Mannheim
Compact Memory

Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1930-11-15 · 22 (15.11.1930) · p. Seite 314

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
6 (1930)
Issue
22 (15.11.1930)
Article
Das älteste Heiligtum der Menschheit
Date
1930-11-15
Page
Seite 314 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2727810-2727900-2727922-2739063--06857-2739125
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

348 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 22 Brennstoffe aller Reviere in erster Gute Aufträge für Augsburg an Frau Dr. Lehrburger, Dl%|\ Augsburg, Kaiserstrabe 431/2 Bayer. KolliCü^Kontor b. H. Annastrabe D 217 Augsburg Fernruf 847, 867 gen Fels! Denn auch für ihn gilt wieder der eben genannte Grundsatz, daß nur der wahrer Herrscher eines Landes ist, der auch dessen Kultstätten innehat. Darum also die Eroberung von Ophel, darum die Errichtung der neuen Residenz dort, (genau so wie es der ägyptische Statthalter auch gemacht hatte) darum der legale Kauf des Tennenfels, des Heiligen Felsens, darum endlich die Errichtung des einzigen jüdischen Nationalheiligtums dort, des Tempels! Für Heiden, Juden, Christen und Mohammedaner ist der Fels, den heute die Omarmoschee überwölbt, durch 4000 Jahre hindurch immer ein Heiligtum gewesen, ist es heute noch für Millionen und aber Millionen von Bekennern der drei großen monotheistischen Religionen, und wird es für sie bleiben, solange es Religionen gibt, solange der Heilige Fels bleibt, auf dem das Heiligtum der ältesten von ihnen,der jüdischen, stand, und geistig ewig stehen wird! — Aus der Lemeinde München Lehrkurse der Israelitischen kullusgemeinde. Winter 1930 I. Rabbiner Dr. Ehrentreu: Entstehung und Entwicklung der hebräischen Schriftzeichen (mit Lichtbildern). Dienstag, 2 5. November, 2. Dezember, 9. Dezember 1930, 20.30—21.30 Uhr. Es ist beabsichtigt, unter Hinweis auf die althebräischen und altaramäischen Schriftdenkmäler (u. a. auf die neu entdeckten und von Grimme gedeuteten Sinai-Inschriften) und vor allem auf Grund der in der biblischen und tatmudischen Literatur enthaltenen Angaben die verschiedenen Schriftarten der Konsonantenzeichen aufzuzeigen und die Fragen ihrer Beziehungen zueinander zu beleuchten. Ferner soll unter Hinweis auf Bibechandschriften die vermutliche Ensstehung und Entwicklung der hebräischen Vokalisationssysteme erörtert werden. H. Dr. Raphael Straus: Der Nationalismus der Völker und die Juden. Mittwoch, 19. November 1930, 20.15 bis 21. Uhr. Schlußoortrag. Die neue Form des Nationalismus äußert sich im 19. Jahrhundert in seiner Selbstbewußtwerdung und in seinem Angriffsbedürfnis auf „Volksfremde". Die Rückwirkung dieses Nationalismus, der in den Formen des Militarismus und Antisemitismus im 19. Jahrhundert bis zum Weltkrieg immer stärker wird, bildet den Hauptinhalt der Vorträge. III. Rabbiner Dr. Baerwald: Die Psalmen. Mittwoch, 2 6. November, 3. und 10. Dezember, 19 3 0, 20—21 Uhr. Die Stellung der Psalmen in der Bibel und im jüdischen Gebet, ihr Hauptinhalt und ihre Form sind der Hauptgegenstand dieser Vortragsreihe. Die Psalmen haben als religiöses Kleinod, als einzigartige Erscheinung der religiösen Literatur, ja der Weltliteratur dem Judentum Unvergänglichkeit und Weltgeltung verschafft, die von allen Zeitereignissen unabhängig ist; in den Psalmen wird heute allgemein „die