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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1932-11-01 · 21 (1.11.1932) · p. Seite 332

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
8 (1932)
Issue
21 (1.11.1932)
Date
1932-11-01
Page
Seite 332 (sequence 12)
Language
German
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332 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 21 Philosophie ein unlösbares Problem — Abrechnung mit Öer Illusion von Dr. Ludwig Freund. Verlag Ernst Reinhardt, München 1932. Von Ludwig Freund, dessen Buch „Am Ende der Philosophie“ seinerzeit hier von Hans Taub besprochen wurde, ist soeben eine neue Schrift erschienen, die gleich der damaligen die Eigenschaften und Vorzüge kritischen Denkens in hohem Maße aufweist: Bei höchster Zielsetzung, Selbstbesinnung und Selbstbescheidung, vorsichtige und scharfsinnige Prüfung aller Sachverhalte und Denkergebnisse und stete Wachsamkeit gegenüber Einbruchsversuchen des Gefühls und des Willens in die Sphäre des Denkens. Freund legt dar, daß die Aufgabe der Philosophie darin besteht, Probleme zu zeigen und zu klären, daß sie aber nicht imstande sei, Probleme zu lösen. Aber die letzten Fragen des Daseins aufzuwerfen und zu möglichst weitreichender Annäherung an die Lösung des Problematischen vorzudringen, ist genug, um den Philosophen auch nach dem Verzicht auf apodiktische Urteile als geistigen Führer ansprechen zu können. Der fesselndste Teil der Schrift wendet sich gegen die Modeforderung des „schöpferischen Denkens“. „Wer theoretische Probleme in die Praxis hinüberjongliert, ist (nach der Formulierung Freunds) nicht mehr im Lager der Philosophie, sondern des handelnden und interessierten Menschen.“ Es ist unzweifelhaft von großer Wichtigkeit, gegenwärtigen Modestörungen gegenüber hervorzuheben und klarzustellen, daß Probleme nur von der Praxis gelöst werden können und für den kritischen Verstand die Frage nach dem Ganzen ohne Antwort' bleiben muß. Und doch kann von der Konst Liierung abgesehen werden, daß in ihrer Geschlossenheit und Unmittelbarkeit oft großartige Begriffsdichtungen und Weit'hl ier. auch viele einzelne Denkergebnisse und Formulierungen zu den geistigen Errungenschaften gezählt werden müssen: fi> Und nicht allein Begriffsjongleure, Scharlatane, Konstrukteure, die dogmatisch und apodiktisch werden, wo nur von Hypothesen und Möglichkeiten die Rede sein sollte. Es scheint für fruchtbare Geistesarbeit manchmal unvermeidlich zu sein, daß das von Freund verlangte Minimum an Glaubenssätzen überschritten und die geforderte Kompromißlosigkeit des kritischen Denkens durchbrochen wird. Alles in allem: Freund zeigt in eindringlichen, klaren, von Wünschen unbeirrten Darlegungen, daß die Totalität wohl das Wunschziel der Philosophie ist, das Ergebnis aber nur Teil Verständnis sein kann. Die Schärfe der Gedanken wird manchen Nebel verscheuchen und dazu beitragen, das Denken zu disziplinieren. So kann die Arbeit Freunds eine pädagogische genannt werden, die in erfolgreicher Abwehr von Übergriffen zu strengem Philosophieren zu erziehen geignet ist. Max Krämer. G eschäftsnachrichfen Sie ersparen sich Ärger und vor allem viel Geldwenn Sie sich für Ihre Wintersportanschaffungen vertrauensvoll an die traditionelle Einkaufsstätte der zünftigen Sportler, das Welt-Sporthaus Schuster, München 2 M, Rosenstraße 6, wenden, an jenes gute alte Haus, bevorzugt von den Alpenvereins- und Skiverbandsmitgliedern, das große und führende Fachgeschäft, das schon seit Bestehen bedeutendste Pioniere im Alpinismus und Skilauf, über 60 Auslands- Großexpeditionen ausgerüstet hat. Die gewaltige Organisation seines Weltversandes bedient Sie überallhin, ob Sie in der entlegensten Einöde oder im höchsten einsamen Gehöft wohnen, so entgegenkommend und mit aller Sorgfalt, als ob Sie alles selbst persönlich auswählen würden. 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