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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1932-08-01 · 15 (1.8.1932) · p. Seite 225

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
8 (1932)
Issue
15 (1.8.1932)
Date
1932-08-01
Page
Seite 225 (sequence 1)
Language
German
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Bayerische Kachrichtenblatt öer IsraelMschen KultuSgemeinüen in München/ Augsburg/ Hamberg unü ües ÄerbanÜes Hagerischer israelitischer Gemeinüen Israelitische Gemeinöezeittmg Erscheint am l.u. 15. jeden Monats. —Verlag: B.Heller, München, Plinganserstr.64, Tel. 73 6 64 u. 73665, Postscheck München 3987, Schriftleitung: Dr. L. Feuchtwanger, München, Grillparzerstr. 38 Bezugspreis für nicht eingewiesene Bezieher: RM. 4.80 für das Jahr.. Anzeigenpreis: Die 4gespaltene Millimeter-Zeile 40 Rpf. Familienanzeigen, Stellengesuche u. ähnliche Angebote 15 Rpf. VIII. Jahrgang München, 1. August 1932 Nummer 15 Inhalt: Die zweite Tempelzerstörung in der neuesten wissenschaftlichen Darstellung — Jüdische Persönlichkeiten in den „Lebensläufen aus Franken“ — Preisaufgabe der Münchener Universität über die aramäische Sprache — Familie und Fürsorge — Die russische Gottlosenbewegung gegen die jüdische Religion — Die Klagemauer — Aus der Gemeinde München — Aus bayerischen Gemeinden — Aus dem Reiche — Vereine — Bücherschau — Amtlicher Anzeiger: Bekanntmachungen des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden: Bekanntmachung über die Erweiterung des Gebietes der Israelitischen Kultusgemeinde Ottensoos; Bekanntmachung über die Erweiterung des Gebietes der Israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg — Personalia Dis zwsils Tempelzerstörung in der neuesten wissenschaftlichen Darstellung Vorbemerkung: In seiner „Geschichte der römsichen Kaiserzeit“, von der der zweite Teil des zweiten Bandes 1930 erschienen ist (Geschichte der römischen Kaiserzeit. Von Hermann Dessau. II. Bd. 2. Abtlg. Berlin, Weidmannsche Buchhandlung, 1930), schildert Hermann Dessau, der bedeutende Berliner Historiker, „Judäa und die Juden“ in einer Weise, die in mancher Hinsicht über alle früheren Darstellungen hinausführt. Es ist eine Ehrenpflicht gegenüber dem kürzlich verstorbenen Gelehrten, seiner auch in diesen Blättern zu gedenken, und es gibt dafür keine passendere Form als die, ihn selbst zu Worte kommen zu lassen. Die folgenden Ausführungen gehen zum Teil unmittelbar und wörtlich auf Dessau zurück; zum anderen Teil sind sie, um die Schwierigkeit wissenschaftlicher Ausdrucksweise zu vermeiden und die Darstellung zu konzentrieren und abzurunden, gekürzt und ergänzt. Wir beginnen mit dem Angriff des Titus auf die Stadt Jerusalem im Jahre -70. Für einen Angriff auf die Stadt kam ernstlich nur die Nordseite in Betracht, da die übrigen Seiten durch steile Abhänge geschützt waren, aber auch an jene . konnten die Römer erst nach mehrtägigen Aufschüttuhigsarbeiten herangelangen. Nun .traten die bekannten Belagerungsmaschinen in Wirksamkeit und nach vierzehn Tagen gelang es den Römern, einen Winkel der * äußersten Ringmauer zu Fall zu bringen. Nach weiteren fünf Tagen fiel dann auch ein Stück der zweiten inneren Mauer. Jetzt hatten auch die beiden die Stadt beherrschenden ' feindlichen Gewalthaber angefangen, sich miteinander zu verständigen, zögernd der mißtrauische Johannes von Giskala, bereitwillig; Simon bar Giora, der seine stärkere Anhängerschaft unbedingt in der Hand hatte. Beide vereint verteidigten die Stadt während des ganzen Sommers des Jahres 70 mit Umsicht und Heldenmut, und ah kein I ußnreit der Stadt mehr vom Feinde frei war, zogen sie sich in die unterirdischen Verließe zurück in der Hoffnung, von dort aüsbrechen und entkommen zu können, um den Kleinkrieg anderwärts weiterzuführen. Simon versuchte, sich durch den spröden Kalkstein einen Ausweg zu brechen. Schließlich zwang sie der Hunger zur bedingungslosen Übergabe. Dem Johannes wurde aus unbekannten Gründen das Leben geschenkt; Simon aber, der als der eigentliche Held des Widerstandes galt, und von sehr ansehnlicher Gestalt war, zog im folgenden Jahre im Triumphzug des Titus in Rom mit und wurde. - I gleich Jugurtha, Vercingetorix und anderen .besiegten Freiheitskämpfern darnach aan Fuße des Capitols , M opfert. Innerhalb der eingeschlossenen Stadt hatte sich das Elend um so mehr gesteigert, je enger die Belagernden den Gürtel schlossen. Die spärlichen LebensrnitteMtzsHW ten die bewaffneten Banden den Hungernden ab** suche der Hungernden, zum Feinde überzugehöni wurden an den -Familien gestraft; der Feind selber lehnte ihre Aufnahme manchmal ab und schickte sie in die Stadt zurück. Der Abwehrwille erstarkte trotz alledem von Zeit zu Zeit durch kleine Teilerfolge. Bei einem Ausfall gelang es ,ein Legionslager zu zerstören. Ein anderes Mal konnten die Belagerten durch Sappen an die römischen Belagerungsmaschinen herankommen und sie mit Feuer zerstören. Solche Zwischenfälle erbitterten die Belagerer, die die Gefangenen übel behandelten, und konnten den Belagerten doch nicht helfen. Deren Hoffnung auf . Störungen oder Schwäche der römischen Heerführung,

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