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Mitteilungen des Israelitischen Lehrervereins für Bayern · 1929-01-15 · 1 (15.1.1929) · p. Seite 2

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Journal
Mitteilungen des Israelitischen Lehrervereins für Bayern
Volume
1929
Issue
1 (15.1.1929)
Date
1929-01-15
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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2 Nr. 1 Mitteilungen des Israelitischen Lehrervereins für Bayern Ausgaben: RM. Verwaltung.- . - . . ..' 282.08 Unterstützung von Witwen und Waisen ....... 4375.— Unterstützung dienstunfähiger Lehrer.2100.— Außerordentliche Unterstützungen in Krankheitsfällen . . 1285.— Sonstige Ausgaben .. 1065.38 Kassabestand. 1296.69 Summa: 10404.15 5. Rechnungsrevision: Auf Antrag von Steinhäuser und Hirnheimer, welche die Revision der Rechnungen und Belege übernommen hatten, wird dem Kassier und der Verwaltung Entlastung 6. Jahresbeitrag: Der Jahresbeitrag für da^Jahr 1929 wird in der bisherigen Höhe festgesetzt. Er beträgt: a) für aktive bayerische Mitglieder.30 RM. b) für pensionierte bayerische Mitglieder.15 RM. c) für aktive Mitglieder, die außerhalb Bayerns angestellt sind .20 RM. d) für Pensionisten, die außerhalb Bayerns angestellt waren.10 RM. e) für aktive Gewerkschaftsmitglieder.20 RM. f) für pensionierte Gewerkschaftsmitglieder.10 RM. Der Jahresbeitrag kann in zwei Raten, die am 1. Januar und 1. Juli fällig sind, entrichtet werden. 7. Neuwahl: Die neugewählte Verwaltung setzt sich wie folgt zusammen: 1. Vorsitzender M. Rosenfeld (München): 2. Vorsitzender Dr. I. Bamberger (Nürnberg); Kassier M. Hellmann (Würzburg); 1. Schriftführer M. Adler (München): 2. Schriftführer L. Uhlfelder (Nürnberg). Beisitzer: Blumenthal (Neustadt a. d. Aisch); Brückheimer (Marktbreit); Hirnheimer (Höchberg); Krämer (München); Stoll (Würzburg). Ersatzleute: Schottland (Frankenthal); Gunderscheimer (Brückenau); Bamberger (Kitzingen); Godlevsky (Amberg). 8. Vortrag des Seminardirektors Stoll: Die Lehrerbildungsfrage in Bayern. Das mit großem Beifall aufgenommene Referat ist in den Nummern 9 bis 11 unserer „Mitteilungen" zum Abdruck gekommen. Der Vortrag ist auch in Broschürenform erschienen und kann von dem Schriftführer (Anschrift: Tengstraße 2/III) gegen Einsendung von 50 Rpf. bezogen werden. An der anschließenden lebhaften Aussprache beteiligten sich: Adler (München), Strauß (Nördlingen), Dr. Bamberger (Nürnberg), Bezirkstabbiner Dr. Stein (Schweinfurt), Liffgens (Rothenburg), Oppenheimer (Laudenbach und Hirsch (Koburg). 9. Entschließungen. Es wurden folgende Entschließungen angenommen: a) Die Mitgliederversammlung ersucht den Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden nach dem Vorbilde anderer Länder, wie Württembergs und Badens, Fortbildungskurse für Rabbiner und Lehrer einzurichten. Dem Anträge wurde bereitwilligst stattgegeben. Der wohlgelungene erste wissenschaftliche Fortbildungskurs für Lehrer fand vom 24. bis 27. Dezember 1928 in Würzburg statt. Bericht hierüber folgt demnächst in der Gemeindezeitung. b) Die Mitgliederversammlung erklärt sich im Prinzip mit den Leitsätzen des Seminardirektors Stoll zu seinem Referat über die Lehrerbildung in Bayern einverstanden. Die Leitsätze sind in Nummer 7 unserer „Mitteilungen" vom 1. Juli 1928 abgedruckt. e) Die Mitgliederversammlung hält aus finanziellen, kulturellen und pädagogischen Gründen im Hinblick auf das zu erwartende Gesetz über die neue Lehrerbildung die Zusammenlegung der bisherigen Präparandenschule Höchberg und der Lehrerbildungsanstalt Würzburg zu einer vollausgebauten Aufbauschule mit dem Sitze in Würzburg für zweckmäßig und erwünscht. Mit diesem Anträge wollen zugleich die Bestrebungen, diese Schule durch die Arbeitsgemeinschaft der Gemeindeverbände als Reichsanstalt zu erklären, unterstützt werden. 