Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 8 (1932)
- Issue
- 8 (15.4.1932)
- Date
- 1932-04-15
- Page
- Seite 118 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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118 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 8 lich günstige Vorbedeutung für die Zukunft, daß in der heutigen Sitzung in so friedlicher Weise alle Parteien zusanrmengewirkt haben, um das Gefüge der Gemeinde neu zu begründen. Diese Befriedigung des Gcmeindelebens wird uns die Kraft verleihen, die schweren Zeiten zu durchleben und zu überdauern." Der Vorsitzende spricht zum Schluß den Wunsch aus, daß alle jüdischen Kreise fest zusammenstehen, ,zum, Wohle und zur Ehre unserer jüdischen Gemeinschaft, damit wir den alten jüdischen Gedanken in bessere Zeiten hinübertragen". Schluß der Sitzung 22 Uhr. Sederabend Am ersten Abend von Pesach, am Mittwoch, dem 20. April 1932, findet bei genügender Beteiligung ein Sederabend für junge Menschen statt. Anmeldungen sind möglichst umgehend, spätestens bis Montag, den 18. April, mittag, zu richten an die Israelitische Kultusgemeindc, München, Herzog-Max-Straße 7/1, Telephon 95 9 55. Preis des Gedeckes NM. 1.50. Auf Wunsch ermäßigt oder untentgcltlich. Der Münchener Komponist und Organist Heinrich Schalit wurde von der „Lentral Conferenze of American Rabbis“ cingeladen, sich an der Revision und Neuausgabe des „Union Hymnal“ („Gesänge für den jüdischen Gottesdienst) mit eigenen Kompositionen zu beteiligen. Schalit hat dieser ehrenvollen Einladung Folge geleistet und in der soeben erschienenen 5. Ausgabe des Union Hymnal mehrere Gesänge veröffentlicht. Dieselben sind in Amerika von autoritativer Seite als die unter die besten zu zählenden neuen Beittägc des Sammelwerkes bezeichnet worden. Auszeichnungen Dem Kolonnenarzt bei der Sanitätskolonnc München Geh. San.-Rat Hofrat Dr. Doernberger wurde das Dienstauszeichnungskrcuz I. Klasse, dem Beirat Geh. Rat OLR. Prof. Dr. Silberschmidt die II. Klasse verliehen. Dienst am Nächsten Bei dem Riesenbrand am 8. April 1932 in München waren bei den Rettungsarbeiten eine große Anzahl von Gcmeindemitgliedern tätig; sowohl als Ärzte, Feuerwehr- und Sanitätsleute versahen sie anstrengenden Dienst; auch die Alarmleitung der Sanitätskolonne München lag in den Händen eines Gemeindemitgliedes. Emil Brader ein in weiten Kreisen bekanntes und geschätztes Gemeindemitglied, ist am 11. April verschieden. Die „Münchener Neuesten Nachrichten" vom 12. April schreiben darüber: Der Beirat der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz, Bäckermeister Emil Brader, erlag im Alter von 54 Jahren am Montag nachmittag einem Herzschlag. Brader gehörter der Sanitätskolonne seit vielen Jahrzehnten an und erwarb sich in stets gleichbleibend unermüdlicher und hingebungsvoller Arbeit die größten Verdienste um den Ausbau des Münchener Rettungsdienstes. In den letzten Jahren bewährte sich Brader vor allem als umsichtiger und stets bereiter Leiter und Organisator des gesamten Alarmwcsens der Kolonne. Die hervorragenden Leistungen Braders im Felde und in der Heimat fanden durch wiederholte Verleihung hoher Orden und Ehrenzeichen die verdiente Anerkennung. Die Beerdigung am Mittwoch, den 14. April, im Alten israelitischen Friedhof gestaltete sich zu einer besonderen Ehrung für den Entschlafenen aus allen Münchener Kreisen. Rus dem Verbände Nach den amtlichen Mitteilungen betragen die Landeskirchenumlagen für das Jahr 1932: Für die römisch-katholische Kirche.4 v. H. Für die evangelisch-luth. Kirche in Bayern r. d. Rheins 4 v. H. Für die protestantische Landeskirche der Pfalz . . . 5 v. H. Für die altkatholische Kirche.8 v. H. Für den Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden 3 v. H. Für den Verband der Israel. Kultusgemeinden d. Pfalz 3 v. H. Rus bayerischen Gemeinden Fürth. Die Gesamtverwaltungssitzung der Kultusgemeinde Fürth vom 24. März 1932 wurde noch von Herrn Kommerzienrat Bechmann geleitet. Nach Erledigung der Tagesordnung würdigte der Vorsitzende des Verwaltungsausschusses, Justizrat W e r t h e i m e r, die Tätigkeit des mit Ablauf der Wahlperiode ausschcidendcn K.