Mitteilungen des Israelitischen Lehrervereins für Bayern
- Journal
- Mitteilungen des Israelitischen Lehrervereins für Bayern
- Volume
- 1928
- Issue
- 9 (13.9.1928)
- Article
- Die Neuordnung der Lehrerbildung in Bayern
- Date
- 1928-09-13
- Page
- Seite 21 (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 9 Mitteilungen des Israelitischen Lehrervereins für Bayern 21 wird nur der erwerben, der wissenschaftlich über dem Stoffe steht und die Methoden, den Stoff zu lebendigem Bildungsgut zu gestalten, beherrscht. Die pädagogisch-methodischen Probleme sind aber für den jüdischen Religionslehrer keine andern als die dem Volksschullehrer gestellten. Dessen Aufgabe erschöpft sich nicht, wie das herrschende Vorurteil noch immer glaubt, in der Pflege einer nur intellektuellen Kultur. Die irrationalen Kräfte der Seele, künstlerischer, sittlicher, religiöser Art spielen in der Bildung der Persönlichkeit eine größere Rolle als die bisher einseitig überschätzten rationalen,. Der wahre Bildner ist durchdrungen von dem Gedanken, daß der vollkommene Mensch nur der ist, der seine geistigen, seelischen und leiblichen Anlagen zu einer harmonischen Gesamtpersönlichkeit zu entwickeln verstanden hat. II. Die in der jüdischen Lehrerbildung einmal gegebene Grundlage und Entwicklung läßt es gar nicht zu, für den Religionslehrer einen anderen Bildungsweg einzuschlagen als für den jüdischen Volksschullehrer, denn a) auch der jüdische Volksschullehrer muß Religionslehrer, auch er muß ein Träger jüdischer Kultur sein und in den rabbinerlosen Gemeinden als der geistige Führer seiner Gemeinde wirken. Diese Bildung kann er sich nur verschaffen auf eigenen jüdischen Bildungsstätten, welche die Allgemeinbildung profaner und religionswissenschaftlicher Art auf einer höheren Schule, die spezielle Berufsbildung auf einem wissenschaftlichen Institut, das die Belange jüdisch-kultureller Weltanschauung des jungen Menschen berücksichtigt, vermitteln. Personalien Urspringen. Am 8. September waren es 50 Jahre, daß Hauptlehrer Kifsinger die Stelle eines Volksschullehrers an der damals noch sehr gut besuchten jüdischen Volksschule in Urspringen angetreten hat. Er amtierte an dieser Schule bis zu ihrer vor 10 Jahren erfolgten Auflösung, verblieb aber in treuer Anhänglichkeit an seine Gemeinde als Religionslehrer dortfelbst und hat bis vor kurzem diesen Dienst in mustergültiger Weise versehen. Seine eifrige und ersprießliche Tätigkeit wie seine Sorge um das Allgemeinwohl fanden vielseitige Anerkennung nicht nur bei der jüdischen Bevölkerung, sondern auch in hohem Grade bei der politischen Gemeinde, die ihm anläßlich seines 25jährigen Dienstjubiläums das Ehrenbürgerrecht verlieh. Der Jubilar gehört zu den wenigen noch lebenden Gründungsmitgliedern unseres Vereins. Möge ihm ein recht langer und heiterer Lebensabend beschieden sein! Speyer a. Rh. Am 1. September verließ Hauptlehrer Jakob Krämer die Pfalz, um einer ehrenvollen Berufung der Kultusgemeinde München folgend, die Stelle eines Religionslehrers in dieser Gemeinde zu übernehmen. Der Freien Vereinigung Israelitischer Lehrer und Kantoren der Pfalz war Krämer seit 1907 ein beständiger und verständiger Mitarbeiter und seit 1924 ein tatkräftiger und erfolgreicher Führer. Hier und ebenso im Ausschuß des Verbandes der Israelitischen Kultusgemeinden der Pfalz sowie als Mitglied der Tagung des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden — überall hat Krämer fleißig und zielbewußt geholfen, die Gegenwartsaufgaben der Pfälzer Judenheit ihrer Lösung näher zu bringen. Die Achtung und Wertschätzung weiter Kreise dieser Pfälzer Glaubensgenossen begleiten K. an seinen neuen Wirkungskreis. Möge seiner Tätigkeit auch dort reicher Erfolg beschieden sein. Sch. An die Pfälzer Kollegen! Bei meinem Scheiden aus der mir in 21jähriger Tätigkeit liebgewordenen Pfalz sage ich allen Pfälzer Kollegen herzlichste Abschiedsgrüße. Speyer, 31. August 1928. Krämer. Weitere Zugänge zum Verein Neuerdings sind dem Verein die Lehrer Kannenmacher in Aub, und Schapiro in Bamberg als ordentliche Mitglieder beigetreten. Dem Andenken Dingfelders f. A. Zum Andenken an ihren Heimgegangenen Vater bzw. Bruder, übersandten uns Herr Julius Dingfelder und Frau Rosa Schwalb in Nordamerika RM. 300.