Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 16 (4.9.1928)
- Article
- Protokoll der Verhandlungen der sechsten Tagung des Verbandes bayerischer israelitischer Gemeinden in Bamberg am 17. und 18. Juni 1928
- Date
- 1928-09-04
- Page
- Seite 272 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2727810-2727850-2727866-2733826--03589-2733869- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
272 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 16 den Grundsätzen nichts zu ändern. Die Gemeinden könnten ja über diese Sätze hinausgehen. Syndikus Rechtsanwalt Flaschner: Was Dr. Nathansen will, ist wohl im einzelnen Fall durchführbar, weil es heißt „in der Regel". Wenn sich eine Gemeinde ihrer ganzen Konstruktion nach noch als lebensfähig erweist, so wird ihr der Verband niemals den Lebensfaden abfchneiden. Oberstlandesgerichtsrat Professor Dr. Silberschmidt: Wir stimmen über den Antrag Engel ab, die Schächtbeamten im Hauptberuf nach 5a vorrücken zu lassen. Abgelehnt. Antrag Dr. Nathansen, Ziffer IV, Absatz 6, zu streichen. Abgelehnt. Antrag Lehrer Oppenheimer auf Streichung der Ziffer V/4, Absatz 2. Abgelehnt. Abstimmung über die Besoldungsordnung im ganzen. Angenommen. Oberlandesgerichtsrat Dr. Reumeyer: Ich lasse im Rat über die Besoldungsordnung abstimmen. Angenommen. (Fortsetzung folgt.) ttus dem Verbände Marktbreit. Am 14. August verschied nach längerem Leiden der frühere Kultusvorstand und Ehrenvorsitzende der hiesigen Gemeinde Salomon Weinberg. Er entstammte einem religiösen Hause und brachte somit durch seine gut jüdische Einstellung die erste Voraussetzung mit für dieses Führeramt, das er über zwei Jahrzehnte in aller Treue verwaltete. Während seiner Amtsperiode wurde das Mikwoh neuzeitlich umgebaut und im Jahre 1920 die jüdische Volksschule errichtet. Der Tagung des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden gehörte er als Mitglied an. Im Stadtrat wurde seine die Gegensätze überbrückende Gewandtheit allseits geschätzt. Die Beerdigung fand unter starker Beteiligung auch von feiten der christlichen Bevölkerung statt. Vor dem Trauerhause zeichnete Herr Bezirks-Rabbiner Dr. Wohlgemut das vielseitige Wirken des Verstorbenen. Dr. Weinberg (Neumarkt), ein Bruder des Verklärten, beklagte den Hingang des Familienältesten, der von allen wegen seiner Hilfsbereitschaft und Güte als zweiter Vater geschätzt worden war. Kultusvorstand Goldbach dankte namens der Gemeinde und Seminar-Oberlehrer Stoll für die freudige Mitarbeit, die er als Mitglied der konservativen Fraktion dieser und dem Gemeindeverband geleistet hat. Vor dem Abendgebete im Trauerhause weihte Lehrer Brückheimer dem Geschiedenen in einem Schiur Worte des Gedenkens und der Erinnerung. Br. kus der Semeinde München Rosa Werner Frau Professor Werner ist am 26. August in Dad Tölz, wo sie zur Erholung weilte, infolge eines Schlaganfalles plötzlich verschieden. Die Verblichene hat als Lebensgefährtin des unvergeßlichen Rabbiners Dr. Werner wie als eine der vorzüglichsten Trägerinnen der Wohlfahrtspflege der kultusgemeinde München sich unvergängliche Verdienste erworben, die auch vor wenigen Jahren an der Feier ihres 70. Geburtsfestes von allen Seiten auf das herzlichste gewürdigt worden find. Mit dem Andenken ihres verewigten Gatten wird auch ihr Andenken an der Stätte ihres Wirkens nie erlöschen. Die Beerdigung fand Mittwoch, den 29. August, im Reuen Frieds Hof an der Ungererstraße statt. Wir werden hierüber in der nächsten Rümmer eingehend berichten. Von der Ferienkolonie München in krumbach (Schwaben) Im lieblichen Kammeltal, dessen Talwände ausgebreitete Laub¬ und Nadelwälder tragen, liegt idyllisch schön das Ferienheim des „Münchener Vereins für Ferienkolonien und zur Bekleidung von Schulkindern". Große schöne Räume, Helle Schlafsäle, Speise- und Spielsaal, die im