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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1932-10-15 · 20 (15.10.1932) · p. Seite 312

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
8 (1932)
Issue
20 (15.10.1932)
Date
1932-10-15
Page
Seite 312 (sequence 8)
Language
German
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312 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 20 Stube Gottes. In der Tat ist diese Frau eine große Dichterin, eine herrliche Märchenspinnerin. Sie ist kraus, ist eigenwillig subjektiv; aber ihre Dichtungen sind auch gegen Unendlichkeit geöffnet, und das ist ihre Größe. Sie ist kein „Genie“, aber genialisch. Da liest man ein neues Buch von ihr: „Konzert“ (Ernst Rowohlt, Berlin). Was drin steht, sind lyrische Essays und Gedichte; Darstellungen der Natur. Erinnerungen der Kindheit, tief und herrlich empfunden und überstrahlt vom Märchenglanz des Herzens. Kostbarkeiten stehen in dem Buch; Bekenntnisse der Verliebtheit in die Gotteswelt. Herrlich ein Wort wie dieses: „Heute möchte ich mir den ganzen kleinen Garten in ein Glas auf meinen Tisch stellen.“ Einmal spricht die Dichterin von „Büchern, die im Jenseits gedruckt wurden“. Auch wo sie das Subjektivste berichtet, hat sie die Fähigkeit zur Poetisierung des Lebens aus der Unendlichkeit des Seins. Manche Worte sind wirklich wie aus dem Jenseits. Die Seele dieser Frau ist echte, goldschwere Substanz. So bedenklich der Jude ist, der seinem Judentum „aus dem Wege gegangen“, so sehr muß man diese Frau lieben, die ihrem Volk und ihrem Gott treu geblieben, und die eine echte Dichterin aus dem Blute ist. Substanz gibt nur die Volksverbundenheit. II. Max Rychner über die neuen Dichtungen von Else Lasker-Schüler Der vorliegende Duodezband der Else Lasker-Schüler, reizvoll und dem Auge angenehm ausgestattet, enthält kleine Prosa und Gedichte. Der Titel Konzert sagt wenig, aber die 320 Seiten darunter funkeln in den Regenbogenfarben der auf der Erde und in den Wolken beheimateten Dichterin. Was könnten wir in unserem Schrifttum dieser reichen kindlichen, herzensreinen Phantastik an die Seite stellen? Wie spielerisch bunt und ernst sind so kleine Erzählungen, wie der Besuch bei Geheimrat Bumm, oder bei Minister Reinhold, oder die Erinnerungen an Peter Hille! Wie anders und neu gesehen ist alles bei der Lasker, sie braucht sich nur ihren oft so regellosen Einfällen anzuvertrauen. Das eigentliche Geschmeide des kleinen Bandes scheinen mir die Gedichte. Es sind nicht viele drin, aber ich würde nicht zögern, das Buch einzig um der beiden Gedichte „Gott hör...“ und „David und Jonathan“ willen zu empfehlen. Und damit erinnere ich nur wieder an die Tatsache, daß unsre Dichtung des 20. Jahrhunderts einige ihrer schönsten, glühendsten Gedichte der Else Lasker-Schüler zu verdanken hat. Etwas Neues zu sagen ist mir damit nicht gelungen, bloß etwas Unbekanntes. Aus der Oemeinde München Iwria-Darlehenskasse E.V., München Die Darlehenskasse ist nunmehr unter obigem Namen in das Vereinsregister eingetragen und hat damit Rechtspersönlichkeit erlangt. Der Zweck der unter Mitwirkung der Israelitischen Kultusgemeinde München errichteten Darlehenskasse ist, Mitgliedern der Israelitischen Kultusgemeinde München für wirtschaftliche Zwecke Darlehen innerhalb gewisser enggezogener Grenzen zu gewähren oder zu verschaffen. Richtlinien werden demnächst veröffentlicht. Geschäftsstunden sind Dienstag und Freitag von 8 bis halb 10 Uhr morgens, Herzog-Max-Straße 3/1. Kammermusik-Abend Am Montag, den 24. Oktober 1932, 20 Uhr 30 veranstaltet das Jüdische Kammerorchester im renovierten Lessingsaal, Herzog-Rudolfstraße 1/0 einen musikalischen Vortragsabend, an dem folgende Werke zu Gehör gebracht werden: 1. Flötenquartett D-Dur von Mozart. 2. Sonate für Cello und Klavier von Samartini. 3. Streichquartett d-moll von Haydn. Eintritt und Programm RM. 0.50; Jugendliche RM. 0.30; Fördernde Mitglieder gegen Ausweis frei. Aus bayerischen Gemeinden Schopfloch. Einweihungsfeier der Synagoge. Am Sonntag, den 25. September, fand die Einweihung der neu hergerichteten Synagoge der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde statt. Der Bau macht von-außen einen stattlichen Eindruck und das Innere befriedigt trotz seiner Einfachheit in hohem Grade. Mit der Einweihung des Gotteshauses war auch die Weihe der Gedenktafel für die im Weltkriege gefallenen Söhne der Kultusgemeinde verbunden. Die Synagoge war bis auf den letzten Platz gefüllt. Erschienen waren aus dem Orte Fortsetzung Seite 316) Die führenden Mineralquellen Süddeutschlands Goldene Staatsmedaille ✓ V>" «v Prospekte nnd Vertreternachweis durch die Mineralbrunnen A.-G. in Bad Uberkingen.

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