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Mitteilungen des Israelitischen Lehrervereins für Bayern · 1927-11-11 · 10 (11.11.1927) · p. Seite 21

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Journal
Mitteilungen des Israelitischen Lehrervereins für Bayern
Volume
1927
Issue
10 (11.11.1927)
Article
Einladung zu dem am Montag, dem 26. Dezember 1927, in München in den Räumen der "Concordia", Prannerstr. 4, stattfindenden 46. Mitgliederversammlung des israelitischen Lehrervereins für Bayern
Date
1927-11-11
Page
Seite 21 (sequence 1)
Language
German
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iMiteilongm des MMMen Lehrervereins kür Wern Schriftleitung: M. Rosenfeld, München 1927 München, 11. November Nr. 10 Einladung zu der am Montag, dem 26. Dezember 1927, in München in den Räumen der „Concordia", Prannerstr. 4, stattfindenden 46. Mitgliederversammlung des Israelitischen Lehrervereins für Bayern. Tag eso I. Sonntag, den 25. Dezember, nachmittags 3 Uhr („Concordia"): Sitzung der Verwaltung, zu der die Ehrenmitglieder und die Mitglieder der Verwaltung eingeladen find. Die. Vereinsmitglieder sind berechtigt, als Zuhörer anzuwohnen. II. Montag, den 26. Dezember, vormittags 9 Uhr: Mitgliederversammlung. 1. Begrüßung und Bericht des Vorsitzenden. 2. Kassenbericht. Wir ersuchen die Kollegen, die Versammlung recht zahlreich zu besuchen und hoffen um so mehr auf eine rege Beteiligung als sich an unsere Mitgliederversammlung unmittelbar die Tagung des Reichsverbandes der Jüdischen Lehrervereine in Deutschland anschließt, die zum ersten Male, in unserem engeren Vaterlande stattsindet. Nähere Mitteilungen über Anmeldung, Unterkunftsbeschaffung, Teilnahme am gemeinschaftlichen Mittagessen usw. finden sich in der nächsten Nummer der „Jüdischen Schulzeitung", auf die hier- München, den 3. November 1927. dn un g: 3. Aussprache. 4. Wahl der Delegierten zum Verbandstag. 5. Festsetzung des Jahresbeitrags. 6. Wünsche und Anträge. III. Montag, nachmittags 3 Uhr in der „Concordia", Sonderversammlung der jüdischen Volksschullehrer Bayerns. (Referent Krämer sSpeyers: „Die besonderen Verhältnisse der jüdischen Volksschullehrer.") mit ausdrücklich verwiesen wird. Außerbayerische Kollegen sind uns herzlich willkommen. Nachbemerkung. Kollegin Ottensofer (Würzburg) wünscht eine Aussprache über methodische Fragen mit Lehrern, die eine 1. Volksschulklasse führen. In Frage kommende Kollegen wollen sich direkt mit Frl. Ottensofer (Jsr. Volksschule Würzburg) zwecks näherer Vereinbarung in Verbindung setzen. Die Verwaltung: S. Dingfelder, 1. Vorsitzender. M. Rosenfeld, Schriftführer. flime palliöre: Das unbekannte ßeiltglum Aus dem Französischen von Z. Holm. Herausgegeben vom Heine- Bund. Besprochen von Stud.-Prof. Dr. Klugmann (München). Nicht von der Erschließung einer der Vergessenheit und dem Dunkel längst entschwundener Zeiten durch Ausgrabung entrissenen Kultstätte spricht dieses einzigartige Werk, sondern von dem Heiligtum, das jeder einzelne von uns in sich trägt, in das er jeden Augenblick eintreten kann und das trotzdem von vielen nur oberflächlich gekannt ist: Vom Judentum. Das Buch erzählt, wie sein Verfasser, dem Milieu der katholischen Kirche entstammend und schon frühzeitig dazu bestimmt, deren Priesterrock zu tragen, von diesem Heiligtum wie von einer magischen Kraft sich angezogen fühlt. An einem Kol-Nidrei-Abend tut er den ersten Schritt in jenes unbekannte Land, wo sich ihm, unter dem Eindruck der andächtig betenden Gemeinde die geschichtliche Mission des jüdischen Volkes als Träger des Messiasgedankens offenbart. Immer tiefer faßt der Wunsch, die fremde Religion zu ergründen, Wurzel in der Seele des Suchenden; er studiert die hebräische Sprache, um unvermittelt aus den Quellen des biblischen Schrifttums schöpfen zu können und ist von dem Zauber des Bibelworts ganz gebannt; namentlich die Psalmen machen den tiefsten Eindruck auf ihn. Das Studium der religiösen Urkunden und der Schriftwechsel mit dem Rabbiner Benamozegh von Livorno erschließen ihm die genaue Kenntnis vom Wesen des Judentums und seiner Aufgabe innerhalb der Menschheit und bestimmen zugleich auch die Stellung, die er zum unbekannten Heiligtum einnimmt: Er tritt zwar nicht formell zum Judentum über, erblickt aber seine Lebensaufgabe in der Betätigung innerhalb dessen Grenzen. — Dies ist in groben Umrissen der Inhalt des Buches, bei dessen Lektüre man auf jeder Seite den Eindruck gewinnt: Hier spricht ein Mensch zu uns, dem die Erforschung der religiösen Wahrheit Sinn und Ziel des Lebens ist und der diese Wahrheit in der jüdischen Religion gefunden hat. Dieses Suchen nach religiöser Erkenntnis aber ist frei von jeglichem unfruchtbaren und phantastischem Mystizismus; mit klarem Auge sieht der Verfasser nicht nur Mängel an seiner angeborenen Religion, seine Kritik stellt auch manches Unbefriedigende am Judentum fest. Pallitzre will mit seinen Aufzeichnungen auch keine Proselyten schaffen: nichts liegt ihm ferner als dieser Gedanke: sein einziges Ziel ist: „durch seine eigene Geschichte die göttliche Wirklichkeit der religiösen Erfahrung zu bestätigen." Was uns an den Darlegungen ganz besonders sympathisch berührt und sie in einen wohltuenden und vornehmen Gegensatz zu dem Gehaben vieler jüdischen Konvertiten stellt, ist die Hochachtung und Ehrerbietung, die dieser Gottsucher der „Religion seiner Geburt" auch dann noch entgegenbringt, als er von der Wahrheit ihrer Lehren nicht mehr überzeugt ist. Wir Juden aber werden mit Befriedigung dieses Werk, dem Rabbiner Dr. Leo Bäck ein instruktives Vorwort vorausschickt, lesen und das in die stolzen Worte ausklingt: „Die Menschheit kann zu den wesentlichen Prinzipien, auf denen die menschliche Gesellschaft beruhen soll, nicht emporsteigen, ohne Israel zu begegnen." Zum Neichsschulgesetzenlwurf Die nach Bekenntnissen nicht getrennte Volksschule (Gemeinschaftsschule) In der Theorie: § 3 des Reichsvolksschulgesetzes: Die Gemeinschaftsschule steht grundsätzlich allen volksschulpflichtioen Kindern offen.

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