Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 21 (1.11.1930)
- Article
- Gemeindegesang
- Date
- 1930-11-01
- Page
- Seite 303 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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'Jlr. 21 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 335 Gemeindegesang. Die Synagogenmusik hat sich mehr nach der Seite des Kunstgesangs entwickelt und dabei den Gemeindegesang immer mehr und mehr verdrängt. Um auch nach dieser Richtung hin . die Synagogenmusik zu fördern, hat die liberale Vereinigung zu dem Einheitsgebetbuch, das vor einigen Jahren von ihr herausgebracht wurde, einen Anhang für den Gemeindegesang beigefügt. Es wurde die Anregung gegeben, Gesänge zu schaffen, die es ermöglichen, daß alle Synagogenbesucher sich aktiv am Gesang mitbeteiligen. Nicht nur Kantor und Chor sollen den Gottesdenst ausführen, sondern die ganze Gemeinde in andächtiger Stimmung mitbeten und mitsingen. Der Jüdische Gesangverein München hat als erste Korporation in Deutschland den Gemeindegesang in sein Programm ausgenommen. Der Schuljugend wird unter bewährter Leitung Gesangunterricht in diesem Sinne erteilt; vereint mit der Jugend werden diese Gesänge anläßlich des zehnjährigen Stiftungskonzertes des Jüdischen Gesangvereins am 29. November im Odeon erstmals zu Gehör gebracht. Chorsiunde. Seit den Sommerferien ist auf Anregung aus Kreisen der Gemeindemitglieder eine Chorstunde eingerichtet worden, die allwöchentlich Mittwoch nachmittag von 3.30—4.30 Uhr im Bibliotheksaal der Gemeinde, Herzog-Max-Straße 7/1, durch Herrn Kantor Lachmann abgehalten wird. Zweck der Chorstunde ist, die Jugend mit der Liturgie vertraut zu machen, sie insbesondere zur Mitwirkung an den eigenen Jugendgottesdiensten wie auch dem allgemeinen Gottesdienst zu befähigen. Die Einrichtung hat lebhaften Anklang gefunden^ Es sind auch bereits erfreuliche Erfolge erzielt worden. Erinnert sei hier nur an den diesjährigen Simchas-thora-Gottesdienst mit den stimmungsvollen Kinderchören. Für die nächste Zeit ist ein eigener Jugendgottesdienst am Chanukkahfest in Aussicht genommen, der nur von Jugendlichen ausgeführt werden soll. Wir richten an Eltern und Lehrer die Bitte, die Jugend zum ständigen Besuch der Chorsiunde anzuhalten. Are der Gemeinde Augsburg Winkerprogramm des Jüdischen Jugendvereins Augsburg 1930/31. Im Mittelpunkt der Arbeit des Jugendvereins sollen Arbeitsgemeinschaften für den eigentlichen Kreis der Jugendlichen stehen. Die erste Arbeitsgemeinschaft beginnt in der zweiten Hälfte des Monats Oktober. Ihr Gegenstand soll sein: Was ankworken wir den Nationalsozialisten? Die einzelnen Abende behandeln folgende Themen: Montag, den 27. Oktober: 1. Die politischen Auswirkungen des 14. September für die deutschen Juden, cand. jur. Walter Deutsch. 2. Überblick über die Geschichte des Antisemitismus, Margot Veith. Dienstag, den 18. November: 3. Methode der Abwehr, Dr. Ernst Jacob. 4. Die Stellung der jüdischen Parteien zum Antisemitismus, cand. med. Justin Weigersheimer. Dienstag, den November: 5. Vorwürfe gegen die wirtschaftliche Betätigung der Juden, Helmut Feist. 6. Die Rassenfrage, Ernst Cramer. Samstag, den 20. Dezember: 7. Angriffe auf die jüdische Religion und das jüdische Schrifttum, cand. theol. Heiner Lemle. 8. Das Wesen des Antisemitismus. Eine zweite Arbeitsgemeinschaft wird sich mit dem Thema beschäftigen: Die Judenfrage im modernen Roman. Abwechselnd mit diesen Arbeitsgemeinschaften finden Vorträge für den gesamten Jugendverern und weitere Kreise der Gemeinde statt, und zwar ein Vortragszyklus: Leistungen und Aussichten des Juden im deutschen Berufsleben. Montag, 10. November: 1. Die Berufstätigkeit des jungen deutschen Juden und die Situation des jüdischen Akademikers, Justizrat Dr. Eugen Strauß. Montag. 8. Dezember: 2. Neue Berufe? — Technik — Direktor Simon Wallach. — Landwirtschaft, Rittergutsbesitzer Gustav Einstein. 3. Der Jude als freier Kaufmann und kaufmännischer Angestellter. 4. Die jüdische Frau im Berufsleben. An Einzelvorträgen und Veranstaltungen hat bereits als Eröffnung cPefzmoden Sie kennen unsere Leistungsfähigkeit. Wir beweisen sie aufs neue in einer großen Preissenkung bei gleichbieibenden Qualitäten und Ausführung. Überzeugen Sie sich bitte durch einen unverbindlichen Besuch. Warum spricht man nur Gutes von der Wäscherei „Münchner Hnusirnuenhilie“ dieser moderne Betrieb allen Wünschen der Hausfrau am Besten entspricht. Well Die Wascherei „Münchner Hansironenhiir lnb.GeorjiHDcter.L9nMsli.5l/59. 701.599«59 Abholung und Zustellung frei! Filialen u. Annahmestellen: Baaderstr. 13, Telefon 25702; Gabelsbergerstr. 103, Telefon 596491; Herrnstr. 48: Oberländerstr. 6; Donnersbergerstr. 12; Boschetsriederstr. 79; Kiosk (Ecke Camerloher- und Fürstenriederstraße) Wilhelmstr. 13; Häberlstr. 1. ADLER ADLERWERKE FRANKFURTfl^Mfl-N Filiale München, Augustenstr. 40, T. 50206/07 Automobile / Fahrräder / Schreibmaschinen