stuhlregelung. Ich möchte diese Quelle nicht mehr aus meinem Arzneischatz missen. 914504 13947185