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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1931-06-15 · 12 (15.6.1931) · p. Seite 182

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
7 (1931)
Issue
12 (15.6.1931)
Article
Sitzung von Vorstand und Gemeindevertretung vom 2. Juni 1931
Date
1931-06-15
Page
Seite 182 (sequence 2)
Language
German
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182 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 12 läge e.B." gegründete Einrichtung RM. 1OOOO.— aus Mitteln des allgemeinen Stifmngsfonds zur Verfügung und weitere RM. IO 000.— aus einem in dieser Höhe und zu diesem Zweck durch Vermittlung der Zentralwohlfahrtsstelle der deutchcn Juden von der Hilfskastc gemeinnütziger Wohlfahrtseinrichtungen zu verbilligtem Zinsfuß auf die Dauer bis zu zwei Jahren gewährten Darlehen. Die Beteiligung der Gemeinde an der Darlehenskaste wurde von der Aufbringung weiterer RM.20 000.— von dritter Seite abhängig gemacht. Dem Bericht des Referenten, J.-R. Dr. Straus, war zu cnmehmen, daß mit einer alsbaldigen Aufnahme der Tätigkeit der Darlchenskaste gerechnet werden kann. Als Geschäftsführer sind die Herren Bankier Auerbach und Jakob Feuchtwanger in Aussicht genommen. — Des weiteren erfolgte eine Ergänzung des Synagogenausschusses. Durch Tod sind die Herren Justizrat Beer und Kommerzienrat Ballin ausgeschicden. Rechtsanwalt Dr. Michael Siegel wurde in den Ausschuß gewählt und Rechtsanwalt Dr. Werner der Vorsitz übertragen, nachdem Herr Sclinger, der bisherige Vorsitzende, gebeten hatte, ihn aus Gesundheitsrücksichten von dem Amt zu entbinden. Die Vorsitzenden der Gemeindevertretung und des Vorstands sprachen Herrn Selingcr in warmen Worten den Dank für seine ausgezeichnete Dienstleistung aus und stellten mit Befriedigung fest, daß Herr Selingcr sich auch weiter für die Geschäftsführung des Synagogenausschusscs zur Verfügung stelle. ■ In vertraulicher Sitzung wurden Personalfragcn und der Vertrag der Gemeinde mit dem Verlag Heller über die Herausgabe der Gemeindczeimng behandelt. — Es wurde die Ruhcstandsversctzung des Herrn Rabbiner Dr. Finkelscherer wegen Erreichung der Altersgrenze beschlostcn und ihm das Amt des Bibliothekars für eine Übergangszeit übertragen. Die Stelle des 2. Rabbiners ist bis zum Herbst wieder zu besetzen; zur Abgabe von Bewerbungen wird durch öffentliche Ausschreibung aufgefordcrt. — Vorstand und Gemeindevertretung erteilten weiter die Genehmigung für Pcrsonalvcränderungen im Wohlfahrtsamt, wie sie durch Ausscheiden der bisherigen Leiterin des Amtes, Frl. Hilde Kohn, am I. Juli dieses Jahres notwendig werden. An ihre Stelle tritt Frl. Margarete Kitzingcr. Neuangestellt wurde Frl. Dora Fränkcl, die ihre Arbeitskraft bisher schon ehrenamtlich dem Wohlfahrtsamt zur Verfügung gestellt hatte. — Genehmigt wurde endlich der Vertrag mit der Firma Heller über die Gemeindezeimng, unter Verlängerung des Vertragsvcrhälmistes bis zum 31. Dezember 1931. BayerischeV ereinsbank Kredit- und Hypothekenbank Niederlassungen an allen größeren Plätzen Bayerns rechts des Rheins Sicherheit und hohen Zins gewährleisten unsere Gold-Pfandbriefe und Bank-Sparbücher Die nach dem 2. Januar 1931 fälligen Zinsscheine sind kapitalertragsteuerfrei Sitzung der gemeindlichen Kollegien und des Sozialen Ausschustes vom 9. Juni. Die Sitzung diente einem ausführlichen, überaus instruktiven Bericht von Herrn Justizrat Dr. Elias Straus über die Wohlfahrtsarbeit in der Gemeinde. Daran schloß sich eine Aussprache. Amtlicher Bericht folgt. Ausstellung des Thora-Bildes von Menkes in den Räumen der „Concordia" Von Mittwoch, den 17. bis einschließlich Sonntag, den 21. Juni ist in den Räumen der „Concordia" (Prannerstraße 4/o) das große Ölgemälde des polnisch-jüdischen, in Paris lebenden Malers Zygmunt Menkes zu sehen. Unentgeltlicher Eintritt von 13 Uhr an bis zum Eintritt der Dunkelheit. Die künstlerische Würdigung des hier nur an den oben genannten Tagen ausgestellten besonders sehenswerten Bildes, von dem in diesen Tagen ein „Hanfstängl-Druck" erscheint, findet sich an anderer Stelle dieser Nummer der Gemeindezcitung. 