Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 10 (20.10.1927)
- Article
- Hof a. d. Saale
- Date
- 1927-10-20
- Page
- Seite 305 (sequence 2)
- Language
- German
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Nr. 10 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 305 Gemeindemitglieder, sowie Ehrengäste von auswärts teilnahmen. Es sprachen der Vorsitzende der Gemeinde David Blauzwirn, Rabbiner Dr. Salomon aus Bayreuth, Lehrer Leopold Weil, Bankier Julius Wassermann aus Bamberg, der Vorsitzende der Gemeinde Bayreuth Justizrat Klein, der Vorsitzende der Gemeinde Plauen Rechtsanwalt .Dr. Goldberg, Prediger Heimann aus Plauen. An den Präsidenten des Verbandes, Oberlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer, wurde ein Telegramm gesandt, worin der Dank der Gemeinde zum Ausdruck kam. Nebst dem Gotteshause wurde ein schön geräumiges Gemeindesitzungszimmer geschaffen, in welchem auch die Gemeindebibliothek untergebracht ist. Mit der Einweihung der neuen Synagoge wurde gleichzeitig die Jubelfeier des 25 jährigen Bestehens der Kultusg'emeinde verbunden. Zur Feier des Tages verfaßte Lehrer Weil eine Festschrift: „Die Israelitische Kultusgemeinde Hof und ihre Vorgeschichte". Berichte aus diesem Schriftchen werden folgen. Der Betsaal selbst, der, wie ein Redner beim Festessen betonte, einSchmuckkästlein ist, bedeutet auch eine Zierde der Stadt. Die Einweihung der neuerstellten Synagoge in der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt Würzburg am 18. September 1927 Die Entwicklung der Verhältnisse im allgemeinen, die Auslassung der meisten israelitischen Lehrerbildungsanstalten in Deutschland im besonderen und endlich die zuerst und vorbildlich in Bayern durch den Verband der Israelitischen Gemeinden geregelten Verhältnisse des jüdischen Lehrerstandes brachten der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt Würzburg einen derart verstärkten Schülerzugang, daß sich der dem Internat zur Verfügung stehende Raum als unzureichend erwies und auf Raumerweiterung gesonnen werden mußte. Nach reiflichen Erwägungen und Beratungen kam man zu dem Entschlüsse, den bisherigen Betraum der Anstalt, der unmittelbar an die Schlafsäle grenzte, zu einem Schlafsaal umzugestalten und eine neue Seminarsynagoge in noch ungenützten Räumen des Erdgeschosses zu erstellen. Nach fast zweijähriger Arbeit ist nun das „kleine Heiligtum" erstanden und am ersten Selichostige fand die feierliche Weihe des Gotteshauses statt, die einen erhebenden, tiefste Eindrücke hinterlassenden Verlauf nahm. Als herzerfreuendes Zeugnis für die Verbundenheit der in 63 Jahren ihres Bestehens ausgebildeten Lehrergenerationen mit ihrer früheren Bildungsstätte darf hier hervorgehoben werden, daß sich aus ehemaligen Schülern verschiedenster Jahrgänge ein Komitee gebildet hatte, das in Aufrufen und Zeitungsartikeln die alten Mitschüler anregte, durch entsprechende Spenden und Beiträge Bausteine für eine Seminarsynagoge zu spenden. Mit wenigen Ausnahmen steuerten alle bei zum heiligen Werke. Die Sammlung ergab einen beachtenswerten Grundstock für das Baukapital, wenn auch bei der wirtschaftlichen Lage der meisten der in Frage kom- Einrichtungskosten nur einen sehr bescheidenen Teil des benötigten menden jüdischen Beamten in Deutschland das Gesamtergebnis im Verhältnis zu den auf etwa 14 000 RM. veranschlagten Bau- und Gesamtbedarfs decken konnte. Für edlen Gebersinn blieb und bleibt auch fernerhin noch ein weites Feld der Betätigung offen. Nachdem durch Regierungsbaumeister Lehritter ein bisher unbenutzter, unbelichteter Gebäudeteil im Erdgeschoß des Anstaltsgebäudes in einen licht- und luftdurchfluteten Raum umgewandelt war, erfolgte die weitere Innenausstattung des neuen Betsaales nach den