Mitteilungen des Jüdischen Lehrervereins für Bayern
- Journal
- Mitteilungen des Jüdischen Lehrervereins für Bayern
- Volume
- 1932
- Issue
- 8 (15.9.1932)
- Date
- 1932-09-15
- Page
- Seite 19 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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19 Mitteilungen des Jüdischen Lehrer Vereins für Bayern Nr. 8 Dichtung oder Wahrheit? In Nr. 33 des Israelitischen Familienblattes macht Herr Dr. A. Jonas zum Thema: „Um die jüdische Lehrerbildung in Preußen“ Ausführungen, die wir — gelinde gesagt — von ihm nicht erwartet hätten. Zur Zeit verbietet uns der Raummangel zu diesem Artikel und zu der ganzen Einstellung des Israelitischen Familienblattes in der Frage der Lehrerbildung Stellung zu nehmen. , In Nr. 35 der genannten Zeitung nimmt Kollege Steinhardt in überaus sachlicher Weise in dieser Angelegenheit das Wort. Die Ausführungen Steinhardts, die sicher mehr als „dankenswerte Ergänzungen“ — wie sie Dr. Jonas nennt — sind, werden von Herrn Dr. Jonas nochmals glossiert. Dabei behauptet Dr. Jonas: „Mir lag zufällig eine Liste von 50 vakanten jüdischen Lehrerstellen vor, die allein im letzten Halbjahr zu besetzen waren.“ Herr Dr. Jonas meint offenbar — das geht aus der ganzen Arbeit hervor — jüdische Lehrerstellen in Preußen. Nun hat der preußische Landesverband erst in der allerletzten Zeit erklärt, daß ein großer Lehrerüberfluß vorhanden sei. Wer hat nun recht? Auch uns ist es bekannt, daß im letzten Jahr junge jüdische Lehrer nur sehr schwer eine Stelle finden konnten. Wir fragen nun Herrn Dr. Jonas in aller Öffentlichkeit: Wo sind diese 50 vakanten Stellen? Wo ist die Liste? Wir werden Ihnen gerne bei der Besetzung dieser Stellen behilflich sein. Also bitte, Herr Dr. Jonas, zeigen Sie uns, daß diese Ihre Behauptung mehr als ein — bloßes Gerede ist. Kommen Sie uns aber bitte nicht mit der Aufzählung von „vakanten Stellen“, die weder nach dem Wunsche der betreffenden Gemeinde noch des preußischen Landesverbandes besetzt werden sollen, weil die Kultusgemeinde nicht in der Lage ist — oder vielleicht nicht den Willen hat — auch nur eine Besoldung zu gewähren, die einem-Nachtwächtergehalt entspricht. M. Adler. Vereinsmifteilungen I. Personalien Am 27. August feierte Kollege Leopold Lehmann in Eschau seinen 70. Geburtstag. Auch an dieser Stelle seien dem Jubilar die herzlichen Glückwünsche zum Ausdruck gebracht. Infolge Erreichung der Altersgrenze wurde Oberlehrer Sigmund Stein in Regensburg in den dauernden Ruhestand versetzt. Die dortige Volksschullehrerstelle wurde mit Wirkung vom 1. Juli d. J. dem Hauptlehrer M. Sonn in Buttenwiesen übertragen. Die Volkschullehrerstelle in Thüngen erhielt Hauptlehrer M. Rosenbaum (Ingolstadt). In den dauernden Ruhestand traten die Kollegen: M. Rosenberger (Hammelburg) und H. Oppenheimer (Laudenbach). Als Religionslehrer wurden angestellt die Schulamtsbewerber: Karl Adler in Hammelburg. M. Lewkowitz in Buttenwiesen, A. Zucker in Scheinfeld, Willi Neumann in Westheim bei Haßfurt. II. Neuaufnahmen: Unserem Vereine sind beigetreten die Kollegen Adler (Hammelburg), N e u m a n n (Westheim b. Haßfurt) und Zucker (Scheinfeld). III. Mitgliederversammlung: Die in der Mitgliederversammlung vom 18. Juli gefaßten Beschlüsse werden infolge Raummangels erst in der nächsten Nr. unserer Mitteilungen veröffentlicht. Heute geben wir lediglich die nachstehend einstimmig angenommene Resolution bekannt: 1. Der jüdische Lehrerverein für Bayern erachtet die baldige Begründung eines Reichsverbandes der deutschen Juden auf der Grundlage wahrer Toleranz gegen alle religiösen Richtungen im Judentum für dringend erforderlich. Er erwartet von allen seinen Mitgliedern, daß sie, entsprechend ihrer Stellungnahme bei der Gründung des bayerischen Landesverbandes, in allen Gemeinden für die Entwicklung und Erstarkung des neuen Verbandes eintreten und wirken. 2. Er verlangt ferner, daß an dem bisherigen Plan, der Lehrerschaft in der engeren Verwaltung des Reichsverbandes zwei Sitze einzuräumen, festgehalten werde. Er hält es grundsätzlich für richtig und dem Gedanken einer wirklichen Berufsvertretung entsprechend, daß die Vertreter des Rabbiner- und Lehrerstandes von den Berufsverbänden selbst und nicht vom Reichhsverband gewählt werden. 