Vorjahre mit großem Kostenaufwand neu ausgestattet wurden, stehen der Kinderschar zur Verfügung. Unmittelbar vor dem Gebäude zieht sich eine große Grasfläche hin, die mit Obstbäumen aller Art bewachsen ist und den Kindern Halbschatten bietet. Hier tummeln sich die Kinder und führen Spiele aller Art aus. Am Südende des Gartens hat die Stadtgemeinde ein der Neuzeit entsprechendes Flußbad eingerichtet mit Schwimm- und Sonnenbad. Das von ärztlicher Seite gerühmte milde Kammelwafser ladet zum Bade ein, und besonders in diesem heißen Sommer könnten die Koloniekinder sich erfreuen und stärken, durch fleißiges Baoen in der Kammel. Die derzeitige Verwalterin, Frau Regina Adler, fetzt ihren Stolz darin, gute kräftige Kost zu verabreichen, und so waren alle Vorbedingungen gegeben, daß die aus 54 Köpfen, Knaben und Mädchen bestehende Ferienkolonie unter Führung der Oberschwester Frl. Laura Hahn und der zum ersten Male sich betätigenden Tante, Frl. Kohn, einer Enkelin des verewigten Gründungsmitgliedes, Frau Johanna Kohn, Erholung und Stärkung suchen und finden konnte. Am 22. August fand die Schlußfeier statt, die in diesem Jahre ein festliches Gepräge erhielt, da die Oberschwester das 20. Mal die Kolonie hierher begleitete. Gesänge und Vorträge wechselten ab mit kleinen Theaterstücken und rhythmischen Tänzen. Ein Mädchen trug ein zu Ehren des Tages verfaßtes Gedicht vor, das die Liebe und Güte der Oberschwester preist, und überreichte in Blumenbukett. Hauptlehrer Kahn dankte im Namen des Vereins und der Vorstandschaft der verehrten Oberschwester für alle Mühe und Hingebung, die sie der Kolonie erwiesen, rühmte besonders ihre Verdienste um das gute Gelingen der edlen Sache und überreichte ihr, da sie sich jedes Geschenk verbeten hatte, ein in schönen Rahmen gefaßtes Bild der Fereienkolonie, als Andenken an die Stätte ihrer ersprießlichen Tätigkeit. Sichtlich gerührt dankte die Jubilarin für die Huldigung. Möge die Ferienkolonie sich weiter der Gunst ihrer Mitglieder erwerben und neue Freunde und Gönner gewinnen! Der Israelitische Frauenverein von 1830 bietet außerhalb der Koloniezeit im Ferienheim in Krumbach, erholungsbedürftigen Frauen und Mädchen liebevolle Aufnahme zu billigem Verpflegfatz (Unbemittelte gratts). Keren Kajemelh Lejifrael München. Der Jüdische Nationalfonds führt auch Heuer wieder seine Rosch-Haschanah-Sammlung durch, die die Ablösung der Glückwünsche zugunsten der Bodenerwerbung in Palästina bezweckt. Die Aktion findet in Form einer Haussammlung, durch freiwillige Helfer, ab Sonntag, 2. September, statt. Die Freunde des Palästina-Aufbaus werden gebeten, den Fonds durch ihre Spenden zu unterstützen. Die Nationalfonds-Kommission München Vereine Jüdisches Kammerorchester, München. Der erste Übungsabend nach den Ferien findet am Mittwoch, dem 5. September, abends 8.15 Uhr, im Lesiingsaal, Herzog-Rudolf-Straße 1/0, statt. Wir bitten unsere aktiven Mitglieder um pünktliches und vollzähliges Erscheinen. Die Leitung des J.K.O. Bar-Kochba, München. Mit dem Schulbeginn beginnt auch wieder der regelmäßige Turnbetrieb in der Schule an der Luisenstraße. Wir fordern sämtliche Aktiven auf, das Turnen regelmäßig und pünktlich zu besuchen.! Es turnen ab Montag, den 3. September, die Damenabteilung I von 7 bis 8 Uhr, Abteilung II von 8 bis 9 Uhr, die Mädchen von 6 bis 7 Uhr, sämtliche unter Leitung unserer Gymnastiklehrerin Frl. Armbruster. Der Turnbetrieb für die Herren beginnt erst am Dienstag, dem 11. September, und von 7.30 bis 9 Uhr, während die Knaben von 6 bis 7.30 Uhr turnen. Sämtliche männliche Abteilungen üben unter Leitung unseres bewährten Sportlehrers Breit. Die Vorstandschaft. modern wie kein anderer AUTOHAUS-AUGSBURG Waetzoldt & Aigner Ausstellung: Maximilianstraße A 35V Reparaturwerk: Ulmer Straße 34-36 Fernruf 41132 und 4162 OtKWUlt allen überlegen