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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1929-06-15 · 12 (15.6.1929) · p. Seite 195

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
5 (1929)
Issue
12 (15.6.1929)
Article
Eine Sitzung des Sozialen Ausschusses der Gemeinde, gemeinsam mit dem Vorstand und der Gemeindevertretung
Date
1929-06-15
Page
Seite 195 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 12 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 195 Reisebüro I Versicherungsbüro Erledigung aller Reiseangelegenheiten. Eisenbahnfahrkarten, I Versicherungen jeder Ärt zu vorteilhaften Prämien und Bedin- Schiffskarten, Flugkarten usw. nach allen Weltteilen I gungen bei ersten Gesellschaften des In- und Auslandes Fernsprecher 101 und 1201 UnlCäUf & Grilllltlj AUC|SbUrC| C 9/10 Drahtanschrift: Nordlloyd auch diese Gelder würden durch eine Kommission des jüdischen Frauenbundes verteilt, an deren Spitze Frau Kommerzienrat Stern stehe. Außerdem unterstütze die Gemeinde andere Organisationen und unterhalte 3 Anstalten, die früher aus Stiftungsmitteln unterhalten worden seien. Die Lippschützsche Versorgungsanstalt, das Pensionat in der Kaulbachstraße, die Ritterstiftung (Volksküche). Die Haushaltschule in Wolfratshausen erhalte RM. 8000.—. Für das Krankenheim würden RM. 3000.— von der Gemeinde aufgewendet. Es würden bauliche Veränderungen vorgenommen und eine Röntgeneinrichtung beschafft, außerdem erhalte der Verein Schwesternheim RM. 3000.—, Kinderheim Antonienstraße RM. 10 000.—. Eine Darlehenskasse solle errichtet werden. Die Gemeinde gübe ein Viertel ihrer gesamten Ausgaben für Wohlfahrtszwecke aus. Die Wohlfahrtsarbeit könne nur fruchtbar sein, wenn der Gebende nicht nur das Geld gibt, sondern auch ein Stück seiner Seele dem Bedürftigen gibt. In der nach einer kurzen Pause folgenden Diskussion, führte Kommerzienrat Wassermann aus, seine politischen Freunde hätten den Voranschlag bewilligt. Man sei dabei von der Anschauung ausgegangen, daß eine Kultusgemeinds Sozialpolitik treiben müsse. Es sei begreiflich, daß in Zeiten wirtschaftlicher Not von allen Seiten an die Wohlfahrtspflege der Gemeinde Ansprüche gestellt würden. Der Etat dürfe aber nicht wesentlich überschritten werden. Zu prüfen sei, ob die Einnahmequellen des Wohlfahrtsamtes alle erschöpft seien. Er vermisse eine Zuwendung durch den Kreistag von Oberbayern. Bei der Steuerkraft der jüdischen Bevölkerung und deren Zahlungen an Kreisumlagen könnte eine solche Zuwendung wohl verlangt werden. Weiter beanstandete Kommerzienrat Wassermann, daß der Gesamtausschuß der Ostjuden jährlich nur RM. 2400.— an das Wohlfahrtsamt zahle. Die Ausländer würden aber mehr durch die Gemeinde erhalten wie die Inländer. Die Ostjuden müßten deshalb mehr beitragen. Dann regte der Redner noch an, die Möglichkeit der Kaddisch-Stiftungen besser bekannt zu machen. Es könnte daraus eine größere dauernde Einnahmequelle werden. Zu dieser Anregung des Herrn Kommerzienrats Wassermann stellte Herr Wechsler einen entsprechenden Antrag. Herr Horn, als Vertreter der Ostjuden, führte aus: Die Ostjuden würden ein Fünftel der Münchner Juden ausmachen. Sie könnten daher eigentlich ein Fünftel der Aufwendungen der Gemeinde verlangen. Sie würden das aber nicht tun. Die Verhältnisse der Münchner Ostjuden seien nicht so rosig, als daß sie mehr leisten könnten. Herr Justizrat Dr. Straus dankte Herrn Kommerzienrat Wassermann für die Hinweise, die er gegeben habe, um die Einnahmen zu steigern. Man wolle die Möglichkeiten prüfen. Hierauf wurde die Sitzung geschlossen. F. O. Vereine Lag-Beomer-Spiel- und Sportfest des jüdischen Turn- und Sportvereins „Bar-Kochba" Das von dem jüdischen Turn- und Sportverein „Bar Kochba" am Donnerstag, dem 30. Mai 1929, auf dem Platze des Deutschen Sporwereins in der Marbachstraße veranstaltete Sportfest erbrachte den Beweis, mit welchem Ernst und auch mit welchem Erfolg dieser Verein an die Aufgabe der körperlichen Ausbildung der jüdischen Jugend herangeht. Die gut besetzte Zuschauertribüne bewies das Interesse der jüdischen Öffentlichkeit an den Bestrebungen des Vereins. Unter anderen waren erschienen Oberlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer, Kommerzienrat Wassermann, Justin Lichtenauer. Die Veranstaltung wurde eröffnet mit dem Aufmarsch sämtlicher Abteilungen des Vereins und allgemeinen gymnastischen Übungen, die ein anschauliches Bild von leichtathletischer Vorbereitungsgymnastik boten und ausgezeichnet vorgeführt wurden. Nicht minder gefielen ein rythmischer Reigen der Mädchenabteilung und Übungen der Damenriegen. Das flotte Fußballspiel der ersten gegen die zweite Jugendmannschaft verlief unentschieden. Im Handball für Herren siegte die Mannschaft A gegen die Mannschaft 8 mit 5:4 Toren. Auch die leichtathletischen Wettkämpfe zeigten erfreuliche Leistungen der Teilnehmer. Wir bringen anschließend die Ergebnisse: Herrenwettbewerbe: 100-m-Lauf: 1. Eisenmann 12,2; 2. Nothmann 12,2; 3. Singer 12.5. 800-m-Lauf: 1. Gidalewitsch 2:24; 2. Singer 2:25,5; 3. Koschland 2:26. Kugelstoßen: 1. Kornhauser 10,31 m; 2. Schindel 9,30 m; 3. Schuster 8,81 m. Diskuswerfen: 1. Gerson 27,40 m; Schneller 26 m; 3. Gröbel 24,90 m. 6-mal-200-m-Staffel: 1. „Jordania" 2:38,2; Bar-Kochba I 2:38,5; 3. Bar-Kochba II. 100-m-Laus: Alte Herren: 1. Orljansky 12,8; 2. Rosenbaum 13; 3. Friedläuder 13,3. Jugend I: 100-m-Lauf: 1. Spielmann 12,8; 2. Goldfarb 12,9; 3. Kraus 13. Weitsprung: 1. Goldfarb 5 m; 2. Kraus 4,82 m; 3. Finkel 4,80 m. 5-mal-100-m-Staffel: 1. Bar-Kochba I 68; 2. Bar-Kochba II 72. Jugend II: 50-m-Lauf: 1. Renka 7,6; 2. Mechlies 7,8; 3. Bier 7,9. Weitsprung: 1. Diamond 4,35 m; 2. Renka 4,29 m; 3. Flix 4,28 m. STOliWERCK l SCHOKOLADE-PRALINEN "i

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