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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1930-09-01 · 17 (1.9.1930) · p. Seite 268

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
6 (1930)
Issue
17 (1.9.1930)
Article
Zur Geschichte der Familie v. Hirsch
Date
1930-09-01
Page
Seite 268 (sequence 2)
Language
German
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268 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 17 Großherzogs Ferdinand von Würzburg „wegen des hinsichtlich der Schuldenrepartition und Grenzberichtigung im verwichenen Sommer zu München vorteilhaft besorgten Geschäftes die allerhöchste Zufriedenheit zu erkennen gegeben". Sichtbare Anerkennung fanden seine Verdienste um die Finanzen des bayerischen Staates schließlich dadurch, daß Max Joseph den „vormalig großherzoglich würzburgischen Hofbankier und Rittergutsbesitzer Jacob v. Hirsch" am 1. Februar 1824 auch seinerseits zum Hofbankier ernannte. Hirschs Entschluß zur endgültigen Übersiedlung nach München dürste in erster Reihe durch den Vorteil herbeigeführt worden sein, den der Aufenthalt in der Landeshauptstadt oder in deren Nahe für seine an Umfang stets zunehmenden Geschäfte bedeutete, zumal er, wie wir sahen, zahlreiche geschäftliche Verbindungen mit dem Fiskus hatte. Tatsächlich hielt er sich schon im Jahre tümer Joseph Franz Raver Johann Nepomuk Freiherr von Rufini die Landgüter Planegk, Kralling (heute Krailling) und Fronloh mit Wirkung vom 1. Januar 1818 an Se. Exzellenz den K. B. Kämmerer Friedrich Karl Hubert Johann Nepomuk Grafen von Thierheim (Thürheim), seit dem Sturze Montgelas' am 2. Februar 1817 Minister des Innern, dem wir im Laufe dieser -Darstellung immer wieder begegnet sind, um einen Kaufpreis von 118 000 Gulden und 100 Dukaten Schlüsselgeld, wovon lediglich 17 188 Gulden Passiva abgingen. Der Käufer mußte sogleich am 1. Januar 5000 Gulden „mittels klingender Münze" und 25 000 Gulden in einer von Hirsch Pappenheimer akzeptierten, am 11. Januar fälligen Tratte zahlen, sechs Wochen später wiederum 30 000 Gulden in barer Münze, den Rest von ungefähr 40 000 Gulden, ebenfalls in bar, in vier halbjährigen Raten. I fli m R ES es iJp t •«Vas-,- 1. Schloß Planegg bei München 1819 fast häufiger in München als in Würzburg, im Jahre 1820 fast nur noch in München auf, wenn auch immer noch „vorübergehend" bei seinem Schwiegersöhne, dem Bankier Israel Hirsch Pappenheimer, „gegenüber der Maut", wie es einmal auf einer Adresse heißt. Aber neben seinen finanziellen Operationen betrieb der vielseitige Mann vor allem, wie wir schon oft bemerkten, bedeutende Immobiliengeschäfte, und gerade damals, in den Jahren vor Hirschs dauernder Niederlassung in München, hatten schon die geschäftlichen Transaktionen um das Rittergut Planegg in der Nähe von München begonnen, bei denen Hirsch zunächst nicht in Erscheinung trat, die dann aber schließlich Ende 1824 zu dem jedenfalls von Anfang an beabsichtigten Erwerb des Gutes durch Jacob v. Hirsch führten. Die „Veste Planegk" (siehe Bild Nr. 1), die nach einer Urkunde aus dem Jahre 1425 von Pfalzgraf Wilhelm bei Rhein, Herzog in Baiern, dem Konrad von Egenhoven zu Lehen gegeben wurde, befand sich Ende 1817 im Besitze der Freiherrn von Ruffini. Am 31. Dezember dieses Jahres verkaufte der damalige Eigen- Als Vermittler bei diesem Kaufe war Pappenheimer tätig, ohne jedoch eine bestimmte „Honorierung" zu verlangen. Anderthalb Jahre später stellt sich Hirsch der Regierung als Eigentümer von 2100 Tagwerk Waldungen vor, die ehemals zu den Freiherrlich von Ruffinischen Gütern Planegg, Krailling und Frohndorf gehört hätten und die er vermutlich vor dem Verkaufe dieser Güter an den Grafen Thürheim erworben hatte, v. Hirsch bietet dem Staatsärar einen Tausch gegen unterfränkische Staatswaldungen an. Diese verursachten, da sie in viele einzelne Parzellen zerfielen, viel Regiekosten, ohne entsprechenden Nutzen abzuwerfen, während der Besitz jener für den Staat zur Abrundung seiner angrenzenden Forsten von Interesse sei. Zudem bestünden die Planegger Waldungen außer aus Buchen und Birken aus ungefähr 6000 Stämmen haubarer, für Land- und Wasserbauten vorzüglicher geeigneter Eichen und böten daher wegen der Nähe Münchens dem Staate für die königlichen Bauten gute Verwendungsmöglichkeiten. Nach einigem Verhandeln kam dann das Tauschgeschäft, bei dem von Hirsch 676 Tagwerk Staatswaldungen in den Forftämtern Eltmann, Zobelftein,

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