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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1929-06-15 · 12 (15.6.1929) · p. Seite 194

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
5 (1929)
Issue
12 (15.6.1929)
Article
Eine Sitzung des Sozialen Ausschusses der Gemeinde, gemeinsam mit dem Vorstand und der Gemeindevertretung
Date
1929-06-15
Page
Seite 194 (sequence 2)
Language
German
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194 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 12 jüdische Geisteskrankenanstalt soll errichtet werden. Die einzige derartige bereits bestehende deutsche Anstalt ist viel zu teuer. Die Geschlechtskrankheiten sind durch die Auswirkungen des Gesetzes zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten zurückgegangen, ebenso die Zahl der Prostituierten. Die jüdische Wohlfahrtspflege in München hat damit nichts zu tun, weil es feit Jahren in München keine jüdischen Prostituierten gibt. Auch eine Trinkerfürsorge ist für die Münchner jüdische Fürsorge nicht praktisch; in den letzten Jahren hat es in München, nur einen einzigen jüdischen Trinkersall gegeben. Auf dem Gebiet der Jugendfürsorge macht die Durch- Bdes Reichsjugendwohlfahrtsgesetzes Fortschritte. Die jüdiinderheime entsprechen in der Mehrzahl modernen Anforderungen. Die Einstellung den Fürsorgeerziehungsbedürftigen gegenüber hat sich geändert. Man betrachtet sie nicht mehr als gesellschaftsfeindlich und behandelt sie individueller. Die Ausführungen fanden reichen Beifall. Der Vorsitzende dankte der Rednerin, die sich um die Wahlfahrtsarbeit der Münchner Gemeinde schon große Verdienste erworben habe. In längeren Ausführungen ging dann Justizrat Straus auf die Wohlfahrtspflege in München im einzelnen ein: Die Gemeinde München hat sich früher nicht selbst mit der Wohlfahrtspflege beschäftigt. Die hat sie den Vereinen überlassen. Etatmittel wurden dafür nicht verwendet. Das ist feit etwa 10 Jahren anders geworden. Das Hindernis für die Wohlfahrtsarbeit der Gemeinde ist feit dem Statut von 1920 beseitigt. Das nun errichtete Wohlfahrtsamt ist jetzt Mittelpunkt der Wohlfahrtspflege in München. Die Tätigkeit der Vereine soll aber dadurch nicht eingeschränkt werden, Las Wohlfahrtsamt soll Unterstützung finden durch die Wohltätigkeit der Vereine und der Privaten. Die Organisation des Wohlfahrtsamtes ist die folgende: Abt. A (Leiter Herr Hirfchinger): Durchwandererfürsorge und regelmäßige Unterstützung. Abt. 8 (Leiterin Frl. Dr. Strauß): Sozialfürsorge, Arbeitslosen- und Erholungsfürsorge. Abt. C: Jugendfürsorge. Diese Abteilung ist bisher von Frl. Katzenstein geleitet worden, die nach verdienstvollem Wirken ihr Amt verlassen hat; an deren Stelle ist Frl. Cohn getreten. Die Jugendfürsorge ist organisatorisch geändert worden. Das Jugendamt wurde dem Wohlfahrtsamt angegliedert, die Räume nach Herzog-Max-Straße 5 verlegt. Die Erholungsfürsorge wurde im vergangenen Jahr systematischer ausgestaltet. Es ist mit das Wichtigste, für die Erhaltung der Kräfte und Arbeitsleistung der jüdischen Bevölkerung zu sorgen, indem man Minderbemittelten zu einem kurzen Erholungsurlaub verhilft. Das ist keine Verwöhnung, wenn man solchen Leuten einige Wochen der Erholung geben kann. In großen Zügen sprach dann der Redner die gedruckt vorgelegte Jahresrechnung durch. RM. 109 000.— seien ausgegeben worden, davon RM. 104 000.— für Unterftützungszwecke und RM. 4600.— für Darlehen. Die Einnahmen stammen zu 70 Prozent von der Gemeinde in deren Etat RM. 68 000.— für die Zwecke des Wohlfahrtsamtes eingesetzt seien, daneben würden Stiftungszinsen einen Teil der Einnahmen bilden, ferner würde ein regelmäßiger Betrag von dem Gefamtausschuß der Ostjuden in Höhe von mindestens 200 RM. monatlich geleistet. Auch die Stadt München gebe einen Beitrag ab. Von dem Verkauf der Wohlsahrtsbriefmarken werde etwas erübrigt. Der Voranschlag für das neue Jahr decke sich ungefähr mit den Beträgen des vergangenen Jahres. Er versuche mit etwas weniger auszukommen. Ob das aber erreicht werden könne, fei zweifelhaft. Die Zahl der Unterstützten sei in der Jahresrechnung ausgeführt. Besonders interessant seien die Zahlen in der Abt. 8 (52% Unterstützung wegen Arbeitslosigkeit, 18% wegen Krankheit). Die Wohlfahrtsarbeit der Gemeinde fei nicht erschöpft mit der Zuwendung von RM. 68 000.—. Sie bezahle auch das. Personal. In der offenen Fürsorge (Mittelstandshilfe) würden die Unterstützungsbeträge durch eine Kommission ausgegeben, an deren Spitze Frau Dr. Baerwald stehe. RM. 6000.— im Jahre würde für die Lebensmittelbeschaffung für Unbemittelte aufgewendet: ■mnmmlllll IIIITTTTIilllllll DALL'ÄRMI FIRMA CARL VOLKERT hofliefe r a nt München maximilianstr.41 Die alte Spezialfirma für die gepflegte Qualitätszigarre Ein Hauch köstlich zarten Parfüms schafft oft erst die Atmosphäre des völligen Wohlbehagens. Jede elegante Dame sollte darum nie auf ein individuelles, dezent. Parfüm verzichten. Nau's Parfümerie und Drogerie Maxlmiliansstraße 42, gegenüber dem Nationaltheater, hat stets alle Parfüms, wie auch Puder, Kölnisches Wasser ufw. vorrätig, und wird Sie beim Einkauf so beraten und bedienen, daß Sie wirklich zufrieden sind. ¥ ¥ MM» MAX NEUMAYER Kraftfahrzeug«! Kaulbachstraße 82/86 (Nähe Siegestor) Telephon 33823-24 OPEL / STUDEBAKER Vertretung / Spezial.Reparaturwerkstätte / Günstige Ratenzahlungen Der".' das Lokal jedes Einheimischen und Fremden NEUER PÄCHTER S HANS FÜRST 37

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