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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1930-05-15 · 10 (15.5.1930) · p. Seite 132

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
6 (1930)
Issue
10 (15.5.1930)
Article
100 Jahre israelitischer Frauenverein München, 1830 - 1930
Date
1930-05-15
Page
Seite 132 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 10 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 151 2 .. >./. 4~~jl ..Einnahmen und Ausgaben" aus dem ersten Jahresbericht des Frauenvereins 1830 (Die Liberschristen „Einnahmen" — „Ausgaben" sind in der Urkunde offensichtlich verwechselt) Emma Vogel, Nanny M e r z b a ch e r , Johanna K o h n, E. Weinmann, Benjam. Cohen, X Stern, I.-R. A. Ofner, Dr. Eugen M e r z b a ch e r. Von diesen Ausschußmitgliedern leben heute noch zwei: Frau Rosalie Perl es, die Witwe unseres früheren Rabbiners, Dr. Joseph Perles, die erst vor wenigen Monaten in erstaunlicher Frische ihren 90. Geburtstag feiern konnte, und Herr Adolf Stern, der lang-, jährige verdienstvolle Schriftführer des Vereins. Im Juni 1900 mußte mit der Änderung des bürgerlichen Rechts erneut eine durchgreifende Satzungsänderung erfolgen. Mit der zunehmenden Selbständigkeit der Frau und mit der Hebung ihrer Rechtsstellung im öffentlichen Leben wurde die Einrichtung eines Herrenausschusses als unzeitgemäß im Jahre 1925 aufgehoben. Seitdem stehen dem Frauenausschuß nur noch zwei Beiräte, ein juristischer und ein kaufmännischer, satzungsgemäß auf Wunsch zur Verfügung. Wenn totes Zahlenmaterial durch Zusammenhang und Betrachtung Leben gewinnen kann, um wieviel mehr Aufzeichnungen — und seien sie oft nur noch so kurz und sachlich -, die sich durch ein Jahrhundert fortsetzen. Solche Aufzeichnungen besitzt der Verein in seinem schon erwähnten „Denkbuch" und in einer weiteren Sammlung, in welcher später die „Schankungen" eingetragen wurden. Im Denkbuch machen die Nachrufe auf verdiente Frauen die Erinnerung an dieselben und an ihre Verdienste wieder lebendig. Namen alter, zum Teil schon ausgeftorbener Münchener Familien ziehen bei den „Schankungen" vorüber. Mit fast rührender Regelmäßigkeit wiederholen sich viele dieser Namen wie Marx, von Hirsch, Kaula, Oberndörffer, Wilmersdörffer, Merzbacher, Bandiener, Drey, Pflaum u. a. an Iahrzeitstagen von Familienangehörigen, bei freudigen Anlässen, und vor allem nach alter, ehrwürdiger jüdischer Sitte bei unseren Festen. Auffälligerweise finden sich lange Jahre hindurch Aufzeichnungen von Spenden, deren Geber italienische Namen tragen, offenbar Angehörige Münchener Familien, die nach Italien verzogen waren, oder von dort stammten. Eine Eintragung aus dem Jahre 1857 entbehrt nicht einiger Komik und einer gewissen Beziehung zu unserer Zeit, denn sie erwähnt als Gegenstand einer Spende eine „entwertete bayerische Banknote", die aber von der „kgl. Hypotheken- und Wechselbank des wohltätigen Zweckes wegen wohlwollend voll eingelöft wurde". Das Jahr 1868 verzeichnet ein Legat von 500 Gülden des bekannten christlichen Wohltäters, Freiherrn von Raft. Und wie eine Verbindung mit der Jetztzeit erscheint es, wenn im Jahre 1880 Herr Leopold Neumeyer dem Verein eine namhafte Spende „anläßlich der Konfirmation seines Sohnes", des heutigen Vorsitzenden der Israelitischen Kultusgemeinde München, überweist. Die Arbeit des Israelitischen Frauenvereins bewegt sich in all den Jahren auf dem Gebiet, das er sich durch seine Statuten

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