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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1932-11-15 · 22 (15.11.1932) · p. Seite 341

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
8 (1932)
Issue
22 (15.11.1932)
Date
1932-11-15
Page
Seite 341 (sequence 1)
Language
German
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Homerische ülachrichtenblatt öer IsraeMschen KultuSgemeinüen in München/ Augsburg/ Hamberg unö Üeü Verbanöes Hagerischer Israelitischer Gemeinöen Israelitische Gemeinöezeitung Erscheint am l.u. 15. jeden Monats. —Verlag: B.Heller, München, Plinganserstr.64, Tel. 73 6 64 u. 73665, Postscheck München 3987, Schriftleitung: Dr. L. Feuchtwanger, München, Grillparzerstr. 38 Bezugspreis für nicht eingewiesene Bezieher: RM. 4.80 für das Jahr. Anzeigenpreis: Geschäftsanzeigen nach aufliegendem Tarif. Kleine Anzeigen und Stellenmarkt ermäßigter Sondertarif. VIII. Jahrgang München, 15. November 1932 Nummer 22 Inhalt: Alte und neue Angriffe auf die Bibel — Zeitrute — Gottesrufe — Aus der Gemeinde München — Aus der Gemeinde Augsburg — Aus bayerischen Gemeinden — Vereine — Mitteilungen des Jüdischen Lehrervereins — Bücherschau — Amtlicher Anzeiger: Bekanntmachungen des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden: Bekanntmachung über die Einfuhr von Fleisch, sowie Fleisch- und Wurstwaren nach Bayern; hier Wegfall der Ausgleichsteuer — Bekanntmachung über Fürsorge für jüdische Strafgefangene — Bekanntmachung über Auflösung des Rabbinats Schwabach und Anschluß der bisher zu diesem Rabbinat gehörigen Kultusgemeinden an andere Rabbinatsbezirke — Personalia. Alfe und neue Angriffe auf die Bibel 1. Johannes M e i n h o 1 d (o. Prof. f. Altes Testament a. d. Universität Bonn), Das Alte Testaraentund evangelisches Christentum. Gießen (Töpelrnann) 1931. 2. Johannes Hempel (o. Prof. f. Altes Testament a. d. Universität Göttingen), Altes Testament und völkische Frage. Göttingen (Vandenhoek & Ruprecht) 1931. 3. Ernst Sellin (o. Prof. f. Altes Testament a. d. Universität Berlin), Abschaffung des Alten Testaments? Berlin und Leipzig (de Gruyter) 1932. 4. Johannes Nikel (weiland o. Prof. f. Altes Testament a. d. Universität Breslau), Alte und neue Angriffe auf das Alte Testament. Münster in Westfalen (Aschendorff) 1931. 5. Hilko Wiardo Schomerus (o. Prof. f. Missionswissenschaft und Religionsgeschichte a. d. Universität Halle), Ist die Bibel von Indien abhängig? München (Kaiser) 1932. Alle paar Jahre wiederholt sich eine lebhafte Diskussion in Deutschland über die „Ebenbürtigkeit“ des Alten Testaments in der christlichen Kirche und in der allgemeinen deutschen Volkserziehung. Die Frage ist uralt und hat wie ein Schatten die Geschichte der christlichen Kirchen von jeher begleitet. Der Häretiker Marcion (gest. 170 n. Chr.) verwarf das Alte Testament überhaupt, er sah in seinem Gott einen fremden, kalten erbarmungslosen Richter, einen Gott der Rache, der mit dem Auftreten von Jesus seine Wirkung eingebüßt habe. Die Kirche verwarf ihrerseits die Lehre von. Marcion als ketzerisch. Von da an traten in jedem Zeitalter erbitterte Widersacher gegen den Geist der heiligen Schriften des alten Bundes auf: nach Marcion vor allem die Sekte der dualistischen Bogomilen im Mittelalter, Agricola im Zeitalter der Reformation, ganz vorübergehend auch Luther selbst im Kampfe mit den Bilderstürmern, Morgan im Beginne der Aufklärungszeit, dann Schleiermacher anfangs des 19. Jahrhunderts, am Ende des gleichen Jahrhunderts Lagarde und Chamberlain, Friedrich Delitzsch und Harnack in unserem Jahrhundert. Das sind alles bekannte Erscheinungen aus der Kirchengeschichte und der allgemeinen Geistesgeschichte. Neuestens sind die Angriffe mit der völkischen und antisemitischen Bewegung in Deutschland heftiger geworden und haben sehr breite deutsche Volksmassen erfaßt, ohne daß die Argumente sich vertieft hätten. Haben die Juden Veranlassung sich um diese Dinge zu kümmern? Sehen wir ab von der noch manchmal geüb-!. ten, längst stumpf gewordenen jüdischen Apologetik,, welche die nach der ästhetischen, ethischen und religiö-j sen Höhenlage keineswegs einheitlichen, zeitlich und kul-; turell weit auseinander liegenden, ungemein verschieden-* artigen Teile des Alten Testaments auf eine einzige Ebene; aufträgt und unterschiedslos mit einem großen, ungeordneten Zitatenaufwand anpreist! Wer sich eindringlich und andauernd mit den alttestamentlichen Urkunden und Texten beschäftigt, nicht als religiöse Übung und ohne außerhalb ihres Eigenwertes gelegene Nebenmotive, aber mit Besucht die Lehrkurse der Israelitischen lkuttusgemeinkie! jllsheres Seite 343

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