10. Vertretung im Reichsverband der jüdischen Lehrervereine. Zum Vertreter für die Vorstandschaft des Reichsverbandes wird Dr. Bamberger (Nürnberg) vorgeschlagen. Er ist inzwischen zum 2. Vor- . sitzenden des Reichsverbandes gewählt worden. München, den 1. Januar 1928. M. Rosenfeld M. Adler 1. Vorsitzender 1. Schriftführer Personalien Die Volksfchultehrerstelle Jchenhausen wurde dem Lehrer Sigmund Hammelberger, bisher Lehrer in Mühlhausen (Oberfranken), übertragen. Lehrer A. Berlinger in Schlüchtern, früher in Poppenlauer, wird ab 1. April 1929 an die israelitische Volksschule in München berufen. Lehrer A. Rosenblätt in Memmingen tritt nach mehr als 40jähriger Dienstleistung in den dauernden Ruhestand. Lehrer Lermann (Rimpar) wurde an eine Schule in Berlin be- Bezirkskonferenz Würzburg. In Ergänzung des Berichtes in Nummer 12 der „Mitteilungen" wird noch mitgeteilt, daß die wissenschaftliche Leitung der Konferenz in Händen des Seminarrabbiners Dr. Neubauer liegt. Bezirkskonferenz Ansbach. Nach kürzerer Ferienpause war am 28. Oktober wieder eine gut besuchte Bezirksversammlung in Ansbach. Der Vorsitzende Levite referierte zunächst über verschiedene Schul- und Unterrichtssragen, wobei er die Punkte: Lesefibel und Ortslehrplan eingehender behandelte. In der Aussprache, bei der auch Kultus- und Pensionsfragen berührt wurden, ergab sich, daß mehrere. ältere Mitglieder der Konferenz durch zu späte Anmeldung zum Versorgungsverbande durchaus ungenügende Versorgungsansprüche haben. Der Vorsitzende übernahm die Weiterverfolgung dieser Angelegenheit. Midraschlernen unter Leitung des Bezirksrabbiners Dr. Munk beschloß die Konferenz. Am 2. Dezember fand die Bezirkskonferenz in Gunzenhausen statt. Levite zeigte an praktischen Unterrichtsbeispielen in seiner Schule die unterrichtliche Behandlung des Fibellesens, des Übersetzens eines Abschnittes der Schaare Thora und einer Haftorah. Der praktischen Vorführung folgte eine lebhafte Aussprache. Allgemeinem Wunsche Rechnung tragend, werden bei späteren Bezirksversammlungen wieder solche Lehrproben aus dem Gebiete des Religionsunterrichtes vorgeführt. Die nächste Bezirkskonferenz findet Ende Januar statt. Vezirkskonferenz Fürth. Die 3. Konferenz findet am 10. Februar in Fürth, Moststraße 10, statt. Blumenthal Ein Gedenkblatt einem teuren Freunde Am m visn von rroo geleitete ein stattliches Trauergesolge in dem pfälzischen Dörfchen Rockenhausen die sterblichen Überreste von Lehrer Jakob F r a n k zur letzten Ruhe. Als Sohn eines pfälzischen Volksschullehrers in Marienthal 1844 geboren, besuchte er das Lehrerseminar Kaiserslautern und wirkte 35 Jahre als Volksschullehrer in den Orten Altdorf, Steinbach a. Gl. und Albersweiler (Orte, deren Lehrerstellen heute längst aufgelöst sind), am letzteren Orte über 2 Dezenten stets in vorbildlicher, diensteifriger, gewissenhafter Weise. Im Jahre 1898 wurde er infolge Krankheit pensioniert, konnte sich aber in der Ruhe wieder so erholen, daß ihm noch die Gnade ward, 30 Jahre im Kreise seiner Familie, zuletzt im Hause einer verheirateten Tochter, genießen zu dürfen. In dieser Zeit konnte er der Beschaulichkeit seiner Lieblingsbeschäftigung sich ungestört widmen, dem jüdischen Studium. Sein innig religiöser Sinn, seine Herzensfrömmigkeit führten ihn dazu, täglich für sich und gar oft mit gleichgesinnten Kollegen und Freunden zu „lernen". Dazu war er um so mehr befähigt, da er von Jugend auf im stammen Elternhause „gelernt" hatte, und auch deshalb, weil er über ein umfassendes Allgemeinwissen, große Belesenheit und meisterhafte Beherrschung der Sprache verfügte'. Neben dem umfassenden Wissen waren es sein gerader, schlichter Sinn, sein menschenfreundliches Wesen, sein gutes, stets heiteres Gemüt, die ihn besonders auszeichneten. So wirkte er anregend und fördernd als Lehrer, Liebe ausstreuend und Zuneigung erntend. Er war ein ganzer Mann, der in Beruf und Leben sich überall herzliche Zuneigung und Freundschaft erworben hatte, die über das Grab hinaus reicht. In herzlichen Worten gedachten seiner bei seinem Hingange die beiden Rabbiner: Dr. Baron (Kaiserslautern) und Dr. Meyer (Pirmasens). Als Kollege und seinerzeitiger Amtsnachfolger sprach Oberlehrer Haymann (Rodalben) dem lieben Dahingegangenen den Abschiedsgruß, ihn als wahren Freund, hilfsbereiten Amtsgenossen und idealen Lehrer feiernd. Von weit her waren Schüler und Freunde erschienen, ihm die letzte Ehre zu erweisen. Er hat Segen verbreitet, darum wird sein Andenken auch in Segen erhalten bleiben. ' H. R. Für den Inhalt der „Mitteilungen" verantwortlich: Max Adler, München.

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