5lus bayerischen Gemeinden Würzburg-Höchberg. An: 10. Juni siedelt die israelitische Präparandenschulc (Talmud Thora) Höchberg in das von der israelitischen Lehrerbildungsanstalt neu errichtete Schulgebäude nach Würzburg über, um nrit dem Seminar zu einer Massigen Vollschule vereinigt zu werden. Mehr als neun Jahrzehnte hat die Höchberger Anstalt als Talmud Thora- und Präparandcnschule segensreich für die deutsche Judenheit gewirkt, beachtet und wohlwollend unterstützt von der gesamten jüdischen Osfenmchkcu. Der Name Höchberg ist innerhalb der deutschen Judenheit zu einem Begriff geworden. Schultcchnische und wirtschaftliche Gründe, sowie auch die neuen gesetzlichen Vorschriften für die Lehrerausbildung waren es, welche die Vereinigung der beiden Schulen notwendigerweise erzwungen haben. Die Lazarus-Ottensosser-Stiftung bleibt als solche unter Verwaltung eines fünfgliedrigen Kuratoriums und unter Aufsicht der Regierung weiter bestehen. Ihre Erträgnisse fließen der vereinigten Anstalt zu. Das Andenken des Rabbiners Lazarus Ottensosser s. A. bleibt der Nachwelt erhalten durch Anbringung einer Gedächtnistafel im neuen Schulgebäude außerdem führt die vereinigte Anstalt in Zukunft den Namen: Vereinigte Stiftungen der Rabbiner Seligmann Bär Bamberger, Würzburg, und Lazarus Ottensoosscr, Höchberg. Die bei der Höchberger Schule errichteten Jahrzeitstiftungen werden von der vereinigten Schule übernommen und die Verpflichtungen in der bisherigen Weise pünktlich und gewissenhaft erfüllt. Kuratorium und Schulleitung der Höchberger Schule danken herzlichst den vielen hochherzigen Spendern, den vereherl. Verbänden, Gemeinden, Vereinen und Logen für das ihnen in den vielen Jahrzehnten entgegengebrachte Vertrauen und für die tatkräftige edle Mithilfe zur Führung und Unterhaltung der Schule. Wir bitten, in Zukunft die uns zugedachten Spenden, Stiftungen und Subventionen der vereinigten Anstalt zuzu_ wenden, damit sie im Sinne der beiden Stifter, Seligmann Bär Bamberger s. A. und Lazarus Ottensoosscr s. A. weiter wirken und bestehen kann. Für die Schulleitung: S. Steinhäuser, Direktor. Für das Kuratorium: Samuel Pfeuffer, Vorsitzender. Das neue Heim der Würzburger Lehrerbildungsanstatl. Im Würzburger Vorort Frauenland ist ein Neubau der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt entstanden. Der Gründer dieser Anstalt war Distriktsrabbiner Seligmann Bär Bamberger. Vor dem Jahre 1864 besuchten die jüdischen Lehramtskandidaten die christlichen Lehrerseminare in Würzburg, Bamberg, Schwabach und Kaiserslautern. Selbstverständlich fehlte hier die Gelegenheit zu gründlicher jüdischer Ausbildung. Am 5. Oktober 1864 wurde die Errichtung einer jüdischen Lehrerbildungsanstalt genehmigt „und zwar nicht bloß für solche Schüler, welche dem Neligionsscb fache, sondern auch für solche, welche dem Elementarschulfach sich widmen wollen." Mit den drei obersten Klassen wurde die Anstalt eröffnet, zunächst in einem außerhalb der Stadt gelegenen Miethause. 1865 wurde die Anstalt in ein eigenes Gebäude, Kettcngasse 6, verlegt. Im Jahre 1870 zählte die Schule bereits 22 Zöglinge, die zumeist auf der Präparandcnschule zu Höchberg für den Eintritt ins Seminar vorbereitet wurden. 1877/78 hatte die Würzburger Anstalt schon mehr als 80 Lehrer für den Schuldienst ausgebildet. 1878 starb ihr Gründer und erster Anstaltsvorstand, S. B. Bamberger, sein Sohn, Distriktsrabbiner Fortsetzung Seite 187

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