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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1928-05-01 · 8 (1.5.1928) · p. Seite 114

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
4 (1928)
Issue
8 (1.5.1928)
Article
Jüdische Buchmalerei im 18. Jahrhundert
Date
1928-05-01
Page
Seite 114 (sequence 2)
Language
German
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114 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 8 Abb. 1. Th'fillah Heidingsseld: Titelseite. ÜlS>3'ZT'“^rj) msm-o p'p rsasrowos - ,rr~23rx «. j4nTft?.naN3an^ :CmüE«3N i^aüÜ rmmm WWW Wirkens überging, genau zu bestimmen. Er ist ohne Zweifel identisch mit dem bei D. Kaufmann erwähnten Arjeh Loeb Cohen und Sopher, von dem verschiedene Arbeiten uns erhalten und bezeugt sind, die zum Teil schon im zweiten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts mit rühmenswerter Kunstfertigkeit geschrieben und rcpr.nftan , rH M “IJSTJ? nyrs *•? 73? Hi *tt5p #T waa'as'i rvrux CSD 'ff P'SJjpV? CJfSf« tsagff“ Abb. 2. Th'fillah Heidingsfeld: Darstellung des Tempelleuchters in kabbalistischer Auffassung als Lebensbaum. mit Abbildungen versehen worden sind. Das HeidingSfelder Gebetbuch ist also Zeugnis des gereiften Könnens des Trebitscher Thorahschreibens, der uns nicht nur im Titelblatt (Abb. 1), sondern auch in den sonstigen reich gezierten Seiten als ein Fertiger entgegentritt. Er bemüht sich mit einer uns Schnellebigen von heute geradezu erstaunlich erscheinenden Genauigkeit den Eindruck eines Buches „mit Buchstaben nach dem Vorbild Amsterdamer Drucks" zu erwecken und hält auch in den Zeichnungen den Stil des ausgehenden 17. Jahrhunderts ein. So scheint er deutlich eine bestimmte Vorlage benützt zu haben, die ausfindig zu machen noch nicht gelungen ist. Am meisten Ähnlichkeit weift das Titelblatt mit denen aus der Offizin von Frankfurt a. d. O. vom Ausgang des 17. Jahrhunderts auf, wobei allerdings unsere Handzeichnung viel sorgfältiger und künstlerisch geschloffener ausgeführt ist; es ist daher der Schluß naheliegend, daß die Frankfurter Holzschnitte nicht Arjeh Loeb zum Vorbild dienten, vielmehr vermutlich auf eine gemeinsame Quelle zurückgehen. Auch mW;mm "V | -fjn'^ppxirsn t Tnaayr’.nsEa h-.."PJ!t62iSTV Smpno'TT'1 ^y??=?vn^in^TOiii*3n”.n*!in3p5'3-V , »-csra-j'snrn1 i TPKJl?n:ljr-orrTrt ’ t-H; - itz: lab^rjHN.prrr^asrr w^oj^airtHcSi/j ■ 1 7Tp-ni«f.^-=f73TZ5 2x1 nVp’ tst; 'f I 'jaa ‘txt 1 . -Sss Srairsrariprnri r nx viy. r jprcffl -ysynyr . ■ -y 33 ^•OTrr-iNrin^ts^^ rrtpa^nxTp', ‘ ♦ a*r«ln'p:xic.N •^«aÄp.wrnsNf, arjnr-x-c®p?y*owff3i Tprausr» " •"'StYl* kpK'^V ’:wr^jrre2-ir3t»»nrs^ i 'irvrtirpxiuriHTcsv-sti rh$rr?^2^n-^x'I ■■$nap' ,53?’*~-=S3*^x=j»rr3n3N^N^ »335 [ ' bV > P"»!r r;,^px,TiL)*r*K^r.'<ror'-2>nrjys*r] \ *ffwTTgnPTssrVnc^ •: Abb. 3. Th'fillah Heidingsfeld: Anfang der Psalmen. die Seite mit dem siebenarmigen Leuchter (Abb. 2), der als kabbalistischer Lebensbaum im Zusammenhang mit den durch Buchftabenftellung angedeuteten Gottesnamen uns an die Amulette gemahnt, die den Menschen des 17. und 18. Jahrhunderts, nicht nur dem Glauben der Juden, bedeutsam erschienen, ist wohl nicht eigene Erfindung des Buchmalers. Dafür spricht, daß die schwerflüffige Linienführung des ausgehenden Barocks auch hier vorherrscht, während Arjeh Loeb da, wo er seiner eigenen Phantasie freien Lauf läßt, eine leichtere Feder verrät. Dies beobachten wir in den zahlreichen Initial-Worten, durch die er den Text belebt. Neben rein ornamentalen Motiven wählt er als Rahmen, in den er die einzelnen Buchstaben setzt, kleine, malerisch empfundene Landschaften, Tiere, Früchte und — völlig unbefangen — menschliche Gestalten, wie beim Iozer leschabbath Bereschith das Paar der Ureltern. Der Beginn der dem Gebetbuch angefügten Psalmen zeigt diese leichte Darstellungskunft im einleitenden Worte: (Abb. 3); sie läßt deutlich erkennen, wie der Künstler im Gegensatz zu der lasten-

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