künstlerischen Entwürfen des Architekten Regierungsbaumeisters Kleinsteubers. Die Raumwirkung wird entscheidend und glücklich beherrscht durch die gutstilisierte, farbig ornamentierte Holzdecke, die in ihrer künstlerischen Eigenart dem ganzen einen hervorragend schönen Eindruck verleiht. Auch die gesamte übrige Durchführung ist praktisch und zeugt bei aller Sparsamkeit von einem auserlesenen Geschmack. Die gut abgetönte Farbengebung gelang dem bekannten Kultstättenmaler Menna meisterhaft. Auch die übrige Einrichtung, die schmiedeeisernen Beleuchtungskörper, Almemor, Kanzel und Gestühl sind in ihrer Stilisierung geschickt und geschmackvoll dem Ganzen angepaßt. Im ganzen sind etwa 100 Plätze bereitgestellt. Eine sinnreiche Konstruktion ermöglicht es, je nach Bedarf, diese auf Herren und Damen absolut getrennt zu verteilen. Eigenartig ist die durchgehends mit hebräischen Schriftzeichen ausgeführte farbige Beschriftung der Wände. Bewußt an das alte künstlerische Motiv der Beschriftung der bekannten Scheunensynagoge in Bechhofen anschließend, sind hier, geordnet nach dem jüdischen Kalender (mit dem nötigen Raum für Nachträge) die hebräischen Namen von Verstorbenen ausgezeichnet, zu deren ehrenden Gedenken in der Anstalt Seelengedächtnisstiftungen errichtet wurden. Die künstlerische Ausführung dieser Beschriftung ist die mühevolle Ferienarbeit zweier Schüler, der Herren Lauber und Nathan Lischner aus Fürth. Die Einweihungsfeier erhielt ihre besondere Note dadurch, daß nicht nur Vorstandschaft und Verwaltung, Lehrkörper und Schüler der Anstalt und viel Publikum sich beteiligten, sondern alle führenden jüdischen Organisationen und Vereinigungen in Bayern und in Würzburg durch Delegationen vertreten waren und so gleichsam die Bedeutung der Anstalt für das Judentum dokumentierten. Die Feier nahm ihren planmäßigen Verlauf. Der Anstaltsleiter, Herr Stoll, begrüßte die Erschienenen, insbesondere die Vertreter des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden, der freien bayerischen Rabbinerkonferenz, des Vereins Jüdischer Lehrer in Bayern, der Verwaltung der Israelitischen Kultusgemeinde Würzburg und der ehemaligen Schüler der Anstalt mit herzlichen Worten und gab sodann einen kurzen Überblick über die Entwicklung der Anstalt und die Geschichte des Synagogenbaues, allen Faktoren, die mitgeholfen, innigen Dank erstattend. Als Vertreter des Rates des Israelitischen Gemeindeverbandes (der Präsident,' Herr Oberlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer, war dienstlich verhindert und hatte in einem herzlich gehaltenen Anschreiben seine Glückwünsche ausgesprochen), sowie der freien Konferenz bayerischer Rabbiner entbot Herr Bezirksrabbiner Dr. Stein (Schweinfurt), der schon seit einem Vierteljahrhundert Mitglied der Seminarverwaltung ist, Grüße und beste Wünsche für weitere gedeihliche Entwicklung der Anstalt. Herr Oberlandesgerichtsrat Prof. Dr. Silberschmidt (München) war als Vertreter der Tagung des Verbandes erschienen. Er hob seine persönliche Verbundenheit mit den jüdischen Bildungsstätten Würzburgs von seiner Jugendzeit her besonders hervor, ließ vor den geistigen Augen der Hörer das Bild des großen Gründers der Anstalt, des Rabbiners S. B. Bamberger s. Ä., erstehen und betonte die innige Verbundenheit zwischen Verband und Seminar und die Bedeutung fürs Judentum, die jener diesem beimißt, würdigte den bisherigen Werdegang und gab der überzeugten Hoffnung Ausdruck auf ferneres glückliches Gedeihen. Bayeri8ch6 Vereinsbank Niederlassungen an allen größeren Plätzen Bayerns rechts des Rheins xi o TA G N u <2) > Xi o o £ IM.» in El PUL* T/o Gold-Pfandbrief »> 35 ganze und A Gramm Zemgold --100 Goldmark. C: 3 a o o sr cv -r Individuelle Beratung in allen Vermögensangelegenheiten