—, wovon die Hälfte bestimmungsgemäß der Simon- und Jda-Dingfelder-Stiftung, die weitere Hälfte der Hilfskasse überwiesen wurden. Den edlen Spendern unseren herzlichsten Dank! Reujahrswunsch-Enthebungsliste 5689 Anfänger (Heßdorf): Dr. Bamberger (Nürnberg): Blumenthal (Hofheim): Blumenthal (Neustadt a. d. Aisch); Bravmann (Gaukönigshofen): Frau Dorfzaun (Fischach-Kassel); Edelstein (Sugenheim); Eldod (Höchberg): Erlebacher (Höchberg): Eschwege (Würzburg),- Frank (Straubing): Dr. Fränkel (Augsburg): Freudenberger (Thüngen); Goldstein (Würzburg): Gundersheimer (Brückenau): Dr. Hammelburger (Würzburg): Hellmann (Würzburg): Hirsch (Koburg): Hofmann (Würzburg): Kissinger David (Würzburg): Klein (Norden); Krämer (Ansbach): Lehmann (Würzburg); Levi (Burgpreppach): Mandelbaum (Würzburg): Marx (Nürnberg); Neumann (Kassel): Ottensoser (Würzburg): Rose (Altenstadt): Rosenberger (Hammelburg): Rosenblatt (Memmingen); Rosenwald (Frankfurt); Schmid (Ansbach): Schottland (Frankenthal): Senger (Würzburg): Stoll (Würzburg); Strauß (Weiden); Strauß (Nördlingen); Wühler (Hörstein); Wähler (Neustadt a. d. Saale); Wechsler (Alzenau); Weil (Hof); Weinstock (Theilheim); Gutmann (Fürth); Wechsler (Aschbach): Wormser (Nürnberg): Adler, Eisfeld, Friedmann, Glaser, Kirschner, Kissinger F., Kissinger I-, Dr. Klugmann, Krämer, Lachmann, Müller, Rosenfeld, sämtl. München; Blatt (Obbach); Fulder (Treuchtlingen); Gutmann (Öttingen); Rau (Hirschaid); Strauß (Windsheim): Sulzbacher (Hanau); Weichselbaum (Adelsberg): Adler, Ehrenreich,' Heß, Hirsch, Uhlfelder I., Uhlfelder L., sämtl. Nürnberg. Einzahlungen von Mai bis August 1928 Von: Heimann, Augsburg RM. 15.—; Steinfeld, Augsburg 15.—; Schmid, Ansbach 15.—; Maimonides-Loge, Nürnberg 100.—; Ehrenreich, Berlin 25.—; Kissinger, F., München 15.—; Kissinger, I., München 15.—; Katz, Nürnberg 15.—; Blumenthal, Unsleben 15.—; Berlinger, Schlüchtern 10.—; Martin, Haßloch 10.—; Godlewsky, Amberg 60.—; Schottland, Frankenthal 30.—; Dr. Hammelburger, Würzburg 30.—; Kultusgemeinde Nürnberg 200.—. Goldstein, Würzburg RM. 8.—; Senger, Würzburg 10.—; Mannheimer, Dettelbach 15.—; Friedmann, Mainstockheim 15.—; Baracker, Sulzburg 15.—; Rosenblatt, Memmingen 35.—; Strauß, Windsheim 15.—; Strauß, Weiden 15.—; Kissinger, Urspringen 7.50; Samuel, Homburg 15.—; Weinstock, Theilheim 15.—; Fränkel, Erlangen 15.—; Strauß, Geroda 30.—; Weil, Hof 30.—; Bamberger, Kitzingen 30.—; Berendt, Veitshöchheim 15.—; Einstädter, Kitzingen 30.—; Sonn, Großlangheim 15.—; Rosenbaum, Ingolstadt 30.—Wechsler, Alzenau 30.—; Stein, Regensburg 15.—; Heippert, Scheinfeld 15.—; Levite, Gunzenhausen 15.—; Frank, Straubing 30.—; Gundersheimer, Brückenau 15.—; Wähler, Neustadt a. d. S. 30.—; Neumann, Kassel 20.—; Schloß, Aschaffenburg 15.—; Hirsch, Coburg 50.—; Bierschild, Prichsenstadt 30.—; Eldod, Höchberg 15.—; Anfänger, Heßdorf 15.—; Erlebacher, Höchberg 15.—; Levi, Burgpreppach 15.—; Kissinger, Jul., München 15.—; Geßner, Rostock 10.—; Kirschner, München 15.—; Dr. Klugmann, München 15.—; Rosenfeld, München 15.—; Dr. Keßler, München 30.—; Friedmann, Minchen 7.50; H. Glaser, München 10.—; Adler, München 15.—; Wechsler, Aschbach 15.—; Hellmann, Würzburg 10.—; Köstrich, Uhlfeld 15.—; Regensburger, Kriegshaber 15.—; Weichselbaum, Adelsberg 15.—; Bernstein, Wilhermsdorf 30.—; Freudenberger, Thüngen 15.—; Fuchs, Cronheim 15.—; Wähler, Hörstein 15.—; Kissinger, Würzburg 18.—; Tannenwald, Aschaffenburg 15.—; Mayer, 'Niederhochstadt 15.—; Gutmann, Fürth 15.—; Müller, München 15.—. Durch: Strauß, Uffenheim 10.—; Gundersheimer, Brückenau 13.—; Dingfelder, München 20.—; Blumenthal, Unsleben 30.—; Wiedmann, Landau 30.—; Rosenfeld, München: N. N. anläßlich der ersten Jahrzeit unserer teuren Mutter 5 Dollar; Goldstein, Würzburg von C. Lang, Zürich 24.—; Frau I. Dingfelder, München von: Jul. Dingfelder, Plant lity (Florida) 100.—; Frau Rosa Schwalb (Neuyork) 200.—. Die Kollegen werden hiermit daran erinnert, daß die zweite Hälfte des Jahresbeitrags am 1. Juli fällig war. Da eine Reihe von Mitgliedern noch mit der ersten Rate im Rückstand ist, ersuche ich die Säumigen dringend, den ganzen Jahresbeitrag baldigst zur Einzahlung zu bringen. (Postscheckkonto Nürnberg 64 79.) Würzburg, 17. Juli 1928. M. Hellmann Für den Inhalt der „Mitteilungen" verantwortlich: M. Rosenfeld, München.