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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1931-06-15 · 12 (15.6.1931) · p. Seite 181

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
7 (1931)
Issue
12 (15.6.1931)
Article
Über den Maler Zygmunt Menkes und sein Thorabild
Date
1931-06-15
Page
Seite 181 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 12 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 181 wurde. Der Künstler hat den Augenblick der Hagbahah und Glilah. zur Darstellung gebracht, der die sabbatliche Verlesung der Thora zum Abschluß bringt. Ein rotbärtiges Gemeindemilglied hat sich auf dem Sessel niedergelassen, um die heilige Rolle hochzuheben. Schon ist die Krone wieder aufgesetzt. Es ist der Augenblick, ehe die Rolle wieder in ihren Sammetmantel gehüllt und den Blicken der Gläubigen entzogen wird. Das Überzeugende dieser Darstellung liegt nun in der religiösen Ergriffenheit der wahrhaft frommen Juden, die dem dunklen Hintergrund entstürzen, um das heilige Gerät noch einmal zu berühren oder gar zu liebkosen, ehe eS wieder in der heiligen Lade geborgen wird. Die farbige Gewalt der Darstellung zeigt so recht, wie diese armen und gequälten Juden des Ostens im Gottesdienst ihr Ein und Alles erblicken und damit das verwirklichen, was das Wichtigste im Leben des Menschen ist und bleibt. Diese Frommen alle, der starke, an Simson gemahnende Sitzende mit dem blaugeftreiften Talit, der Jude zur Linken mit dem Schriftweiser in der Hand, der zeigende Knabe im roten Gewand zur Rechten, die Scharen der hinzueilenden Beter, welche sich physiognomisch kaum unterscheiden, weil sie der große Vorgang in eine höhere Gemeinschaft zusammenreißt, sie sind wie alle vom Geiste der Gottheit ergriffen. Zygmunt Menkes hat hier ein wahrhaft religiöses Monument errichtet, in dem gerade aus dem Zusammenwirken von unerbittlich realistisch gestalteten Figuren ein höheres harmonisches Gebilde entsteht, das einem inneren Schauen rein zu entblühen scheint. vie Zahl der europäischen luden 1931 I. Koralnik veröffentlicht soeben in der von ihm und Dr. Jacob Segall geleiteten „Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden" (Berlin) eine eingehende Untersuchung über die Zahl der Juden in Europa zu Beginn des Jahres 1931, in der er auf die Zahl von insgesamt 9 785 000 Juden kommt. Der Stärke ihrer jüdischen Bevölkerung nach lassen sich die Länder wie folgt ordnen: Polen — 3 125 000 Juden, europäischer Teil der Sowjet-Union — 2 970 000 Juden, Rumänien — nicht über 800 000 Juden, Deutschland — 585 000, Ungarn — 473 000, Tschechoslowakei — 380 000, England und Irland — 300 000, Österreich — 220 000, Litauen — 167 000, Frankreich — nicht über 160 000, Holland — 120 000, Lettland — 96 000, Griechenland — 73 000, Jugoslawen — 67 000, europäische. Türkei — 50 000, Bulgarien — 50 000, Belgien — 45 000, Italien — 45 000, Schweiz — 18 000, Danzig — 9 000, Schweden — 6 000, Dänemark — 5 500, Estland — 5 000, Saargebiet — 4 500, Spanien — 3 000, Portugal — 2 500, Finnland — 1 800, Luxemburg — 1 750 und Norwegen 1 450. Hinsichtlich der Zahl der jüdischen Bevölkerung in Sowjetrußland weist Koralnik darauf hin, daß die amtliche Schätzung von 2 700 000 Juden Ende 1930 zu niedrig gegriffen ist, da sie lediglich die Bevölkerung jüdischer Nationalität umfaßt. Er ist mit dem bekannten sowjetrussischen Wirtschaftspolitiker I. Larin der Ansicht, daß etwa 10 Prozent des jüdischen Gesamtbestandes sich anderen Nationalitäten zugezählt haben. Als stark übertrieben erweisen sich im Lichte der neuesten Daten die bisherigen Schätzungen