Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 7 (15.4.1928)
- Article
- Zur Geschichte der oberpfälzischen Juden [Rezension]
- Date
- 1928-04-15
- Page
- Seite 105 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2727810-2727850-2727857-2733052--03114-2733116- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
(Mitteilungen des Nraelitisihen Lehrernereins für Wem Schriftleitung: M. Rosenfeld, München 1928 München, 15. April Nr. 4 ttuszug aus dem Protokoll der 46. Mitgliederversammlung am 26. Dezember 1927 in München I. Begrüßung. Im Saale der „Concordia", der uns freundlichst zur Verfügung gestellt war, fand unter Teilnahme von 70 Kollegen unsere 46. Mitgliederversammlung statt. Nach Eröffnung der Sitzung begrüßte der 1. Vorsitzende des Reichsverbanües, Mittelschullehrer Stern (Berlin) die bayerischen Kollegen und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß durch den Eintritt unseres Vereins erst der Verband der jüdischen Lehrervereine sein Ziel, die Gesamtheit der jüdischen Lehrer Deutschland zu umfassen, erreicht habe. Hierauf wurde in die sachlichen Verhandlungen eingetreten. II. Bericht des Vorsitzenden. Da der Jahresbericht bereits in diesen Blättern bekannt gegeben war, beschränkt sich der Vorsitzende auf einige Ergänzungen, wobei er insbesondere die neue Lehrordnung für die bayerischen Volksschulen, die neueingeführten Landeslesebücher und die zu erwartende Denkschrift über die künftige Lehrerbildung besprach. Ferner machte er Mitteilungen über die Erhöhung der Pensionen und der Bezüge der Lehrerwitwen durch den Verband. Er schließt seine Ausführungen mit einer Gedächtnisfeier für jene Mitglieder, die wir im vergangenen Jahre durch den Tod verloren haben: Gutmann (Burgpreppach), Wertheimer (Hardheim), Sommer (Wittelshosen), Wolfrom (Ermershausen), Lübeck, Stein und Nordheimer (Fürth), Hammelburger (Hahfurt). III. Kassenbericht. Hellmann erstattet den Kassenbericht, nach welchem trotz der schwierigen Finanzlage im vergangenen Jahre NM. 4500.— an Unterstützungen und Beihilfen gewährt wurden. Im Anschluß an den Bericht wurden die Jahresbeiträge für das Jahr 1928 in folgender Weise festgesetzt. a) für aktive bayerische Mitglieder RM. 30.—, b) für bayerische Pensionisten RM. 15.—, c) für aktive Mitglieder, die außerhalb Bayerns angestellt sind, RM. 20.—, d) für Pensionisten, die außerhalb Bayerns angestellt waren, RM. 10.—, e) für aktive Gewerkschaftsmitglieder RM. 20.—, f) für pensionierte Gewerkschaftsmitglieder RM. 10.—. Über die Frage der Gewährung von Unterstützungen aus unserer Hilfskasse wurden die Mitglieder durch ein Rundschreiben unter- IV. Anträge der Bezirkskonferenz München. Nach Berichterstattung durch Adler (München) wird die Schaffung einer pädagogischen Kommission beschlossen, der als nächste Aufgaben 1. die Schaffung eines Landeslehrplans für den Religionsunterricht an Volks¬ und höheren Schulen, 2. Stellungnahme zur Lehrerbildungsfrage zuzuweisen sind. Die Kommission besteht aus: Stoll (Würzburg) als Vorsitzenden, Adler, Dingfelder Dr. Kehler und Rosenfeld (München), Dr. Bamberger (Nürnberg), Dr. Fränkel (Augsburg) Hirnheimer und Steinhäuser (Höchberg). Die Verwaltung wird beauftragt, in der Lehrplanfrage mit der Bayerischen Rabbinerkonferenz in Verbindung zu treten. V. Weitere Anträge. Die schriftlich eingereichten Anträge von Oppenheimer (Laudenbach) auf Gründung einer Sterbekasse und Gewährung von Studienbeihilfen werden ebenso wie eine Anregung von Rose (Altenstadt) auf Errichtung eines Lehrererholungsheimes dem Reichsoerband zur weiteren Behandlung übergeben. VI. Sonderversammlung der Volksschullehrer. Am Nachmittag fand unter dem Vorsitze von Louis Uhlfelder (Nürnberg) eine