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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1929-01-01 · 1 (1.1.1929) · p. Seite 4

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
5 (1929)
Issue
1 (1.1.1929)
Article
Das Bibelwerk des Mose Arragel
Date
1929-01-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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4 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 1 und ihmwie'demMaimonides von diesen beiden Seiten herzugänglich war, .außerdem an die dem griechischen 'Weltweisen sich anlehnenden'Philosophenschulen. So bemüht er sich, das Entstehen cvnd die Dauer der Wellschöpfung zu erklären, und leitet das Prinzip , und den Zweck aller Bewegung auf Erden aus den.dem.Geiste Gottes entstandenen Formen ab. An die Lehren des Neuplütoniömus lehnen sich seine Anschauungen vom Weltenbau und den die Planeten beseelenden Sphärengeistern an. Die seine Zeit besonders lebhaft bewegende Frage nach der Grenze - zwischen der göttlichen Vorherbestimmung und der Willensfreiheit des Menschen wirkt in seiner Auffassung von der Macht des Schicksals, besten eigener Gestaltung und Überwindung, den Übeln der Welt, der bewußten Verantwortlichkeit wie der Erringung der Seligkeit nach. Die Entscheidungen der religiösen Gesetzlichkeit werden von ihm im Sinne der gleichzeitigen sittlichen Verpflichtung aufgefaßt, diese schreitet bis zur asketischen Strenge fort. Daher fügt er sie seinen Erklärungen, z. B. in den Psalmen, wie Leon Bagnols, in ethischen Nutzanwendungen, an. Schließlich rückt die gleichsam in der Luft schwebende Vorahnung des herannahenden Verhängniffes die Hoffnung auf das Erscheinen des Erlösers in so greifbare Nähe, daß sie bei jeder Gelegenheit von neuem durchbricht. Der Hochmeister De Guzman konnte dem Genüsse seines Prachtwerkes nicht viel Muse zuwenden, die letzten Jahre seiner Herrschaft waren von Kämpfen , um seine Nachfolge ausgefüllt, und verärgert zog er sich zurück. Siebenzig Jahre später trat der völlige Zusammenbruch der auf der iberischen Halbinsel seit Jahrhunderten bestehenden Verhältnisse eim Nach der Vertreiburng aller Fremdgläubigen blieb die kirchlich strenge Königin Isabella bemüht, jede Abweichung von dem nun allein herrschenden Glauben auszutilgen. Ein Edikt der Generalinquisition Ezechiels Mahnrede ans Kriegsvolk verdammte die Übersetzung der Bibel als ketzerisch, so verschwand auch die des Arragel auf Jahrhunderte in einem Iesuitenklofter, die Ausbreitung ihres Geistes aber konnte nicht verhindert werden. Die merkwürdigste der späteren B i b e l ü b e r s e tz u n - gen ist die von Konstantinopel, 1547, die heute nur noch in wenigen Exemplaren, besonders im Orient", anzutreffen ist. Der allein das Fünfbuch umfassende gewichtige Band ist zum gottesdienstlichen Gebrauch hergerichtet. Die mittlere Kolumne enthält den hebräischen Text, noch nicht in Kapitel und Verse, sondern nur nach. Wochenabschnitten eingeteilt.. Der schmalere Außenteil bringt in kleinerm Druck die damals wohl am häufigsten begehrte neugriechische Übersetzung, die Innenseite eine solche ins Altspanische, beide aber in hebräischen Lettern nach der damals üblichen Aussprache, die, nebst den heute untergegangenen Ausdrücken, das Verständnis zwar erschweren, aber lautgesetzlich dafür reich entschädigen. Der obere schmale Rand hat in kleinem Druck die aramäische Übersetzung des Proselyten Onkelos, der untere breite die Erklärungen von Raschi, so daß der Benutzer, der gesetzlichen Vorschrift entsprechend, den Wochenabschnitt zweimal lesen und einmal übersetzen kann. Weiter verbreitet war die spanische Übersetzung der Bibel von Ferrera, die anfangs 1553 in gotischen, in spätern wiederholten Neudrucken, so 1661 zu Amsterdam, in lateinischen Lettern erschien, eine Bearbeitung der Übersetzung des David Kamchi oder Kimchi, dessen grammatische Feststellungen schon Arragel benutzt hatte, durch Abraham Usque. Auch sie teilt den Text in Paraschot oder Wochenabschnitte, dazu aber schon in Kapitel, in jüngeren Ausgaben auch in Verse, aber ohne Erklärungen. - Später kamen auch Übersetzungen von christlichen Spaniern hinzu, besonders der im Dienste imperialer Machtpolitik stehenden Londoner Bibelgesellschaft der protestantischen Mission, in ihnen tritt eine immer moderner und gleichförmiger werdende Sprache an Stelle der in den bis ins neunte Jahrhundert zurückreichenden Handschriften. Andere aber sind arabisch, kastilisch, portugiesisch, baskisch, katalanisch oder in südlicher herrschenden spanischen Mundarten geschrieben. Doch schon jenen jüngeren spanischen Bibelübersetzungen geht vielfach der Vers Ies. 40, 8 voran: Das Wort unseres Gottes bestehet ewiglich. 0 Die Preußische Staatsbibliothek bezeichnet ihr wohlerhaltenes Exemplar als „komplett, überaus selten". Ich konnte feststellen, daß es in Paris nicht vorhanden ist, dagegen in Amerika. Bayerische Niederlassungen an allen größeren Plätzen Bayerns rechts des Rheins Vereinsbank Ö J3 O ü «! fl ' X!!? Bayerische Vereinsbank «ei ere Einlagen sorö Rückzahlungen auf dieses Enlageuu* können nur bei der Aus 9®esfelle vorgenommen Ausgabestelle ■oa ■'VOu sr £- 3 22. on er tr Günstige Verzinsung von Guthaben insbesondere von Spargeldern auf Einlagebuch

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