Urform des Gebetes" erkannt. Die Kenntnis ihres Inhalts und ihrer Sprache gehört zu den Grundlagen unserer Gesamtbildung. IV. Arbeitsgemeinschaft über die Psalmen im Anschluß an die Vortragsreihe III. Erwünscht sind einige Kenntnisse im Hebräischen. Mittwoch, 2 6. November, 3. und 10. Dezember 19 3 0,21—22 Uhr. . Alle Kurse finden in» Bibliothekssaal, Herzog-Wax-Straße 7, statt. Eintritt für die Kurse I—III je 50 Rpf. für jede Vortragsreihe. Jugendliche frei. Sitzung der Gemeindevertretung und des Vorstandes am 29. Oktober 1930 Auf der Tagesordnung stehen die künftigen Gemeindewahlen, der Antrag von Ohel Jakob auf Erhöhung der Gemeindebeihilfe, ferner die Anstellung eines Wohlfahrtspflegers. Die Sitzung wird von Rechtsanwalt Dr. Wilmersdoerffer geleitet. Es wird zunächst einstimmig der Erwerb der Bibliothek des verewigten Herrn Jakob Hirfchinger durch die Gemeinde beschlossen. Bezüglich der Gemeindewahlen wird einstimmig der Antrag angenommen: „Der Gemeindebeschluß vom 1. November 1928 über Änderung der Verfassung (Gemeindezeitung Seite 355) wird unter II dahin abgeändert, daß die Amtszeit der gemeindlichen Vertretungskörper am 1. April 1932 endet." Herr Oberstlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer teilt mit, daß es im Verband mit den Wahlen voraussichtlich ebenso gehalten wird, da die gleichen Gründe auch für diese Wahlen maßgebend seien. Zu dem Antrag OhelJakob auf Erhöhung der Gemeindebeihilfe führt Herr Rosenthaler aus: Der Verein Ohel Jakob ist mit der für 1930 ausgesetzten Etassumme von 7520 RM. nicht ausgekommen. Zur Sicherung des nächstjährigen Budgets ist ein Zuschuß von 15 000 RM. notwendig. Er stellt den Antrag auf Nachtragsbewilligung von 5580 RM. für das ablausende Jahr 1930. Herr Kommerzienrat Dr. Wassermann erklärt, daß er auch im Namen des größten Teiles seiner Freunde diesem Antrag zustimme unter Aufrechterhaltung ihres prinzipiellen Standpunktes gegen die Konfessionsschule. Die Verschiebung der Wahl bringe es mit sich, daß grundsätzliche Fragen nicht positiv .aber auch nicht negativ durch die gegenwärtigen Körperschaften entschieden werden sollten. Er erklärt auch für das Jahr 1931 die Bereitwilligkeit der liberalen Fraktion, im Rahmen der vorhandenen Mittel einen Zuschuß von 13 000 RM. zu bewilligen. Auch bei einem höheren Betrag bis zu 15 000 RM. würden Schwierigkeiten voraussichtlich nicht gemacht werden. Herr Justizrat Dr. E. Straus stimmt mit großer Befriedigung dem Antrag zu und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß sich in der Zwischenzeit die Meinung noch weiter vertieft habe, daß die Schule zu den Gemeindeaufgaben gehört. Sanitätsrat Dr. Baron erklärt namens seiner engeren Freunde, daß er prinzipieller Gegner gegen die Konfessionsschule sei. In der Abstirnmung der Gemeindevertretung, stimmen nur 2 Vertreter gegen den Antrag; innerhalb des Vorstands wird der Antrag gegen 3 Stimmen angenommen. Über die Anstelluna eines Wohlfahrtspflegers berichtet Herr Justizrat Dr. Straus. Es wird einstimmig die Berufung von Herrn Dr. Ettinger für die Wanderfürsorge beschlossen. Dann berichtet Herr Justizrat Dr. Straus außerhalb der Tagesordnung über das in diesem Sommer errichtete Jugendheim. Die Radio kauft man bei Dr.Sohn (Funkstube!) Augsburg, Am Moritzplatz C I Bequeme Raten, Telefonruf 4

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.