-R. Bechmann, der 14 Jahre dem Vorstand angehört und während der verflossenen 10 Jahre dessen Vorsitzender war. I.-R. Wertheimer brachte das lebhafteste Bedauern zum Ausdruck, daß K.-R. Bechmann trotz nachdrücklichster Bemühungen der Gesamwerwaltung es abgelehnt hat, seine hervorragende Arbeitskraft weiterhin der jüdischen Gemeinde zur Verfügung zu stellen; er rühmte die große Arbeitsfreudigkcit, die vorbildliche Geschäftsführung und die Unparteilichkeit des Scheidenden, der es verstanden hat, dem Frieden in der Gemeinde zu dienen und durch eine kluge, weitausschauende Finanzpolitik die Verhältnisse der Kultusgemeinde so zu gestalten, daß sie ohne Erschütterung auch den Anforderungen der Krisis gewachsen seien. K.-R. Bechmann wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt, eine Ehrung, die seitens der Fürthex Gemeinde aus diesem Anlaß erstmalig verliehen wurde. Das Vorstandsmitglied Schwab dankte sodann im Namen des Gesamtvorstandes dem Scheidenden für seine Tätigkeit im Dienste der Gemeinde. Regensburg. Die Jahrhundertfeier der jüdischen Volksschule in Negcnsburg gab dem Oberbürgermeister der Krcishauptstadt Regensburg, Herrn Dr. Otto Hipp, Veranlassung, an Herrn Distriktsrabbincr Dr. Weinberg folgendes Schreiben zu richten: Regcnsburg, den 1. April 1952. Seiner Hochwohlgeboren, Herrn Distriktsrabbiner Dr. Weinberg, Regensburg. Euer Hochwohlgeboren! In diesen Tagen hat die israelitische Schule das Fest ihres hundertjährigen Bestehens feiern können. Wenn auch Herr Oberstadtschulrat Dr. Freudenberger in meinem und der Stadtverwaltung Auftrag bereits offiziell die Wünsche des Stadtrates bei der öffentlichen Feier übcrbracht hat, so ist es mir doch ein Herzensbedürfnis, Ihnen, sehr verehrter Distriktsrabbiner, sowie der israelitischen Kultusgemeindc auch meinerseits Dank und Anerkennung für das auf dem Gebiet der Jugenderziehung in dieser langen Zeit Geleistete und aufrichtige, warme Wünsche für die Zukunft auszusprechen. Nichts ist unserer heutigen, innerlich so zerrissenen und zum Teil oberflächlich gewordenen Zeit notwendiger als eine Erziehung der Heranwachsenden Jugend im positiv gläubigen, religiösen Geiste. Die hohen religiösen Werte, die in Ihrer Religionsgemeinschaft von jeher vorhanden gewesen sind und auch heute noch ihre Pflege finden, habe ich stets mit Hochachtung und Wertschätzung gewürdigt. Nachdem diese Werte in vorbildlicher Weise stets in der israelitischen Schule in Regcnsburg gepflegt worden sind, erblicke ich hierin ein Moment, das die gesamte Bevölkerung zu einer freudigen Anteilnahme am Jubiläum der Schule veranlassen sollte. Dem Ausdruck zu verleihen, ist mir eine angenehme Pflicht. Durch nichts wird der so dringend notwendige konfessionelle Friede besser gewahrt, als wenn die .einzelnen Konfessionen ihr besonderes Glaubensgut in positiver Gesinnung wahren und pflegen; denn je höher man das Eigene schätzt, desto leichter wird Achtung und Gerechtigkeit gegenüber den übrigen Konfessionen sein. Mit nochmaligen besten Wünschen für die Schule verbleibe ich Euer Hochwohlgeboren mit vorzüglicher Hochachtung und Verehrung ergebenster gez. Dr. Hipp. Würzburg, den 25. März 1952. Der Bund gesetzcstreuer israelitischer Gemeinden Bayerns hielt seine diesjährige Generalversammlung am 20. März hier ab. Der erste Vorsitzende, Bezirksrabbiner Dr. Stein (Schweinfurt), eröffnete die Tagung mit einem Nachruf auf den langjährigen Kassier des Bundes, Herrn Max Neuberger s. A. Hierauf erstattete er Bericht über das abgelaufene Jahr. Der Sofcr des Bundes wurde von einer großen Zahl von Bundesgemeinden in Anspruch genommen. Obwohl die Mittel naturgemäß heute sehr beschränkt sind, wurden verschiedenen Gemeinden zur Errichtung oder Erhaltung von Mikwoaus Subventionen gewährt. Bei der anschließenden Besprechung der heutigen Verhälmisse wurde besonders darauf hingewiesen, wie häufig leider alle Gemeindeangelegenheiten nur unter dem Gesichts- Kaffee-Konditorei Feldherrnhalle Inhabers ADOLF ZIMMER, früherer langjähriger Direktor Hotel Excelsior Fernsprecher Nr.91 447 Wiener Kaffee und nur erstklassige Getränke O Feinste eigene Konditoreierzeugnisse mit garantiert reiner Butter! Lieferung frei Haus