der jüdischen Bevölkerung in Rumänien, die von verschiedenen Autoren auf 1 000 000 bis 1 300 000 bemessen wurde. Bei der Berechnung der Zahl der Juden in Deutschland trägt der Verfasser dem Umstand Rechnung, daß bei der Volkszählung im Jahre 1925 ein Teil der deutsch-jüdischen Bevölkerung sich in die Gruppe der Konfessionslosen und unbekannten Glaubensbekenntnisse eingetragen hat. Der amtlichen Ziffer von 564 000 Juden im Jahre 1925 wird man nicht mehr als 30 000 bis 40 000 hinzuschlagen müssen. Man gewinnt auf diese Weise rund 600 000 Personen mosaischen Glaubens in Deutschland 1925. Ende 1930 ist diese Zahl auf 585 000 heruntcrgegangen. Hervorzuheben ist die Feststellung Koralniks, daß die Zahl der Juden in Ungarn Anfang 1930 auf derselben Höhe steht wie 1920, infolge der ungünstigen Bilanz der natürlichen Bewegung des ungarischen Judentums und der Austrittsbewegung. Diese hat in den letzten Jahren zwar abgenommen. So bettug der Uberschuß der Austtitte über die Wiedereintritte in den zwei Jahren 1919—20 8 766, während die Jahre 1921—28 einen Uberschuß von nur l 725 Personen ergaben. Ebenso ist die jüdische Einwohnerschaft Österreichs auf derselben Höhe wie 1923 (rund 220 000 Köpfe) geblieben. Die jüdische Bevölkerung in der Tschechoslowakei hat seit 1921 nur um rund 26 000 Seelen zugenommen. Die skandinavischen Länder weisen einen Rückgang der jüdischen Bevölkerung auf. Die Untersuchungen von Koralnik gewähren einen interessanten Einblick in die Gestaltung der natürlichen Bevölkerungsbewegung bei der jüdischen Bevölkerung Europas. Für die Zeit Ende 1921 bis Ende 1930 stellt sich die natürliche Zunahme der jüdischen Bevölkerung in Polen auf nicht weniger als rund 509 000 Seelen. Die Auswanderungsziffer während derselben Jahre betrug aber nicht mehr als rund 255 000 Seelen. Der natürliche Zuwachs des rumänischen Judentums ergibt eine Zahl von 110 000 Köpfen für die letzten zehn Jahre bei einer Auswanderung von etwa 60 000 Juden. Das Endergebnis von 9 785 000 Juden bezeichnet Koralnik als die Höchstziffer der jüdischen Bevölkerung Europas Anfang 1931. 5lus der Semeinde München Sitzung von Vorstand und Semeindeverlrelung vom 2. Juni 1931 J.-R. Dr. Feuchtwanger, der anstelle des verhinderten Vorsitzenden der Gemeindevertretung, R.-A. Wilmersdoerffer, die Verhandlungen leitete, gedachte des Hinscheidens des ehemaligen stellvertretenden Vorsitzenden der GemeindevertreNmg, Herrn Justizrat Eugen Beer. Cr widmete dem Verewigten herzliche Worte des Dankes für all das, was er für die jüdische Gemeinschaft und insbesondere für die Gemeinde München geleistet hat. Der 1. Punkt der Tagesordnung, Genehmigung der Jahresrechnung für das Geschäftsjahr 1930, die Len gemeindlichen Kollegien bereits in der Sitzung vom 5. Februar unterbreitet war, wurde ohne Aussprache erledigt. Es wurde davon Kenntnis genommen, daß die Jahresrechnung inzwischen öffentlich aufgelegt und durch den Revisionsausschuß geprüft und in Ordnung befunden wurde. Die Genehmigung wurde einstimmig erteilt. — Als 2. Punkt wurde die Crrichnmg einer Darlehenskasse unter finanzieller Beteiligung der Gemeinde behandelt. Die Angelegenheit, welche die gemeindlichen Körperschaften schon seit einigen Jahren befaßt hat, konnte zum Abschluß gebracht werden. Die Gemeinde stellt für die in Form eines eingetragenen Vereins mit dem Namen „Jwria Darlehens- Lehhilfendestimmung und korrekte Anpassung der Gläserfassungen in unseren Instituten in Mönchen: für Arbeit, Sport, v Reise und Gesel Ischi Bayerstraße 3 Perusastraßel Marienplatz 17

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