Mannheim
Compact Memory

Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1929-04-15 · 8 (15.4.1929) · p. Seite 120

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
5 (1929)
Issue
8 (15.4.1929)
Article
K'le Kodesch und Parochoth in bayerischem Synagogenbesitz
Date
1929-04-15
Page
Seite 120 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2727810-2727875-2727883-2735468--04608-2735530
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

120 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 8 2lbb. 7. Thora-Oberschmuck (Rimmon). Frühes 18. Jahrhundert. Synagogenbesitz: Fischach. Abb. 8. Rimmon. Ende des 17. Jahrhdts. Privatbesitz: Oettingen. Abb. 9. Rimmon. Augsburger Arbeit, etwa 1779/81, wahrscheinlich von Samuel Bardet. Gemeindebesitz: Jchenhausen. zehnt des neunzehnten Jahrhunderts dort lebenden Mitglieder der Chewrah Kadischa d'G'miluth Chassadim überliefert. Neben Rimmonim kommt als Oberschmuck der Thorarolle die Form der Krone vor, wie eine die Gunzenhausener Gemeinde besitzt (Abbildung 10), ein besonders reizvolles Stück, das in Nürnberg im Jahre 1770 entstand. Der Thorazeiger, die „Iad", ist meist einfach gestaltet und daher von keinem weiteren kunftgeschichtlichen Interesse. Thoravorhänge Die bisher behandelten Gegenstände waren naturgemäß in der Regel von nichtjüdischen Kunsthandwerkern geschaffen worden, da, wie in allen Zünften, so auch bei den Goldschmieden Juden nicht ausgenommen wurden. Anders verhält es sich bei einer besonderen Gattung von Schmuckteilen, den Thoravorhängen und -Mäntelchen. Alter Überlieferung entsprang es, diese Textilien als Stiftungen ftommer Frauen im Kreise der Gemeinde selbst zu verfertigen. Meist waren es prächtige Damast- und Brokatstoffe, auch Samte, besonders gerne die zur Hochzeit getragenen Kleider, die dem Dienste am Heiligen gewidmet wurden. Ist zu Beginn des achtzehnten Jahrhunderts das Erhaltene noch sichtlich Erzeugnis häuslicher Betätigung und dadurch noch primitiv in den Mitteln, so finden wir doch bald, daß kunstgewerbliches Verständnis — beeinflußt von dem farben-frohen Geschmack des europäischen Ostens — sich dieses Zweigs bemächtigt. Wir können in Bayern zwei Zentren der Kunststickerei feftftellen: die eine war Fürth i. B., wo der aus Großglogau in Schlesien stammende Vorbeter ElkanaNaumburgsich mit dieser Kunst befaßte. Erzeugnisse aus feiner Werkftätte, die von Juda Löb Ulmo, S. des Landesvorstandes Simon U. und seiner Frau Gnendel, Toch- VfH Abb. 10. Thorakrone. Nürnberger Arbeit vom Jahre 1770. Gemeindebesitz: Gunzenhausen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.