Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 8 (1932)
- Issue
- 24 (15.12.1932)
- Date
- 1932-12-15
- Page
- Seite 377 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 24 Bayerische Israelitische Gememdezeitung 377 Vorzügliche Betten i>Hotel Bayerischer Hof ni.iKt »m e»-, I Lugsdurs es gerade im Notfall zur Verfügung stellt, ist der beste und-vielleicht einzige Weg dazu, der Abschluß einer Lebensversicherung. Daß eine solche „Familien-Versicherung“ heute zumeist leider nur eine Klein-Lebensversicherung sein wird, — daß sie den Versicherten alle denkbaren Vorteile zu bieten hat, versteht sich von selbst.. Im übrigen wird man wünschen, daß Versicherungs- Organisationen, die derartige Versicherungen durchführen, aus ihren Überschüssen oder aus den Provisionen für solche Geschäfte die jüdischen Institutionen unterstützen, die sich die Durchführung jüdisch-sozialer Aufgaben zum Ziele gesetzt haben.— Zwei Versicherungsorganisationen beschäftigen sich speziell mit jüdischer Familien-Versicherung, die „Hilfe“, die der Versicherungs-Gesellschaft Victoria nahesteht, und der „Familienschutz", der im Rahmen der Lebensversicherungs-Gesellschaft Phönix arbeitet.. Die Leitung beider Organisationen setzt sich aus Persönlichkeiten zusammen, deren Namen im jüdischen Leben etwas bedeutet, der Vorstand der „Hilfe“ im wesentlichen aus prominenten Mitgliedern der Repräsentanz der Berliner jüdischen Gemeinde, der Verwaltungsrat des „Familienschutz“, aus bekannten jüdiscehn Persönlichkeiten aus allen Teilen des Reiches. Von bayerischen Juden sitzen im Verwaltungs rat des „Familienschutz“, der bekanntlich Vertragsgesellschaft des Landesverbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden ist, die Herren Justizrat Dr. Elias Straus, München, Rechtsanwalt Albert Oppenheimer, München, Kommerzienrat Rosenzweig, Nürnberg. Im übrigen wirkt die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden entscheidend mit bei der Feststellung der Überschüsse des „Familienschutz“; sie sorgt für deren ausschließliche Verwendung für jüdisch-soziale Zwecke. Die Tarife beider Gesellschaften können als günstig bezeichnet werden, ein Vergleich mit denen anderer Sterbekassen oder Versicherungsgesellschaften, die das Kleinlebensgeschäft betreiben, dürfte durchgehend zu ihren Gunsten ausfallen. Im übrigen kann gesagt werden, daß die Prämiensätze der Hilfe für die Altersklassen vom 20. bis zum 32. Lebensjahr etwas billiger sind als die des „Familienschutz“, während die Tarife des „Familienschutz“ vom 32. Lebensjahre ab unter denen der „Hilfe“ liegen. Es muß ferner betont werden, daß in den Prämien des „Familienschutz“ bereits die Versicherungssteuer von 2 Prozent enthalten ist, während diese Steuer bei der „Hilfe“ neben der Tarifprämie bezahlt werden muß. Schließlich sei darauf hingewiesen, daß bei der „Hilfe“ lediglich die eingezahlten Prämien rückvergütet werden, wenn der Versicherte im ersten Halbjahr nach Versicherungsbeginn stirbt, während beim „Familienschutz“ vom ersten Versicherungstage an die volle Versicherungssummezur Auszahlung gelangt. Der wesentliche Strukturunterschied zwischen ..Familienschutz“ und „Hilfe“ besteht darin, daß der „Familienschutz“ eine' Abteilung der Lebensversicherungs-Gesellschaft Phönix, der zweitgrößten des europäischen Kontinents ist, die für ihn eine lOOprozentige Garantie übernimmt, während die „Hilfe“ eine selbständige Versicherungs-Gesellschaft darstellt. Demnach nehmen die