Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 12 (13.12.1927)
- Article
- Aus der Geschichte des jüdischen Schulwesens in München
- Date
- 1927-12-13
- Page
- Seite 357 (sequence 4)
- Language
- German
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Nr. 12 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 357 mäßer Weise aus konfessionellen Banden zu befreien und auf ihre natürlichen selbständigen Grundlagen zurückzuftellen. Es würde gar seltsam kontrastieren, wenn gerade jetzt und gerade von israelitischer Seite diese konfessionellen Scheidewände befestigt und sogar tief in das Gebiet der allgemeinen Volksbildung und gewiß konfessionslosen technischen Ausbildung fortgesetzt würden." Zweihundertsechzig Gemeindemitglieder, die zumeist in dem letzten Jahrzehnt aus Landgemeinden zugezogen waren, stimmten in diesem Sinne ab. Die Verwaltung beschloß im Sinne der Majorität: 1. Die Gemeindeschule ist vom 1. September 1872 an aufzuheben. 2. Es ist für die Errichtung einer Religionsschule Sorge zu tragen. 3. Es ist möglichst gleichzeitige Erteilung des Religionsunterrichtes für sämtliche Konfessionen in den städtischen Schulen anzuftreben. Wolfsheimer fiel die bittere Aufgabe zu, die Schule, welche noch heute in der Erinnerung der Gemeinde seinen Namen trägt, nach vierzigjährigem Bestehen aufzulösen. Er wurde als erster Religionslehrer nach kurzer Tätigkeit am 8. März 1874 in den Ruhestand versetzt und starb am 9. März 1876. . Israelitische Lehrer wurden an den Simultanschulen in München nie angeftellt, da bereits am 29. August 1873 eine Minifterialverordnung die Tätigekit jüdischer Volksschullehrer mit dem „christlichen Charakter der Simultanschulen" unvereinbar erklärte. Seit 1872 wird an staatlichen, städtischen und privaten Schulen Religionsunterricht erteilt. Der Kampf um die Schule ruhte — Aufbau und Ausbau des Religionsunterrichts geben den folgenden Jahrzehnten das Gepräge. Noch liegen diese fünf Jahrzehnte unserem Blick und unserem Erleben zu nahe, als daß eine geschichtliche Wertung gerechtfertigt wäre. 5U1er Seist und neue §orm Die neue Synagoge des Lehrerseminars in Würzburg Von Leo B a e r w a l d Dem Geist der Zeit sich unterwerfen kann schimpflich sein oder lobenswert; schimpflich, wenn man seine Art unterdrückt und opfert, statt sie, wenn auch in fruchtlosem Kampfe, zu verteidigen - lobenswert, wenn eigene Art ergänzt, erhoben, bereichert wird durch das, was Zeit und Umwelt darbieten. Das Judentum hat nie in seiner Geschichte Konzessionen an den Zeitgeist gemacht, wenn es sich um sein Innerstes, feine Wahrheit, den ihm geoffenbarten Geist gehandelt hat; es hat weise nachgegeben auf Gebieten, wo es Eigenes nicht zu bieten vermochte. — Die Schönheit der äußeren Form war nie die Stärke unserer Gemeinschaft, und so werden wir es begreiflich finden, daß wir die künstlerische ■o?nn>i',ö,'3S'?sn «fOlrä Z-.Z' a%3 Z5Z •'K EWU Gestühl in der Seminarsynagoge in Würzburg