Sitzung der Volksschullehrer statt, in der Krämer (Speyer) ein Referat über Rechts- und Gehaltsfragen der jüdischen Volksschullehrer erstattete. Uber das Ergebnis und die Schritte, die bisher in Verfolgung der Anregungen unternommen wurden, erging ein Rundschreiben an die in Frage kommenden Kollegen und an die Verwaltungsmitglieder. SchulgeMchlliche Aufzeichnungen über die israelitische Volksschule in vuttenwiesen von Hauptlehrer IN. Sonn (Fortsetzung) „Den Lehrer Heilbronner mit seinem gestellten Gesuche, das Schulgeld fremder Kinder in hiesiger Gemeinde für sich beziehen zu dürfen, gefälligst abzuweisen, der Kultusgemeinde aber das Recht, dieses Schulgeld wie jenes der hiesigen Kinder erheben und zum Gehalte des Lehrers verwenden zu dürfen, gnädigst einzuräumen." Der Gemeinde war voller Erfolg beschieden, und der Bitte des Lehrers Heilbronner wurde, da das Kgl. -Landgericht sich die Begründung der israelitischen Gemeinde selbst zu eigen machte und in allen Punkten anerkannte, nicht stattgcgeben. Dieser ablehnende Bescheid erfolgte schon am 7. Februar 1850, scheint aber kein endgültiger gewesen zu sein; denn am 1. März 1851 werden alle Akten in erwähntem Betreffe im Aufträge der Kgl. Regierung vom Landgerichte Wertingen von der Kultusverwaltung zur sofortigen Vorlage angefordert. Und am 8. Dezember 1851 ersucht Lehrer Heilbronner den damaligen Kassier Leiter auf Grund einer Regierungs- Entschließung um Auszahlung von 3 Gulden 12 Kreuzer erhobenen Schulgeldes. Das Originalbriefchen lautete: Lieber Herr Leiter! Nach einer Regierungs-Entschließung gebührt das Schulgeld von solchen, sich hier aufhaltenden Kindern, welche nicht Dienstboten, Lehrlinge usw. sind, mir. Jacob Fromm aus Fischach gehört nicht zu den genannten Klaßen und wird daher die Kultusverwaltung höflichst ersucht mir das von demselben erhobene Schulgeld im Betrage von 3 fl. 12 X auszuzahlen. Buttenwiesen, den 8. Dezember 1851. Mit aller Achtung Heilbronner. Die Beschwerde des Lehrers Heilbronner muß also doch nicht ohne Erfolg gewesen sein. Allein auch dieser „Schulgeld^Kampf" beweist, wie gering Lehrer und Schularbeit damals eingeschätzt wurden. (Fortsetzung folgt.) Israelitische Lehrerbildungsanstalt Würzburg Würzburg. Am Donnerstag, 15. März, ist die Seminarschlußprüsung 1. und 2. Abschnitts an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt Würzburg zu Ende gegangen. Sämtliche 9 Schüler der V. Klasse haben die Berechtigung zum Vorrücken nach Klasse VI, alle 8 Schüler der VI. Klasse die Berechtigung zum Übertritt in die Schulpraxis erhalten. Die Prüfungsaufgaben für die schriftliche Prüfung wurden vom Ministerium gestellt und waren die gleichen wie bei allen anderen Seminarien. Aus israelitischer Religionslehre waren folgende Fragen gestellt: 1. Die Zukunftshoffnungen der Propheten für ihre Nation und für die Menschheit. 2. Mit welchem Recht verdient R. Gerson ben Jehuda den Ehrennamen „Meor haggola" (Licht der Diaspora)? 3. (Zur Wahl statt 1. oder 2.). Das Chanuckah-Fest: a) kurze Darstellung des geschichtlichen Hintergrundes, b) religionsgesetzliche Bestimmungen. Aus Theorie des Synagogendienstes (anstatt Harmonielehre, die jedoch auch unterrichtet wird) lauteten die Aufgaben: 1. Der Lobgesang Halle! a) Bestandteile und Inhalt, b) Rituelle Vorschriften mit Begründung, e) besondere ■ Sangesweisen, d) die Chor- und Wechselgesänge Psalm 118, 19—29. 2. Der Maharil und seine Bedeutung ftir Ritus und Kultus. Das Resultat der Prüfung war sehr befriedigend; soweit nach den bestehenden Bestimmungen der. Prüfungsordnung überhaupt möglich war, waren Befreiungen von der mündlichen Prüfung gewährt. Die Gesamtleitung der Prüfung lag in den Händen des Herrn