3. Der Verein steht hinsichtlich der Lehrerbildung unentwegt auf dem Standpunkt, daß die pädagogische und Allgemeinbildung der jüdischen Lehrer der der nichtjüdischen Lehrerschaft ebenbürtig sein muß und daß sie in keiner Weise den Charakter einer Ausnahmestellung tragen darf. IV. Rechtsangelegenheiten: Zur Aufklärung unserer Mitglieder beabsichtigen wir in den Mitteilungen eine besondere Rubrik für Rechtsfragen unter dem Titel „Rechtsecke“ einzuführen. Wir bitten insbesondere die Obmänner der Bezirkskonferenzen, diese Mitteilungen zu sammeln. Allen lieben Freunden und Kollegen wünschen wir zum Jahreswechsel herzlich t3,/nV/D München, den 10. September 1932. M. Rosenfeld M. Adler SOjähriges Jubiläum Am 2. August waren es 50 Jahre, seitdem die nachstehend Verzeichneten die Israelitische Lehrerbildungsanstalt in Würzburg verlassen haben: B. E 11 i n g e r (Fürth), E. E 1 d o d (Höchberg), G. H. Falk (München), J. Freudenberger (Würzburg), A. Gutmann (Ottensoos), J. Stern (Echzell), L. Tannenwald (Aschaffenburg), Steinhäuser (Schweinfurt), S. Mittel, M. Opppenheimer (Bamberg). Elf weitere Absolventen des Jahres 1882 sind leider nicht mehr am Leben. Den Jubilaren die herzlichsten Glückwünsche! Einzahlungen im Juni/Juli 1932 Von: Berlinger, München 5.—, Wetzler, Ludwigshafen 12.50, Hirnheimer, Würzburg 25.—, Sonn, Würzburg 25.— Ottensoser, Würzburg 12.50, Freudenberger, Würzburg 7.50, Schloß, Mellrichstadt 12.50, Ellinger, Fürth 15.—, Hammelburger, Ichenhausen 25.—, Schmid, Ansbach 10.—, Sonn, Großlangheim 10.—, Friedmann, Mainstockheim 25.—, Schloß, Aschaffenburg 25.—, Reiter, Gerolzhofen 12.50, Stein, Berolzheim 10.—, Frank, Uffenheim 12.50, Oppenheimer, Würzburg 15.—, Gutmann, Schnaittach 7.50, Pollack, Marktbreit 6.—, Neumann, Feuchtwangen 10.—, Strauß, Windsheim 7.50, Bernstein, Zweibrücken 12.50, Krämer, München 25.—, Rosenstein, Schopfloch 15.—, Köstrich, Uhlfeld 12.50, Fulder, Treuchtlingen 15.—, Mandelbaum, Würzburg 20.—, Seliger, Lichtenfels 10.—, Anfänger, Würzburg 7.50, Uhlfelder, Nürnberg 15.—, Berlinger, Hörstein 12,50, Roberg, Thüngen 15.—, Ehrenreich, Nürnberg 30.—, Hirsch, Koburg 30.—. Einzahlungen im Juli 1932 Von: Rose, Altenstadt 15.—, Anfänger, Heßdorf 15.—, Bamberger, Kitzingen 25.—, Bierschild, Prichsenstadt 25.—, Berlinger, Schweinfurt 15.—, Blumenthal, Unsieben 10.—, Blumenthal, Hofheim 10.—, Einstädter, Nürnberg 25.—, Frank, Straubing 10.—, Heippert, Kitzingen 25.—, Mannheimer, Dettelbach 15.—, Strauß, Nördlingen 27.—, Strauß, Mittelsinn 25.—, Wechsler, Alzenau 25.—, Fuchs, Oberaltertheim 8.—, Stein, Berolzheim 15.—, Blumenthal, Neustadt 2.—, Adler, Nürnberg 40.—, Schwarzenberger, Bödigheim 10.—, Berlinger, München 10.—, Wechsler, Aschbach 10.—, Rosenfeld, München 12.50. Durch: Rosenfeld, München 11.70. Einzahlungen im August 1932 Gutmann, Fürth 7.50, Heß, Nürnberg 12.50, Nußbaum, Dahn 12.50, Weinstock, Theilheim 12.50, Sulzbacher, Hanau 20.—, Tannenwald, Aschaffenburg 15.—, Wähler, Neustadt 2.—, Kannenmacher, Aub 25.—. Postscheckkonto Nürnberg 6479. Würzburg, 1. September 1932. M. Hellmann. Neujahrswunsch-Enthebungsliste 5693 Dr. Fränkl, Heimann, Steinfeld, sämtliche in Augsburg; Liffgens, Memmingen; Rosenbaum, Ingolstadt; Gundersheimer, Brückenau; Adler, Berlinger, Eisfeld, Glaser, Dr. Keßler, Kirschner, Kissinger F„ Kissinger J., Dr. Klugmann, Krämer, Lachmann. Müller, Rosenfeld, sämtliche in München; Dr..Bamberger, Uhlfelder, Nürnberg; Anfänger, Heßdorf; Blumenthal, Neustadt; Edelstein, Sugenheim, Fuchs, Oberaltertheim; Fulder, Treuchtlingen; Hellmann, Hirnheimer, Blatt, Freudenberger, Ottenheimer und Stoll, Würzburg; Levi und Linz, Burgpreppach; Rosenberger und Adler, Hammelburg; Schwarzenberger, Bödigheim; Strauß, Nördlingen; Sulzbacher, Hanau; Wähler, Neustadt; Wechsler, Aschbach; Weinberg, Gemünden; Schmid, Ansbach; Rosenstein, Schopfloch; Erlebacher. Mönchsroth; Schuster, Ellingen; Stein, Berolzheim; Frank, Uffenheim; Marx, Rothenburg; Levite Gunzenhausen; Neumann, Feuchtwangen; Goldberg. Bechhofen; Deutsch, Cronheim; Blumenthal, Hofheim; Adler, Königshofen; Mahlermann, Ermershausen; Mannheimer, Dettelbach, Blumenthal, Unsieben; Schloß, Mellrischstadt. Für den Inhalt der „Mitteilungen“ verantwortlich: Max Adler, München