Versicherten des „Familienschutz“ vollberechtigt an den Dividenden des Phönix teil, während die „Hilfe“ selbständig Versichertendividende zahlt. Bei beiden Gesellschaften werden die Dividenden zinsverzinslich angesammelt und mit der Versicherungssumme zur Auszahlung gebracht, sodaß; diese voraussichtlich wesentlich höher ist als der im Antrag vorge, sehene Betrag. Es ist allen Mitgliedern jüdischer Gemeinden zu empfehlen, von den Möglichkeiten, die .ihnen „Familienschutz“ und „Hilfe“ bieten, Gebrauch'zu machen. Die Juden im deutschen Wirtschaftsleben Am 29. November, hielt Herr Dr. Max Kreutzberger von der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden und der Hauptstelle für jüdische Arbeitsnachweise, der Schriftleiter der ausgezeichneten Monatsschrift „Jüdische Wohlfahrtspflege und S o z 1 a 1P o 1 i t i k“ vor Mitgliedern der Kultusgemeinde einen Vortrag über die wirtschaftlichen und sozialen Umschichtungen im deutschen Judentum, insbesondere über die Gefahren der fortschreitenden Verarmung sowie über die Abhilfemittel. Diese besondere jüdische Notlage ist in der soeben erschienenen Schrift der Zentrale für jüdische Arbeitsnachweise „Unser Recht auf Arbeit“ im einzelnen beschrieben. Der Kern des Problems liegt in der geeigneten großzügigen, nicht ausschließlich nach dem privatwirtschaftichen Kostengesetz zu behandelnden Unterbringung von erwerbslosen Gemeindemitgliedern an den dafür in Frage kommenden Arbeitsstätten. Alle die damit zusammenhängenden Fragen wurden in dem Vortrag und in der sich daran anschließenden Erörterung ausgiebig besprochen. Der Apell an die wirtschaftliche Vernunft und an das besondere jüdische Verantwortungsgefühl wird auch innerhalb der Münchener Gemeinde nicht ohne Wirkung bleiben. Winterhilfe Weitere Spenden sind im Büro der Winterhilfe (Herzog- Max- Straße 3, 1. Stock, (Sprechstunden Montag und Donnerstag von 3.30 bis 6 Uhr) abgeliefert worden von: Abeies Josef, Goethestraße; Firma Rudolf Ackermann, St. Paulsplatz; Adler Emma. Bavariaring; Adler J, Regierungsbaumeister, Possartstraße; Amanyi Emil, Ainmillerstraße; Ambrunn M. & J„ Hans Sachs-Straße; Anmut I., Columbusstraße; Ansbacher Alexander, Oberlandesgerichtsrat, Hessstraße; Apfel Max, St. Paulsplatz; Ascher U„ Prinzregentenstraße; Auerbach Louis, Mozartstraße 18; Aufhäuser, Bankhaus, Löwengrube; Auscher Alfred, Äußere Prinzregentenstraße. Firma Isidor Bach, Sendlfngerstraße; Bach Isidor, Kom. Rat, Mauerkircherstraße; Bach Mathilde, Kom. Rat Wwe„ Friedrich Herschel-Straße; Bacharach Julius, Frauenstraße; Bachmann Salo, Pettenkoferstraße; Baer Siegfried, Schwanthalerstraße; Bamberger Josef, Westenriederstraße; Baum Dr. Erich, Solln; Banner Siegfried, Nibelungenstraße; Bechhöfer Gustav, Löwengrube; Beer Dr. Justizrat, Wagmüllerstraße; Bein Arthur, Hermann Schmidtstraße; Bein Thesi, Lampadiusstraße; Berger Dr. Leopold, Voitstraße; Berger Markus, Oberanger; Berliner Frau Ernst, Prinzregentenstraße; Bermann S„ Paul Heysestr.; Bern eis Betty, Tivolistraße; Bettsack Dr. Kurt, Neuhauserstr.; Bier I., Columbusstraße; Bilski Dr. Fritz, Lindwurmstraße; Birnbaum, Blumenstraße; Blau J. Schlotthauerstraße; Blechner M„ Klenzestraße; Bloch Geheimrat, Wagmüllerstraße; Bloch Dr. 0., Sendlingertorplatz; Blum Bella, Triftstraße; Blum Luis, Nibelungenstraße; Bogopolsky S., Bayerstraße; Brandriß Josef, Liebherrstraße; Braumann A., Sendlingertorplatz; Braunschweig S. 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