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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1932-01-01 · 1 (1.1.1932) · p. Seite 1

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
8 (1932)
Issue
1 (1.1.1932)
Date
1932-01-01
Page
Seite 1 (sequence 1)
Language
German
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Kachüchtenblatt öer Israelitischen KultuSgemeinüen in München/ Augsburg/ Hamberg unö öes Berbanües Hagerischer Israelitischer Gemeinöen VaUensche IsraelAsche Gememöezeitung Erscheint am t. unö 15. seüen Monats. — Verlag: B. heller/ München, Vezugspreis sür nicht elngewiesene Bezieher: Reichsmark 4.S0 für öas PlinganserstraDe 64, Kernruf 75664 unö 7)665, Postscheck München 55*87/ Aahr. Anzeigenpreis: Sie 4 gespaltene Millimeter-Zeile 40 Relchspfenntg Vchristleitung: Sr. Luöwig Keuchlwanger, München, Grillparzerstraste 58 Kamilienanzeigen, Stellengesuche unö ähnliche Angebote 15 Reichspfennig vrn. Jahrgang München, t. Januar i pZL Inhalt: Sinn fünften Iahrzeitstag von Rabbiner Heinrich Chrentteu kehr — Schemarja Levin erzählt sein Leben — Aus der Gemeinde s. A. — Klassische hebräisch-arabische Literatur — Die Iudenernanzi- München — Aus bayerischen Gemeinden — Vereine _ Bücherschau — pation — Hundertjahrfeier der Inden in Württemberg — Eine Rück- Pcrsonalia. Zum fünften lahrzeitstag von Nabbiner Keinrick khrentreu s. 5l. (1845 - 1927) (28. Tewes 7. Januar) Anläßlich der Herausgabe seiner „Talmudischen Studien" (Mincha tehora) Aum 5. Iahrzeitstag des verewigten Münchener Rabbiners Heinrich Chrentreu erscheint soeben im Hermon-Verlag (Frankfurt a.M.) eine neue Sammlung seiner talmudischen Studien. Die Gestalt des frommen Talmudgelehrten, verehrten Lehrers und langjährigen Führers der strenggläubigen Münchener Juden ist in diesen Blättern den Lesern wiederholt in Wort und Bild nahegebracht worden. Der bei seinem Ableben vor 5 Jahren gehaltene Nachruf von I. R. Clias Straus war in der Gemeindezeitung (1927, Nr. 2, S> 57 f.) abgedruckt. Anläßlich der ersten Iahrzeit wurde ein Jahr darauf (1928. Nr. 3, Seite 33 ff.) eine charakteristische Probe der Studien unter dem Titel „Sprachliches und Sachliches aus dem Talmud" hier veröffentlicht. Wir bringen zunächst aus der soeben erscheinenden neuen Sammlung von Talmudstudien die Einleitung; dabei sind die eingestreuten hebräischen Ausdrücke zum allgemeinen Verständnis zum Teil übersetzt, zum Teil in den Fußnoten erklärt. Eine Besprechung des Werkes selbst soll später folgen. Wer den Heimgegangenen Münchener Raw s. A. gekannt hat, wird in diesen Aufsätzen ein Spiegelbild seiner Persönlichkeit wiederfinden. Anderen wird sie sich unschwer erschließen. Gereist in der Ieschiwa des Ketaw Sofer/ der ihn einen seiner bedeutendsten Schüler nennt, geistig und seelisch verbunden mit dem Denken und Leben jener ragenden Rabbinergeftalten, die im vorigen Jahrhundert den Gemeinden Ungarns und weiten Kreisen der jüdischen Diaspora das Gepräge gaben, fand er in jungen Jahren den Weg nach Deutschland. Es war im Jahre 1877. Nocki durchbebt von den Stürmen der Reform, batte das deutsche Judentum kraftvolle Führer gefunden, die, granitfest in der Tradition stehend, die Lehre Israels an die deutschen Juden in neuen, ihnen gemäßen Formen heranbrachten. In diese 1 Gemeint ist der Lehrer Heinrich Chrentreus: Abraham Samuel Schreiber (1815—1875), gen. Ketaw Sofer (nach dem Titel seiner Werke), Leiter der Preßburger Ieschiwa, die auf sein Betreiben 1859 staatlich anerkannt wurde und als öffentliche orthodoxe Rabbinerschule Ungarns zahlreiche bedeutende Rabbiner und Gelehrte hervorgebracht hat. Zeit fielen die ersten Veröffentlichungen von Heinrich Ehrentreu, welche die talmudische Geifteswelt in neuartiger Beleuchtung darftellten. Souveräne Beherrschung des gesamten jüdischen Schrifttums verband sich mit allgemein wissenschaftlicher Schulung und umfassenden philologischen und historischen Kenntnissen. Ein Zuviel an gelehrten Details wird vermieden; das Einfache, Ungezwungene der Lösung gesucht. Dies gibt den Aufsätzen das Anspruchslose, den Hauch des Persönlichen. Bescheiden in ihrer Form, lebensnahe in ihrem Inhalt sprechen sie nicht nur zum Gelehrten; sie fuhren auch den lernenden Laien auf neuen Wegen zu talmudischem Denken. Die Verschiedenheit der Gebiete, die Vielgestaltigkeit der Problemstellung und ihrer Lösung zeugen von dem Reichtum eines schöpferischen Geistes. Und überall erkennt man den ungarischen Talmudgelehrten alten Schlages, dessen Werk D’ns nrurjr seinem Scharfsinn und seiner Belesenheil ein Denkmal in der talmudischen Literatur gesetzt hat. Ein Teil jener Aufsätze, die im „Jahrbuch der Jüdisch- Literarischen Gesellschaft, Frankfurt a.M." in den Jahren 1905 bis 1925 unter dem Titel „Sprachliches und Sachliches aus dem Talmud" erschienen, wird mit vorliegendem Werk einem weiteren Leserkreis übergeben. Es umfaßt vor allem halachische Themen; . anderes möge einer späteren Veröffentlichung Vorbehalten bleiben. Die Aufsätze sprechen in wenig veränderter Form zur großen Gemeinde von Freunden und Verehrern des Verfassers. Manche seiner neuen Forschungsergebnisse fanden schon lange — von Mund zu Mund gesprochen — Eingang in die Lehrhäuser und haben den Namen dessen abgestreift, der sie erdacht. Auch diese Veröffentlichung möge beitragen, die Klarheit seines Geistes und den Adel seiner Persönlichkeit in Israel weiter wirken zu lassen. - Minchath pittim (Musivischer Buchtitel nach Lev. 6, 14: Brocken- Speiseopfer, also Gabe-ausgewsthlter^Stücke).

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